Kurzbeschreibung
Der Verlag über das Buch
»Endlich wird das Geheimnis gelüftet!« Gala
»Lagerfelds Gewichtsverlust, den er vor knapp zwei Jahren beschloß und mit der ihm eigenen Konsequenz umsetzte, ist der spektakulärste seit Joschka Fischers langem Lauf zu sich selbst. (...) Die wichtigste Botschaft des Buches, und da treffen sich der auf luxuriöse Art radikale Couturier und der Vollblutpolitiker: Es ist harte Arbeit, man selbst zu werden. Und es lohnt sich.« Die Welt -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Über den Autor
Auszug aus Die 3D-Diät. von Karl Lagerfeld, Jean-Claude Houdret. Copyright © 2004. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
ein paar Zahlen, um mein Vorhaben zu verdeutlichen.
Um den Grad der Fettleibigkeit eines Patienten zu messen, beziehen sich die Ärzte unter anderem auf den Körpermasse- oder Body-Mass-Index ( BMI ), der das Gewicht einer Person in Kilogramm pro m2 Körperfläche ausdrückt. Für Erwachsene liegt der normale BMI grob gesagt zwischen 19 ( darunter ist die betreffende Person zu dünn ) und 25 ( darüber ist sie zu dick). Der BMI eines weiblichen Models beträgt um die 17.
Fettleibigkeit oder Adipositas wird in den Industrieländern ein immer ernsteres Problem. In den USA sind etwa 50% der Bevölkerung übergewichtig ( BMI höher als 25 ). Fettleibigkeit im engeren Sinne - nach der gängigsten medizinischen Definition ein BMI von 30 und mehr - betrifft in Nordeuropa jeden zehnten Mann und jede sechste Frau, in Südeuropa schon jeden sechsten Mann und jede dritte Frau. In den USA sind fast jeder sechste Mann und mehr als jede vierte Frau fettleibig, wobei es je nach sozialer Gruppe erhebliche Unterschiede gibt. Adipositas ist ein ernstzunehmendes Problem der öffentlichen Gesundheit. Sie verursacht beträchtliche Folgekosten, ob nun direkt - Ausgaben für die Behandlung von Erkrankungen - oder indirekt. Denn mit dem Körpergewicht steigt auch das Risiko von Begleiterkrankungen. An erster Stelle sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes zu nennen, doch es treten auch weitere, weniger bekannte pathologische Zustände auf, die zu erheblichen Einschränkungen der Gesundheit führen, so der Atemstillstand im Schlaf, die Schlaf-Apnoe. Doch auch beträchtliche psychologische Folgeerscheinungen wie Minderwertigkeitsgefühle und sogar Depressionen können sich ergeben. Nebenwirkung dieser physischen und psychischen Einschränkungen der Gesundheit ist eine geringere Leistungsfähigkeit, d.h. ein Verlust von Arbeitstagen. Fettleibigkeit hat also erhebliche soziale Folgen.
Der westliche Mensch unserer Zeit erreicht ein immer höheres Alter, und dies in einer Welt, die ihm dem Anschein nach immer mehr Möglichkeiten eröffnet, ihm in Wirklichkeit aber immer mehr abverlangt. Um ihren Platz in der Gesellschaft zu behaupten, sind Männer wie Frauen verpflichtet, aktiv, schön und vor allem jung zu sein, d. h. schlank. Und für das oben genannte Gesundheitsideal sogar viel zu schlank. Die Dicken werden immer zahlreicher und sind doch die ungeliebten Zeitgenossen. Abgelehnt, manchmal Beleidigungen ausgesetzt, oft Zielscheibe von Diskriminierungen, haben sie größere Schwierigkeiten als andere, einen Arbeitsplatz zu finden, ja überhaupt ihren Platz in der Gesellschaft. Sie werden vielmehr ausgegrenzt, wenn sie sich letzten Endes nicht selbst isolieren. Der Dicke ist nicht mehr in.
Jugend, Geld, Schlankheit, die Übereinstimmung mit den Standards der Mode und der Denkgewohnheiten, und alles mit einer großen äußerlichen Lässigkeit zur Schau getragen, das ist das, worauf es in unserer Gesellschaft zu Beginn des dritten Jahrtausends ankommt. Wie soll man sich dem Gebot anpassen und zugleich das Leben mit seinen Vor- und Nachteilen meistern, ja es voll ausschöpfen, ohne sich dem Diktat der äußeren Erscheinung zu unterwerfen? Wie soll man sich demnach akzeptieren - vielleicht auch mit ein paar Fettpölsterchen, die aus der Mode gekommen sind - ohne sich in einem Kult der Jugendlichkeit zu verstricken oder sich die Magerkeit um jeden Preis aufs Panier zu schreiben?
Um gut und lange zu leben, kommt es in erster Linie darauf an, sich bei guter Gesundheit zu halten. Die Haut pflegen, sich Schönheitsoperationen - warum nicht? - oder Hormonbehandlungen unterziehen, sein Gewicht überwachen und abnehmen, falls erforderlich... Die heute üblichen medizinischen und chirurgischen Behandlungsformen haben längst ihre Wirksamkeit bewiesen. Aber ohne den eigenen Willen, ohne das Selbstvertrauen werden alle Mittelchen dieser Welt, alle Techniken, und seien sie auch noch so ausgeklügelt, nur zu mittelmäßigen und keinesfalls dauerhaften Ergebnisse führen. Ein äußeres Erscheinungsbild zu erhalten oder zurückzuerlangen, ein Gewicht oder eine Figur zu erreichen, mit denen man zufrieden ist, dazu muß man all seine Energie mobilisieren, seine Beziehungen zu anderen und zum eigenen Körper überdenken, muß seine persönliche Streßbewältigung und seinen Umgang mit den eigenen Frustrationen, aber auch mit dem, was Vergnügen oder Lust bereitet, überprüfen - und dazu bereit sein, sich zu ändern, manchmal auch tiefgreifend.
Gewiß ist die Veranlagung zuzunehmen nicht bei uns allen gleich. Doch unabhängig von Ihrer persönlichen Geschichte oder Ihrer erblichen Veranlagung, beim Abnehmen liegt in dieser Gewissensprüfung und dem Willen der Schlüssel zum Erfolg. Ich kann Ihnen selbstverständlich helfen, Ihr Gewicht zu verringern; meine Methode und das Schlankheitsprogramm Spoonlight, das aus ihr abgeleitet wurde, sind so ausgeklügelt, daß sie Ihnen bei der Rückkehr zu sich selbst, die die Diät darstellt, helfen und Sie dabei unterstützen. Aber ohne Ihre eigene aktive Beteiligung können Sie kein dauerhaftes Ergebnis erwarten.
Steigen Sie in mein Programm nicht ein, um Ihrem Partner oder Ihrer Umgebung einen Gefallen zu tun, oder weil man Sie dazu gedrängt hat. Fangen Sie damit an, weil Sie sich dazu entschlossen haben. Nur dann kann es Ihnen auf Ihrem weiteren Weg helfen.
Jean-Claude Houdret
© Steidl Verlag, Göttingen 2002 -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.