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Die 120 Tage von Sodom
 
 
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Die 120 Tage von Sodom [Gebundene Ausgabe]

D. A. F. Marquis de Sade
3.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (26 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 479 Seiten
  • Verlag: Anaconda (30. September 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3866470479
  • ISBN-13: 978-3866470477
  • Originaltitel: Les Cent-Vingt Journées de Sodome ou L'École du Libertinage
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,4 x 4,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (26 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 8.430 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Donatien Alphonse François de Sade
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Die dunkle Seite der Aufklärung

Skandalös, behaupten die einen. Schmerzhaft notwendig, sagen die anderen. Die »120 Tage« des »göttlichen Marquis« polarisieren wie kaum ein zweites Werk der Weltliteratur. Vier Ehrenmänner halten 42 Frauen und Knaben auf einem Schloss gefangen und beraten, was mit ihnen zu tun sei. Da sie sich unbeobachtet wähnen, erliegen sie ihren Gelüsten und Begierden. Ungeachtet der Diskussionen, die das Buch auch heute noch auslöst, ist der Roman längst ein literarischer Klassiker, an dem niemand vorbeikommt, dem an einer rückhaltlosen Selbstaufklärung des Menschen liegt.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
221 von 231 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
der Wüstling in uns allen 4. Oktober 2006
Format:Gebundene Ausgabe
Ich beginne meine Rezension mit einer kleinen Inhaltsangabe:

Vier abstoßende Subjekte, die es durch Hinterlist und Verbrechen zu einem nicht unerheblichen Reichtum geschafft haben, entscheiden sich, ihren Gelüsten in einem abgelegenen Schloss, dem niemand entfliehen kann, nachzugehen. Das Buch unterteilt sich in fünf Abschnitte: Einleitung und Teil 1 - 4. In der Einleitung werden uns die Protagonisten nahegebracht, Teile 1 - 4 sind Ausführungen über verschiedentliche Gelüste, die progressiv "amoralischer" werden. Teil 2-4 sind dabei auch im abnehmenden Maße ausformuliert. Man muss sich bewußt sein, dass dieses Buch ein Manuskript in Arbeit ist, welches der Verfasser nie beendet hat und zudem lange Zeit verloren geglaubt war.

Nun zur Atmosphäre und zum Inhalt dieses Werkes:

Pasolini hat in den 1970er einen Film selben Namens herausgebracht, der von diesem Buch inspiriert wurde. Dieser Film, "Saló oder die 120 Tage von Sodom", scheint Anlass für die Ermordung des Regisseurs gewesen zu sein und war sehr lange Zeit nicht verfügbar, weil unterdrückt. Der normale Mensch wird diesen Film über alles abstoßend finden.

Doch der Film kommt in keinster Weise an das Buch heran. Was für Grausamkeiten im Film zu sehen sind gibt es im Buch auf den ersten 50 Seiten. Es ist voll von ungöttlichen Widerwärtigkeiten, perversen Brutalitäten und praktischer Verachtung für jegliche Menschenwürde. In diesem Buch kommen unter anderem Praktiken wie der Verzehr menschlicher Ausscheidungen, derbe Verstümmelungen, Vergewaltigung und Sodomie vor. Dies alles fern jeder Grenze von "Hetero" und "Homo"-Sexualität und in JEDER vorstellbaren Kombination.

Manche Literaturkritiker streiten über die Einordnung de Sades unter das Genre "Pornographie", jedoch will ich niemals dem Menschen begegnen, der sich tatsächlich an diesen Gräueltaten erregen kann.

Ich bin selbst ein Mensch der sich an so einigem erfreuen kann, sehe extreme Horror, Exploitation und Splatterfilme ohne mit der Wimper zu zucken und ohne jetzt zu moralisieren gebe ich zu: Der Großteil dieses Buches ist selbst mir zu hart. Ich kann wirklich nur zwei bis drei Sätze am Stück lesen, denn dieser kleine Ausblick auf die lebende Hölle reicht mir. Wenn nur ein Tropfen Fähigkeit, sich mit den Opfern zu identifizieren in einem Menschen übrig ist, so ist dieses Buch schlichtweg ungenießbar.

Hinten auf dem Umschlag dieser Ausgabe wird gesagt das nichtsdestotrotz dieses Buch "notwendig" sei. Man kann sich jetzt fragen inwiefern es "notwendig" ist sich an Leid und Entwürdigung anderer Menschen zu erfreuen, hier die Antwort: Der Tyrann de Sade, der Böse Vergewaltiger, der ultimative "Sadist" lebt in uns allen. Und man kann nur kontrollieren was man kennt. Man darf diese infernalen Möglichkeiten der menschlichen Existenz nicht verdrängen, man muss sich ihnen (fiktiv!) stellen um über sie hinauszuwachsen. Wie sich in letzter Zeit gehäuft zeigte, sind es gerade die Menschen, die sich aufgrund von falscher Moral diesem Wüstling des Selbst entzogen haben, die die schrecklichsten Verbrechen begingen: von katholischen Priestern über Lehrern und generell Vertrauenspersonen im sozialen Bereich zu den muslimischen Terroristen.

Wer auf dieses Buch mit leidenschaftlichen Vorwürfen und wilden Anschuldigungen reagiert zeigt nur, dass er selbst sehr von im berührt wurde, es ist in der Tat ein mächtiges Werk.

Wer sich nach dieser Warnung noch imstande sieht, seinem inneren Wüstling zu begegnen, dem Wünsche ich Glück.

Bei dieser Ausgabe handelt es sich um einen Reprint der ungekürzten Privatausgabe von 1904.
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29 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Missverstanden 27. Juni 2008
Von PM
Format:Gebundene Ausgabe
Ich empfehle diesen Klassiker all denen zur Lektüre, die die Lektüre nervlich aushalten. Er ist sicher nichts für sensible Gemüter, aber gleichwohl faszinierend in seiner Kompromisslosigkeit.

Die in diesem Buch dargestellten Gewaltszenen (die noch American Psycho in den Schatten stellen) dürften in der Tat für den "normalen" Leser, oder sagen wir neutraler, für die große Mehrheit der Leser, schwer erträglich sein. Gleichzeitig lädt de Sade seine 4 Protagonisten mit kaum vorstellbarer menschlicher und charakterlicher Niedrigkeit auf und lässt sie Verbrechen begehen, die sich nur mit dem völligen Fehlen jeder menschlichen Regung erklären lassen.

Dieses Buch ist indes sicher nicht als Hardcore Pornographie gemeint und als solche wohl auch völlig ungeeignet. De Sade macht sich vielmehr (im Gefängnis sitzend) daran, eine Aufstellung der menschlichen Sexualität von ihren harmlosesten und unschuldigsten bis zu ihren extremsten und grausamsten Ausformungen vorzulegen. Dass dies dabei herauskam, obgleich er ja nur auf seine eigene Phantasie zurückgreifen konnte, lässt sicherlich Schlüsse über diese Phantasie zu, zeigt aber auch ein Wissen über die Spielarten und Abartigkeiten menschlicher Neigungen, das beim Wiederauftauchen des Manuskriptes über 100 Jahre nach seiner Erstellung in Fachkreisen für erhebliches Aufsehen sorgte. Das Buch wurde nie vollendet und liegt trotz seiner Länge zu einem nicht unerheblichen Teil nur als Skizze in Form von Notizen vor. De Sade verlor sein Manuskript bei seiner Verlegung in ein anderes Gefängnis kurz vor dem Sturm auf die Bastille 1789.

Das zentrale Moment der Handlung ist (wieder einmal) das de Sadesche Credo, dass in den politischen/gesellschaftlichen Systemen, in denen er lebte - Ancien Regime, revolutionäre Republik, Jakobinerherrschaft, Napoleon - die Tugendhaften immer untergehen und die Skrupellosen immer obsiegen. Um das so deutlich zu machen, wie es geht neigt er leider dazu, seine Figuren hoffnungslos zu überzeichnen. Sie sind entweder nur tugendhaft/gut/dem Untergang geweihte Opfer oder skrupellos/böse/strahlend erfolgreiche Täter. In de Sades Geschichten kommen "richtige" Menschen mit Stärken und Schwächen, guten und schlechten Seiten, nicht vor. Ich schwanke deshalb zwischen 4 und 5 Punkten.

Die o.g. Aussage war indes nie als Aufforderung zur Skrupellosigkeit gemeint. Vielmehr suchte de Sade nach einer Erklärung dafür, warum er im Leben immer wieder scheiterte, gleichgültig in welcher der Herrschafts- und Gesellschaftsformen, die er in seinem Leben sah, er sich gerade befand. Und weil es (natürlich) nicht an seiner in fehlenden Fähigkeit liegen konnte, sich auf Umstände oder Menschen einzustellen und sich an diese anzupassen, soweit überlebensnotwendig, mussten logischerweise die Umstände und anderen Menschen an seinem Scheitern schuld sein. Ich wage die These, dass de Sade sich stets auf der Seite der Opfer sah, weswegen auch die Wortschöpfung Sadismus und die damit verbundene Identifizierung de Sades mit seinen 4 Protagonisten der 120 Tage irreführend sind. Das eben gesagte macht ihn nicht unbedingt sympathischer, aber vielleicht findet man aus diesem Blickwinkel leichter Zugang zu diesem durchaus nicht eben leicht verdaulichen Buch.
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28 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Sodom und Gomorrah 4. März 2010
Von Cherusker
Format:Gebundene Ausgabe
Nun es ist nicht ganz leicht ein Buch dieses Genres fair zu bewerten. Lesen und einschätzen muß man es auch aus der Sicht der Dekadenz und Verschwendungssucht dieser Epoche. Am Hof in Versaille feierte man die schlimmsten Orgien bei der natürlich auch die Würdenträger der katholischen Kirche sich nicht lumpen liessen. Die Adligen die es sich leisten konnten ahmten dieses Verhalten im ganzen Land nach. Das gemeine Volk hingegen darbte und lebte in bitterster Armut. Das war aber in ganz Europa der Standard... Insofern hilft es nicht Marquis de Sade ein krankes Denken zu unterstellen. Das ist es nur aus heutiger Moralvorstellung heraus. So kann man aber Klassiker der Literatur nicht bewerten.

De Sade hatte gar nicht den Anspruch ein hoch intellektuelles Werk zu schreiben. Er wollte nur mit den geheimsten und perversesten Vorstellungen der Menschen spielen. Zudem wollte er auf die Dekadenz der Zeit auf sehr extreme Weise hinweisen. Ich hab somit eine andere Ausgangslage für die Beurteilung.
Das das Werk extrem diskutiert werden wird und die Geister scheidet, war ihm schon damals klar und er sollte Recht behalten... Bis heute ist es eines der umstrittensten Werke die (wieder) auf dem Markt zu kaufen sind (zeitweilig stand es auf dem Index jugendgefährdender Werke).
Ich habe es auf dem Nachtschrank liegen und es ist nach wie vor unterhaltsam und bisweilen auch erregend...kein Aufschrei des Lesers bitte, ich bin kein Kinderschänder und Sexualstraftäter... es geht mir nur um die grds. sexuelle Phantasie, sich alle Freiheiten nehmen zu können, die heutige schon aufgeklärtere Konventionen durchbricht. Es wird zum Ende des Buches aber
deutlich unappetitlicher, da geb ich einem Vorredner Recht.
Aber es soll als Buch ja den Leser auch schocken zu was Menschen fähig sind. De Sade treibt es sehr auf die Spitze. Ein Sog entsteht.
Abzüge in den Punkten hab ich nicht wegen irgendwelcher (konstruierter kranker)Perversionen des Marquis vorgenommen
sondern nur weil die Protagonisten sehr einseitig und unrealistisch ausgearbeitet sind. Besonders die Wüstlinge sind sehr einseitig böse, die Erzählerinnen einseitig verdorben und die Opfer einseitig widerstandlos.
Aber ansonsten MUSS man das Buch lesen um tiefere Einblicke in die Risse unserer ach so durchgestylten Welt zu erhalten. Menschen bleiben die schlimmsten aller Tiere. Und dann frag ich die entsetzten Rezensenten hier warum sich heutzutage Filme wie hostel oder Saw 1-6 so wahnsinnig gut verkaufen...da haben wir sie wieder die Doppelmoral...
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Die neuesten Kundenrezensionen
Nach dem Buch kann mich wohl nichts mehr schocken...
Diese Praktiken, die in diesem Buch stehen, sind die wohl grausamsten und ekelhaftesten , die ich in meinem ganzen Leben entweder gelesen habe oder mir nur in meinen kühnsten... Lesen Sie weiter...
Vor 1 Monat von Thom-X veröffentlicht
Dialektik der Aufklärung
Eigentlich ist es m.E.n. ein Fehler, einzelne Werke DeSades zu bewerten, es ist das Gesamtwerk, das sein Schaffen wichtig macht. Lesen Sie weiter...
Vor 4 Monaten von Gavin Armour veröffentlicht
etwas eigenwillig, aber nicht schlecht
Dieses Buch ließt sich anstrengend. Es ist nichts was man im Bett kurz vor dem Schlafen lesen kann, da es keine Absätze hat. Lesen Sie weiter...
Vor 4 Monaten von Mirco Zeitz veröffentlicht
Man sollte es trotzdem lesen ...
Eines Vorweg: Tatsächlich geht deSade mit seinen Lesern nicht gerade zimperlich um. Vielmehr macht er den Leser zum Mitwisser und daher auch Mittäter - und dies alles... Lesen Sie weiter...
Vor 6 Monaten von HM veröffentlicht
Gut
Ich glaube zu dem Buch braucht man nicht viel sagen, jeder der etwas mit der Thematik zu tun hat kennt es oder hat zumindest davon gehört. Lesen Sie weiter...
Vor 14 Monaten von Lorany veröffentlicht
solides Werk
Man muß bedenken wer das Buch verfaßt hat wenn man es sich kauft. Er schreibt hier über sein Leben und seine Ausschweifungen die bis heute ihre Anziehungskraft auf... Lesen Sie weiter...
Vor 16 Monaten von feuerdrachin2 veröffentlicht
schlechtestes Buch was ich je gelesen habe, ein Stern ist zuviel
Es ist das erste Buch was ich nicht zu Ende gelesen habe. Das Buch ist eine voyeristische Beschreibung vom sexueller Gewalt gegen Frauen und pädophilen Sadismus. Lesen Sie weiter...
Vor 17 Monaten von Orlemann veröffentlicht
Sehr zufrieden
Der Versand lief schnell und problemlos ab, das Buch ist in einem sehr guten Zustand!
Vor 21 Monaten von S. Möller veröffentlicht
Die 120 Tage des Sodom
Ich finde es sehr schade, dass es zum Ende hin nur noch eine Aneinanderreihung von den Geschichten ist. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 16. März 2010 von Victoria Klöppel
Sammlung
120 Tage von Sodom ist zweifellos kein gewöhnliches Buch.
Das liegt unter anderem auch daran wer es geschrieben hat. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 7. März 2010 von Sadom
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