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Die Ästhetik des Widerstands [Audiobook] [Audio CD]

Peter Weiss , Robert Stadlober , Peter Fricke , Rüdiger Vogler
3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 59,00 kostenlose Lieferung. Siehe Details.
  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

7. März 2007
Mehr als acht Jahre schreibt Peter Weiss an seinem Hauptwerk über den kommunistischen Widerstand gegen den Faschismus. Geschichtliche Trauer und Erinnerungsarbeit und zugleich das Bewegendste, was über Widerstand zu schreiben war. Mit gleichsam filmischen Mitteln montiert Weiss historische Szenen und Fragmente, verbindet Vergangenheit und Gegenwart in Dialogen und reflektierenden Passagen.
Karl Bruckmaier montiert die Rollen des jugendlichen (Robert Stadlober) und des gealterten Peter Weiss (Peter Fricke) als Erzählerstimmen mit den übrigen Figuren und dezenten Soundcollagen zu einem großen Hörspielkunstwerk.



Produktinformation

  • Audio CD
  • Verlag: der Hörverlag; Auflage: Hörspiel (7. März 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3867170142
  • ISBN-13: 978-3867170147
  • Größe und/oder Gewicht: 14,4 x 13,4 x 5,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 434.956 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Ein Klangwerk äußerster Präzision und Strenge." (Jury der hr2-Hörbuch-Bestenliste)

"Auf grandiose Weise verknüpft Weiss Privates und Weltgeschichte. Verdienstvollerweise ist jetzt das Werk als Hörbuch herausgekommen. Eine sehr zu empfehlende Neuerscheinung; denn es ist hervorragend von Karl Bruckmaier und dem BR in Szene gesetzt. Die Erinnerungen teilen sich im Lesen Peter Fricke und Robert Stadlober als der alte und der junge Peter Weiss: klar, erhellend und ergreifend. Sprachgestaltung vom Feinsten." (Münchner Merkur)

Rezension

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Die Ästhetik des Widerstands
OA 1975 / 78 / 81 (3 Bde.)Form Roman Epoche Gegenwart
Das in zehnjähriger Arbeit entstandene und erst kurz vor dem Tod des Autors Peter Weiss abgeschlossene Werk ist der ehrgeizige Versuch, unter Nutzung fiktionaler Freiheiten ein historisch authentisches Gesamtbild der faschistischen Epoche in Europa zu zeichnen, wobei die antifaschistische Position, der »Widerstand«, die Perspektive bestimmt. Zugleich sollen Funktion und Bedeutung von Kunst-Erfahrung, also von »Ästhetik«, im und für den politischen Kampf der Linken untersucht und dargestellt werden. Dies geschieht in der Absicht, für Gegenwart und Zukunft ein neuartiges Modell des Zusammenspiels von Kunst und Politik zu entwerfen.
Inhalt: Der Roman beginnt im Jahr 1937 an einem konspirativen Ort mitten im Zentrum der Nazi-Herrschaft, vor dem Pergamonaltar auf der Berliner Museumsinsel. Dort führen der Ich-Erzähler, ein namenlos bleibender junger Arbeiter, und seine kommunistischen Genossen Ayschmann und Coppi eine Diskussion um Geschichte, Politik, Kultur, Kunst und Literatur – vor allem jedoch um die Möglichkeit, das »kulturelle Erbe« der Vergangenheit für den sozialistischen und antifaschistischen Kamp zu nutzen. Im Gespräch mit seinem sozialdemokratischen Vater erfährt der Erzähler von der verhängnisvollen Spaltung der Arbeiterbewegung seit 1918. Er verlässt Berlin, um im Spanischen Bürgerkrieg an der Seite des Arztes Dr. Max Hodann Sanitätsdienste zu leisten. Dort erlebt er die scharfen Konflikte zwischen den verschiedenen linken Gruppen und hört von Stalins Schauprozessen gegen vorgebliche Abweichler und Verräter. Nach der Auflösung der Internationalen Brigaden und dem Zusammenbruch der Spanischen Republik wird der Erzähler zu Beginn des zweiten Bands nach Paris verschlagen. Dort lernt er den kommunistischen Kulturorganisator Willi Münzenberg kennen. In Schweden, wo er als Fabrikarbeiter lebt und in der illegalen KP kleine Aufgaben übernimmt, unternimmt er unter Anleitung von Bertolt R Brecht erste Schreibversuche. In der Tradition Brechts und Münzenbergs will er sozialistische Parteilichkeit und persönliche Kreativität verbinden und fasst den Plan, zum kritischen Chronisten seiner Epoche zu werden. Er wird besonders im dritten Band der Ästhetik des Widerstands realisiert; der Erzähler tritt hier zunehmend aus der Handlung zurück und überliefert aus räumlicher und zeitlicher Distanz den konspirativen Widerstand der so genannten Roten Kapelle um Harro Schulze-Boysen und Dr. Arvid Harnack in Berlin sowie deren Verhaftung und Hinrichtung in Plötzensee. Der Roman endet im Jahr 1945, als der Faschismus niedergeworfen, ein Sozialismus mit menschlichem Gesicht aber nach wie vor nur als Utopie vorstellbar ist.
Aufbau: Der Roman gewinnt seine Unverwechselbarkeit durch einige markante Strukturelemente wie die Kombination von historisch authentischen und fiktiven Figuren sowie die Kombination von narrativen und reflexiven Partien, die zu der treffenden Bezeichnung »Roman-Essay«geführt hat. Ein weiteres dominantes Merkmal sind die ausgedehnten dialogischen Partien, teils in direkter, teils in indirekter Rede. Sie sind formaler Ausdruck einer Gedankenbewegung, die in Brechts Nachfolge immer wieder versucht, widersprüchliche Positionen (in Politik, Ideologie, Ästhetik) zu artikulieren und so gegeneinander zu setzen, dass sie zu neuen Erkenntnissen, Konsequenzen, Veränderungen führen. Eine ähnliche Funktion kommt dem Verfahren der Montage zu, mit dem Weiss auf quasi-filmische Weise verschiedene Orte, Zeiten, Figuren und Standpunkte miteinander konfrontiert. Andererseits bewirkt der biografische Erzählrahmen zumindest formal eine »Einheit der Widersprüche«.
Wirkung: Die Ästhetik des Widerstands wurde seit dem Erscheinen des ersten Bands in beiden deutschen Staaten intensiv diskutiert, weil sie wichtige Aspekte verdrängter und verschwiegener Vergangenheit artikulierte sowie in West und Ost stereotype Geschichtsbilder korrigierte. Dies gilt aus westlicher Sicht etwa für die Rolle des kommunistischen Widerstands gegen Hitler, aus östlicher Sicht insbesondere für die autoritäre Herrschaftspraxis des Stalinismus, die als eine wesentliche Ursache der historischen Niederlage der sozialistischen Bewegung gezeigt wird. J. V. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
26 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wichtiger Roman des 20. Jahrhunderts 25. November 2005
Von Rolf Dobelli HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Vordergründig setzt Peter Weiss mit seinem akribisch recherchierten Monumentalwerk den antifaschistischen Widerstandskämpfern aus dem kommunistischen Umfeld, die im Westen meist unbeachtet blieben, ein Denkmal. Wie der Titel des Buches aber schon sagt, geht es ihm dabei vor allem um die Schlüsselrolle der Kultur für einen erfolgreichen Widerstand gegen Barbarei und Unterdrückung. Weiss unterstellt den relativ wenigen, die sich dem NS-Terror zu widersetzen wagten, dass sie die Kraft dazu aus einer entsprechend entwickelten Kultur schöpften. Entsprechend kritisiert er auch den Kommunismus und dessen von oben verordnete Kunstform, den sozialistischen Realismus. Letztendlich gaben die historischen Entwicklungen Peter Weiss Recht. Der "real existierende Sozialismus" zerbrach wenige Jahre nach Erscheinen des letzten Bandes der Romantrilogie nicht zuletzt an seiner doktrinären und kulturellen Starre. Wirkte Weiss’ Werk nach dem Fall der Mauer und dem Ende der Sowjetherrschaft zeitweise anachronistisch, so gewinnt die "Ästhetik des Widerstands" angesichts der Globalisierungsdiskussion wieder an Aktualität - schließlich gibt es nicht wenige Menschen, die auch hier Widerstand für angebracht halten.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Monumental 14. August 2011
Von B. Gutleben TOP 1000 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Die »Ästhetik des Widerstands« ist ein (schwerge)wichtiger Markstein der bundesdeutschen Literatur. Für manche dürfte die Lektüre allerdings eher den Charakter von Pflichtübung als von Lesegenuss haben. Der wird eventuell durch einige formale oder inhaltliche Eigenheiten des umfangreichen Werkes getrübt. Für einen Roman im traditionellen Sinne ist er phasenweise recht handlungsarm; die äußeren Abläufe geraten immer wieder ins Stocken - was wohl auch die oft zu Immobilität und Untätigkeit verurteilten Emigranten so erlebt haben dürften, die bestenfalls geduldet, häufig aber auch überwacht oder interniert waren - werden aber auch vom Autor bewusst und über lange Strecken unterbrochen durch Reflexionen und Diskurse über ästhetische und politische Fragestellungen; aus der Gegenwartsebene des Romans (1937 bis 1945) weisen häufig historische Rückblicke in die nähere oder fernere Vergangenheit. Nicht jede(r) wird sich zudem die für Weiss zentralen Thesen zu eigen machen wollen: dass Geschichte immer eine Geschichte von Klassenkämpfen ist, die uns fast ausnahmslos aus der Perspektive der Herrschenden bzw. Sieger erzählt wurden, dass ein wesentliches Manko in der jüngeren Geschichte das Scheitern der sozialistischen Aktionseinheit bzw. der Volksfront war und dass trotz aller Kritik an dogmatischer Verengung und zentralistischer Diktatur die (kommunistische) Partei die einzige Instanz war, die den verstreuten Widerstandskämpfern gegen den Faschismus Halt gegeben hat. Wobei Weiss ja durchaus kein Stalinist ist, sondern die Vision eines freiheitlichen Sozialismus hegt, gerade die Rolle der Kunst bzw. einer weiter gefassten Ästhetik und Kreativität höher bewertet als die reine Linientreue und in der Vielzahl seiner Romanfiguren eine Pluralität von Deutungen und Handlungsweisen Gestalt annehmen lässt.
Mich hat übrigens im Nachhinein fasziniert, dass anscheinend alle diese Figuren historisch belegt sind - nicht nur die großen Namen wie Wehner, Brecht oder Münzenberg sondern auch die kleinen Leute von den bildungshungrigen Jungarbeitern am Beginn bis zu Charlotte Bischoff, die im Gegensatz zum Ich-Erzähler 1941 illegal nach Berlin zurückkehrt und so etwas wie seine Außenreporterin für den Widerstand im Herzen des Hitlerstaats wird. All diesen zum Teil vergessenen, oft diffamierten Gegnern und Opfern des Totalitarismus hat Peter Weiss ein beeindruckendes Denkmal gesetzt und quasi das geleistet, was sein namenlos bleibender Ich-Erzähler sich am Ende des Buches nach dem Heranreifen seiner literarischen Fähigkeiten und der Festigung seiner ästhetischen und politischen Anschauungen vorgenommen hat.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
Mit dem beinahe 1200 Seiten umfassenden, monumentalen Werk Die Ästhetik des Widerstands" versucht der Autor Peter Weiss ein subjektiv, aus dem Blickwinkel des kommunistischen Widerstands wahrgenommenes Gesamtgemälde der Epoche des Nationalsozialismus und des Faschismus in Europa zu entwerfen.
Wird einerseits das Scheitern der Volksfront (d.h. die Einheit der sozialistischen und der kommunistischen Bewegung) kritisiert, wird andererseits die These vertreten, der Widerstand und die kommunistische Bewegung allgemein habe einen entscheidenden Teil seiner Kraft im Sich-Aneignen von Kunst und Kultur finden können. Dieses Zusammenspiel von Ästhetik und Politik führt schließlich auch zur Kritik des Realsozialismus, in welcher (ähnlich wie im Machtkampf um politische Posten) das Kunstverständnis von Oben her dirigiert wird.
Auch um den Rhythmus der Erzählung zu verlangsamen und somit einen Eindruck der Ohnmacht und des untätigen Abwartens zu vermitteln, wechselt der Autor erzählende Teile mit ausschweifenden Überlegungen der fiktiven Hauptfigur und Erörterungen zu den Themen ab, welche die Hauptfigur im jeweiligen Moment beschäftigen. Diese teilweise sehr kopflastigen und etwas mühsam zu lesenden Degressionen, welche von der subjektiven Wahrnehmung von Kunstwerken (u.a. das Pergamonfries, Die Freiheit führt das Volk" von Delacroix, Das Floß der Medusa" von Géricault, etc.) bis zu politisch-historischen Analysen (u.a. die jüngere Geschichte der kommunistischen Partei in Schweden, die Kommune von Paris, etc.) reichen sind allerdings ein entscheidendes Element, um einen Gesamteindruck der subjektiven Erfahrungen einer Zeit zu vermitteln.
Die Hauptfigur macht im Roman eine ähnliche Entwicklung durch und findet nicht zuletzt auch durch das Sich-Aneignen von Kultur und Kunst zu einer Art Bewusstseinsfindung im Schreiben. Es lassen sich somit im Buch auch Elemente des Entwicklungsromans ausmachen
Interessant ist mit Sicherheit auch die akribisch recherchierten Begebenheiten und Personen im Roman, der die Fiktive und anonym bleibende Hauptfigur mit zahllosen real existierten Personen zusammenführt, welchen somit bewusst ein literarisches Denkmal gesetzt wird.
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1.0 von 5 Sternen complete waste of time
eigentlich war es von vornherein klar, aber über 20 jahre nach dem endgültigen untergang des kommunismus ist es nun endgültig unmöglich geworden, sinnvolle... Lesen Sie weiter...
Vor 11 Monaten von UV veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen O Herakles. Wie kalt deine Wangen sind...
Walter Jens beschreibt die Ästhetik des Widerstands als "gelungenen Gegen-Entwurf zum Joyceschen Kompendium" und meint, Weiss' Epopöe fordere dessen Ulysses in die... Lesen Sie weiter...
Vor 16 Monaten von Graf veröffentlicht
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Diese gut 950 Seiten sind für den Leser eine quälende Anstrengung. Quälend sind zunächst die zahlreichen Manierismen: Jahreszahlen werden grundsätzlich in... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 31. Oktober 2007 von Tom Kadi
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5.0 von 5 Sternen Alles was Peter weiß
Der Roman »Die Ästhetik des Widerstands« könnte auch heißen: Alles was Peter weiß. Denn der Autor steckt alles hinein, was ihm in den Sinn kommt. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 23. Juni 2007 von Anja Friedrich
5.0 von 5 Sternen afslappende læsning
Ästehtik des Widerstands kan læses som endnu et storslået værk inden for yvendes århundredes moderne roman-projekter. Lesen Sie weiter...
Am 7. Februar 2002 veröffentlicht
3.0 von 5 Sternen Alle Geschichte ist Geschichte der Hoffnung im Untergang
Ein Roman ohne Handlung, eine Wortwüste, Dialoge, von denen man gleich weiß, daß man sie niemals verstehen wird und dann wieder Berichte von den Opfern der... Lesen Sie weiter...
Am 22. April 2001 veröffentlicht
3.0 von 5 Sternen Aufrecht und nicht lachen.
Ich möchte nicht wissen, wie viele Seiten schon größere Geister mit Gedanken zu diesem Buch gefüllt haben. Lesen Sie weiter...
Am 12. September 1999 veröffentlicht
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