Vorweg:
Meine Rezension bezieht sich ausschließlich auf den Film - wer Informationen zum beworbenen Film-Paket und den enthaltenen Extras sucht, kann meine Rezension einfach überspringen.
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< Mein Fazit zu Beginn >
Ein erstklassiger und fesselnder Film, der sich im Allgemeinen mit Moral und im Speziellen mit der Frage, wieviel Respekt die Gesellschaft einem potenziellen Straftäter und seiner Geschichte schuldig ist, beschäftigt. Ein Film über die Vorverurteilung in den Köpfen, über Schubladendenken, über Unmündigkeit und über "den einfachen Weg". Eine Ode an die Vernunft und an die Macht der Abwägung ...
< Zum Inhalt >
"Die zwölf Geschworenen" spielt, abgesehen von einer kurzen Anfangs- und Endszene, ausschließlich im Hinterzimmer eines Gerichts. Hier sind zwölf zufällige Menschen dazu angehalten, über das Schicksal eines jungen Mannes zu entscheiden, der seinen Vater ermordet haben soll.
Der bereits abgeschlossene Prozess hat elf der Geschworenen zu einem eindeutigen Urteil kommen lassen: Schuldig! Obwohl einer schnellen Verurteilung nichts im Wege zu stehen scheint, sträubt sich ein Letzter gegen den einstimmigen Schuldspruch: Das Todesurteil für den Jungen nicht ohne kritische Prüfung des Falls!
Diese Verzögerung stößt auf die arge Gegenwehr vieler Mit-Geschworener, ist sie doch gleichbedeutend mit unnötiger Anstrengung, Zeitverzögerung und vor allem einem schweißtreibenden Nachmittag an diesem heißen Sommertag. Eine umstrittene und emotionale Diskussion entbrennt ...
< Facetten >
Ein Film über Zivilcourage: "Schuldig ist er auf alle Fälle - wir könnten schon längst fertig sein." und "Ihr guten Menschen seid doch alle gleich!"
Ein Film über Vorurteile und voreilige Schlüsse: "Ich war von Anfang an der Meinung, dass der Junge schuldig ist!"
Ein Film auch über selektive Wahrnehmung: "Kinder! Die können einem Leid antun."
Und nicht zuletzt ein Film, über die persönlichen Tiefen der (unpersönlichen) Entscheidungsfindung: "Wo immer man auf sie stößt verdunkeln Vorurteile die Wahrnehmung."
< Meine Gründe >
Ich mochte diesen Film, weil er eine Lanze für die Macht der Vernunft bricht. Klar und schnörkellos verdeutlicht dieser Film, wie leicht man sich eine Entscheidung machen kann und wie viel man dabei vergessen oder verzerren kann. Ein Film über die Notwendigkeit der kritischen Abwägung von oberflächlich eindeutigen Fakten. Zudem wird deutlich, wie schwer es sein kann, die Wirkung verborgener Stereotype und auch persönlicher, emotional-provozierter Wahrnehmungsverzerrungen aufzubrechen. Bei aller Moralität, die diesen Film ausmacht, verspürt man nur selten den "erhobenen Zeigefinger" und versteht auch, warum Menschen oberflächlich handeln und denken. Hinter jedem oberflächlichen Eindruck steckt eine wirkungsvolle Grundüberzeugung ...