Die Bücher aus der »Die 101 wichtigsten Fragen«-Reihe halte ich vom Aufbau her für sehr gelungen, um thematischen Laien einen guten ersten Eindruck zu vermitteln - oder um altes, bereits völlig eingestaubtes Wissen wieder zu reaktivieren. Also habe ich mich diesmal an die Ausgabe zum Thema »Urzeit« gewagt. Zugegeben, es ist nicht gerade mein historisches Lieblingsthema ... aber ein wenig Wissen kann da ja - nachdem ich jahrelang sämtliche Geschichte vor der Steinzeit verdrängt habe - nicht schaden.
Nun zum Buch. Wie auch die anderen aus der Reihe nimmt es sich dem Thema mit einer Auswahl von 101 Fragen an, die einen repräsentativen Überblick über das gesamte Thema liefern soll. Zu jeder Frage wird auf durchschnittlich etwas weniger als zwei Seiten eine Antwort gegeben bzw. eine Annäherung an eine Antwort gesucht. Das vorliegende Buch konnte mich als Einsteigerbuch aber nicht gänzlich überzeugen.
Die Sprache an sich ist zwar durchaus verständlich; das Problem ist aber teilweise der Inhalt bzw. die Art, wie dieser dargestellt wird.
Positiv fand ich, dass es mit zunehmendem Leseverlauf in der Zeit rückwärts geht: es beginnt mit vier Fragen, die sich mit unserer Zukunft auseinandersetzen, anschließend geht es von der Steinzeit zurück bis zur Entstehung der Erde. Also ein Verlauf von »vertraut« zu »weit weg«. Die Fragenauswahl ist durchwachsen, im Großen und Ganzen aber nachvollziehbar.
Fremdwörter, die übrigens sehr häufig vorkommen, werden meistens bei der ersten Verwendung in Klammern erläutert (oft werden sie auch erneut erläutert, obwohl sie schon x-mal vorkamen). Teilweise werden sie aber auch erst geklärt, obwohl sie schon vorher rege genutzt wurden. Da es sich dabei zum Großteil um biologische, chemische oder physikalische Fremdwörter handelt, darf ein Kennen nicht unbedingt vorausgesetzt werden - es handelt sich schließlich um ein Buch für Themenferne. Im Regelfall werden sie aber bei der Erstnennung erläutert.
Bei der Lektüre stößt man auf insgesamt 29 Abbildungen. Dabei handelt es sich entweder um Karten, die zeigen, wie die Erde hinsichtlich der Verteilung der Kontinente zu welchem Zeitpunkt ausgesehen hat, oder um Abb. von im Text erwähnten Tieren oder Pflanzen. Sämtliche Abb. sind in schwarz-weiß gehalten, lockern den Text aber auf und sind zum Großteil hilfreich.
Nun zu den Nachteilen.
Für mich gab es letztendlich einen absoluten Input-Overflow. Wenn bspw. über Seiten hinweg verschiedenste Ur-Tiere oder -Pflanzen beschrieben werden, dann reicht es nicht aus, auf allen fünfzehn Seiten einmal eine(s) als Bild abzudrucken, um sich eine klare Vorstellung machen zu können.
Zwar steht am Anfang jedes Kapitels auch die Dauer der einzelnen Epoche. Es gibt allerdings keinen Zeitstrahl, der eine Übersicht bietet und die wichtigsten Ereignisse bzw. Arten noch einmal anschaulich aufgreift. Das hätte gerade bei einem abgehandelten zeitlichen Rahmen von solchen Ausmaßen sicher nicht schaden können.
Letztlich habe ich kaum etwas an neuem Wissen aus dem Buch mitgenommen. Vielleicht liegt es zum Teil auch an dem Thema, für das ich nur schwer Euphorie aufbringen kann, teilweise aber mit Sicherheit auch am Buch.
Vielleicht eher für diejenigen geeignet, die bereits auf einiges Wissen zum Thema zurückgreifen können und es nur mal eben wieder vergegenwärtigen wollen.