In einer Zeit, wo Christen wieder mühsam ihre Gaben entdecken, ist das kleine Buch von Schwarz sehr hilfreich. Es ist breit gestreut an möglichen Gaben, kennt keine konfessionellen Tabus, sondern rechnet mit der Freiheit für Gottes Geist zu wehen wo er will. Denn es ist Gottes Heiliger Geist, der Gaben gibt, und nicht der Mensch. Insofern heißt - auch nach Schwarz - das Fördern und Ausleben von Gaben nicht Selbstüberhebung über Gott, sondern gerade Dankbarkeit und Gehorsam gegenüber Gott. Daß es sich bei diesem Buch um einen ausgesprochen christlichen Gabentest mit Blick auf die Arebeit in der Gemeinde Gottes handelt, sollte sichtbar geworden sein. Wer einen rein weltlichen Berater zur Selbstverwirklichung sucht, ist mit Schwarz' Buch sicher nicht gut beraten. Umso mehr der, der sich von Gott verwirklichen lassen möchte, so wie Gott ihn gedacht und begabt hat.
Farbenfroh werden die einzelnen Gaben beschrieben, die sich überwiegend an biblischen Gabenaufzählungen orientieren. Herausforderungen, Fähigkeiten und Bergrenzungen werden aufgezeigt. Dabei ist sich Schwarz bewußt, daß es auch sog. latente Gaben gibt, also Gaben, die angelegt, aber noch nicht entwickelt sind. Sein abschließender Testfragebogen ist sehr ausführlich gestaltet, soll sowohl von der Testperson selbst als von zwei Seitenreferenten beantwortet wewrden. Ein wissenschaftliches Normierungsverfahren gewichtet die einzelnen Ergebnisse dann.
Dieses sehr empfehlenswerte Gabenbuch ist Teil eines Gemeindeaufbaukonzepts um Christian Schwarz herum, der sog. "natürlichen Gemeindeentwicklung". Dieses Konzept versucht, Gemeinden lebendig zu halten, Ernst zu machen mit der Beteiligung aller Glaubenden und aus konfessionellen Sackgassen herauszukommen. Es will zugleich offen für Außenstehende sein wie auch Schluß machen mit unverbildlichem Alle-Jahre-wieder-Mitläuferchristentum. Dieses Konzept ist weitgehend biblisch fundiert, auch wenn - als so ziemlich einzige Schwäche - Schwarz in seinem Erstlingswerk "Die dritte Reformation" sich zur Legitimität der Bibelkritik bekennt, wie das leider auch sein Weggefährte Klaus Douglass (Glaube hat Gründe, Gottes Liebe feiern) tut. Daß von einer bibelkritischen Auffassung erfreulicherweise in den "3 Farben Deiner Gaben" nichts mehr zu merken ist, könnte auf einen Entwicklungsprozeß innerhalb der "natürlichen Gemeindeentwicklung" hindeuten, der diesem Konzept nochmals sehr guttun wird.