Stadt und Land, Bank und Appartement, Tisch und Bett sind die Schauplätze des vorliegenden Wirtschaftsromans, der den Übernahmekampf zweier mittelgroßer Elektronikkonglomerate beschreibt und dabei ganz nebenbei dem Leser mit den Usancen des ökonomischen "catch-as-catch-can", auch "Feindliche Übernahme" genannt, vertraut macht. Jim Crawford, eine Art Mittelstands-Mephisto und Direktor von Ayold Industries, aus einfachsten Verhältnissen kommend zu einem Star der Londoner City emporgestiegen, und John Parker, der Chef von der Byfield Company, sind die zentralen Gestalten des Buches - ehrgeizig, dynamisch, erfolgreich und unsympathisch der eine, redlich, verläßlich und langweilig der andere. Am Ende verlieren beide ihren Job, so viel sei verraten, aber bis es soweit kommt, hält eine ganz Galerie einprägsam gezeichneter Charaktere die Handlung in Schwung: Beth Steward, die junge Finanzchefin von Byfied, Mark Chima, der frustrierter Direktionsassistent, der philosophierende Dr. Clooney, die einzige missglückte Figur des Buches, dazu intrigante Banker und externe Direktoren, PR-Agenten, ein Gesamtschuldirektor und ein schwuler Geistlicher - das ganze gehobene Panoptikum des urbanen England werkelt unterhaltsam und kurzweilig an der vorliegenden Story mit. Sie alle scheinen dem Motto Jim Crawfords zu folgen, das da lautet: "Je dünner das Eis, je mehr kommt es auf die Geschwindigkeit an". Trotzdem wird in dem vorliegenden Buch weder geschossen noch gestorben - stattdessen dreht sich alles um Übernahmepläne, Aktienoptionen, Derivate und Abfindungsmodalitäten, ein Themenfeld, das überaus spannend sein kann, wie das vorliegende Buch beweist. Das wäre schon eine ganze Menge- dass auch der Stil, die Diktion und der Aufbau überzeugt, ist schon mehr als man von einem "Wirtschaftskrimi" erwarten könnte. .