Aus der Amazon.de-Redaktion
Zu Beginn des Filmes ist die Verhandlung eines scheinbar leicht zu den Akten zu legenden Falles -- ein junger Puertoricaner wurde beschuldigt, seinen Vater mit einem Messer ermordet zu haben -- gerade abgeschlossen. Die zwölf Geschworenen haben sich in ihren winzigen, drückend heißen Beratungsraum zurückgezogen, um über den Urteilsspruch zu entscheiden. Als die Stimmen gezählt werden, plädieren 11 Männer für schuldig, nur einer -- gespielt von Henry Fonda (Spiel mir das Leid vom Tod, Der längste Tag), der wieder einmal die Rolle des liberalen, die Wahrheit suchenden Helden verkörpert -- zweifelt am Offensichtlichen. Indem er das Prinzip des angemessenen Zweifels ausreizt, beginnt Fonda langsam, die anderen Geschworenen zu verunsichern. Denn jene repräsentieren einen Mikrokosmos der weißen, männlichen Gesellschaft, und nun werden ihre Vorurteile und ihre vorgefassten Meinungen, die sie zu ihrem schnellen Urteil führten, bloßgestellt.
Das straffe Drehbuch stammt von Reginald Rose (Die Wildgänse kommen), der es nach seinem eigenen Fernsehspiel verfasste. Es stellt jeden der Geschworenen durch die lebendige Verwendung von ausführlichen Selbstgesprächen dar, welche die makellose Besetzung (darunter Lee J. Cobb, Die Faust im Nacken und Martin Balsam, Die Unbestechlichen) gekonnt darstellen. Dennoch ist es Lumets klaustrophobische Regieführung -- schweißtreibende Nahaufnahmen und enger Bildaufbau in einer Kulisse, die allein aus einem Raum besteht -- die diese ausgeklügelte Geschichte zu einen explosiven und zwingenden Film macht, der den Zuschauer vor Spannung an den Nägeln kauen lässt. --Dave McCoy
Kurzbeschreibung
Movieman.de
Moviemans Kommentar zur DVD: Die Optik ist gelungen und bewahrt das Originalformat (1,66:1) zu ungunsten einer anamorphen Abtastung, aber Puristen verzichten doch wohl lieber auf einen Hauch mehr Schärfe, wenn dafür das volle Format sichtbar wird. Akustisch bietet der Monofilm nichts Bahnbrechendes. "Die 12 Geschworenen" ist ein Leitfaden in moralischer Hinsicht, da er durch sensationell naturalistische Psychologisierung Fehlverhalten analysiert und er ist filmdramaturgisch ein Leitfaden, da er durch eine vorbildlich ökonomische Dramaturgie eine Geschichte in größter Unterhaltsamkeit auf den Punkt bringt. Die Besetzung muß kaum kommentiert werden...ein Klassiker, ein Muß!
Bild: Daß die Formatangabe auf dem Cover insofern nicht korrekt ist, als eine anamorphe 1:1,66-Abtastung versprochen wird, was ja die physikalischen Gesetze außer Kraft setzen würde, macht nicht viel, denn die Letterbox-Fassung sieht ordentlich aus. Das Schwarzweiß-Bild wird im Gewand einer recht kontraststarken und mit solider Schärfe ausgestatteten Abtastung geliefert, die durchaus in Halbtotalen Gesichter konturiert und detailstark abbildet (00.19.00). Das etwas grobkörnige 35mm-Material verursacht natürlich ein gewißes Grundrauschen, das aber wenig stört. Stabil und solide.
Ton: Die Originalversion kommt mit sehr bassarmen Stimmen und insgesamt wenig Volumen daher und weist auch ein Lichttonrauschen im Höhenbereich auf. Wesentlich angenehmer ist hier die Synchronfassung geraten, die überdies mit einer brillanten Sprechergarde glänzt. Natürlich wird kein Digitalsound erwartet von einem fast 50 Jahre alten Film und so geben wir uns der Stimmgewalt Sprecher hin. Ansonsten besitz der Dialogfilm wenig tonales Ambiente und auch nur etwa 3 Minuten Musik - hauptsächlich im Vor und Nachspann. --movieman.de
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Blickpunkt: Film
Blickpunkt: Film Kurzinfo
Kurzbeschreibung
Im Hinterzimmer eines Gerichts haben sich zwölf Geschworene zurückgezogen, um einen Mordprozeß zu klären. Der Fall scheint deutlich: Ein Todesurteil. Nur der Geschworene Nr. 8 plädiert auf "nicht schuldig". Nach hitzigen Diskussionen ändert sich die Stimmverteilung langsam zugunsten des Angeklagten, aber ein Freispruch kann nur einstimmig erfolgen...