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Für Segler allemal interessant sind die gegebeben Insider-Tips, Hinweise zu Navigation und Anlegestellen, die sich im erzählerischen Stil des Reisetagebuchs verbergen. Alle anderen, die womöglich der Küste entlang mit dem Wagen folgen, können dem Buch empfehlenswerte Osterien, familiäre Lokale, historische Besonderheiten und kulinarische Spezialitäten entnehmen. So erfährt der interessierte Leser, was ein "Ombra" in Venedig kosten darf, an welchem Ankerklotz man Austern findet und was es mit der "Teriaca" auf sich hat. Andere Einlassungen, wie dass die Guardia di Finanza - mit ihren starken Feldstechern und schnellen Booten - just dann anrückt, wenn sich die Dame des Bootes zum Sonnenbad freilegt, bestimmen maßgeblich den Unterhaltungswert des Buches (und würde ich ungeprüft unterschreiben).
Überhaupt ahnt man, dass das Segeln für Schukle und Sumper nur die schönste Methode ist, sich zwischen zwei Gasthäusern fortzubewegen, so einen prominenten Platz nehmen Speisen und Getränke ein. Die Auswahl der besuchten Häuser ist herrlich subjektiv und unvollständig, zum leichteren Wiederauffinden werden Adressen, Rufnummern und Öffnungszeiten separat und übersichtlich aufgelistet - das steigert den Nutzwerk des sonst eher prosaischen Büchleins beträchtlich.
Den angekündigten zweiten Teil des Buches nehmen regionaltypische Rezepte ein. Dankenswerterweise war Auswahlkriterium, dass man die vorgestellten Speisen sämtlichst mit Campingausrüstung zubereiten kann. So finden sich meist nicht mehr als 5-6 Zutaten: Idee war, gefangenen Fisch oder vor Ort erhältliche Zutaten schnell und unkompliziert vor Ort zubereiten zu können. Was Wunder, dass sich dann Spezialitäten wie "Axels Topf (und Elsbeths Variante)" oder "Omelett der Bordfrau" unter den Rezeptvorschlägen finden. Ein veritabler Vorschlag, zeichnet sich doch die italienische Küche sowieso gerade durch die Auswahl und Frische der (wenigen) Zutaten aus und außerdem schmeckt der selbstgefangene Fisch auf dem Boot unvergleichlich.
Ach ja - die wichtigsten Fische und Muscheln finden sich dann doch in der italienischen Übersetzung ("Wie sag ichs meinem Fischhändler"), ebenso wie das verwendete Seglerlatein.
Kai Tippmann
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