Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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32 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Schlechte Laune garantiert, 8. November 2009
Ich kann mich den beiden ablehnenden Vorrednern nur anschließen. Warum dieses Buch (angeblich) von der Kritik so gelobt wurde, wie in den Anzeigen des Verlages behauptet wird, ist auch mir unerklärlich. Geschrieben wie ein technischer Text, voller umständlich und ohne jede Poesie formulierter unnützer und enervierender Wikipedia-Details über die Marken oder den Preis oder die chemische Zusammensetzung von Gegenständen, über allgemeine Umstände (Klimawandel, Sozialpolitik!) oder über langweilige Einzelheiten der Handlungen und Gedanken der durchgängig konstruiert wirkenden Figuren, die ausnahmslos - das ist das schlimmste - schlechte Laune verbreiten, kombiniert es in diesem Satz vergleichbaren Bandwurmsätzen (hat Herr Walser angeblich reife Prosa genannt) die trotz aller bemühten äußeren Bewegung statische Beschreibung einer Familie mit einer oberflächlichen, teilweise albernen Rahmen(?)handlung von einem wegen seiner Schulden verfolgten Spieler, der einen Selbstmord vortäuscht. Es gibt keine echten emotionalen Bindungen zwischen den Figuren, sie ziehen ihre Bahnen in ihren beschränkten konsum-, alkohol-, tabletten- oder geltungssuchtverseuchten inneren Welten, voller Angst vor Veränderung, ewig bemüht um Statussicherung und ohne Liebe zu sich, der Welt oder den anderen. Und es passiert passiert zwischen ihnen: nichts. Das ist der Grund, warum man dieses Buch nicht hätte schreiben müssen. Figuren, Konstellationen, Geschehnisse - alles bleibt hölzern, leblos, vom eigenen Autor verachtet und mit besserwisserischen Tiraden beschimpft, gefangen in stereotypen Bildern die mehr über Herrn Henning als über die deutsche oder westliche Wirklichkeit oder was auch immer aussagen. Ein Buch dass mir hinterherhing wie ein schlechter Traum.
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26 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Das Grauen kennt einen Namen..., 7. November 2009
Die Ängstlichen sind jene, die sich der Meinung der größten Menge fügen, - wer nicht lobt, wo andere loben, entsteht Wut. Bei mir ist es genau das Gegenteil. Als Elke Heidenreich mir via Stream dieses Buch empfahl hätte ich fast weinen mögen. Aus Wut, nicht aus Angst. Warum? Gott, weil es so schlecht ist.
Weil es ein Cliché ist, das ganze Buch.
Schon auf den ersten Seiten bin ich schier im Sumpf tausend&eines bildreichen Vergleichs ertrunken. Die schlechten Metaphern, - schlecht durch deren offensichtliche Plattheit, - lesen sich wie ein überdreht-gekünstelter Versuch, Literatur schaffen zu wollen, - schon die erste Einstellung, die Welt von oben, & der Zoom hinein in den Sturm... Ja, das Motiv hätte toll sein können, es hätte vibrieren müssen, - stattdessen hatte ich beim Lesen permanent die Einstellung der Kamera vor Augen, & zwar nicht das Hollywoodmodell. Optisches Schreiben? Gerne! Gerade unter dem Aspekt der Provinz, des erstickenden Gleichklangs, her damit! Aber wo ist die Innovation darin? Ich meine: in den Ängstlichen? Stattdessen kommen die Adjektive, mehr als der Verstand zu greifen vermag, - von Frau Heidenreich wird das bewundert, hervorgehoben sogar. Okay. Geschenkt. Ich fand's unerträglich. Ein Schüler vermag solche Sätze zu konstruieren. (& damit will ich weder den Autoren, noch den xbeliebigen Schüler diskreditieren; es geht mir um nur dem Umstand, dass hier etwas vor allem literarisch gelobt wurde... Wo ist das, ich meine: Reden wir da vom selben Buch??) In die gleiche Kategorie fällt für mich die Tatsache, dass der postmoderne Roman Markennamen oft wie Fahnen beim Kreuzzug schwenkt; auch hier wieder. Das kann passen, - es kann gesellschaftskritisch oder -satirisch sein, es kann einen Wahn umschreiben, kann plastisch sein, kann gleichsam bedeutungsvoll wie unbedeutend sein. Hier? Stört es. Mich hat es gestört. Grund? Auch hier wieder hatte ich die Kamera irgendeines Privatsenders im Kopf, der BMW Modell so&so, der die Straße entlang prischt, mein Gott wie plastisch, wie lebensnah, diese ganze Szenerie... & dazu essen sie folgende andere Produkte... Bekommt man Werbegelder sobald man das publiziert?, ich meine: Ernsthaft? Falls nicht frage ich mich, was das dann soll. Diese ganze Aneinanderreihung von Hastdunichtgesehn. Nein. Zu viel, zu viel gewollt, zu wenig gekriegt, zu viel benutzt. Rein stilistisch kam mir also mehr als nur einmal das kalte Grausen.
Aber okay. Sehen wir über stilistische Fehler hinweg, bitte. Gut. Was bleibt? Ach ja, genau: Das Cliché. Ich meine: Kann eine Geschichte heutzutage nicht weniger konstruiert WIRKEN? Alles, vom Hyperchonderbruder (krank?, nicht krank?, keiner weiß es, aber sein Leben ändert es nicht) bis zum Betrug & Ehebruch, - alles dagewesen, alles furchtbar bedeutsam miteinander verschlungen, - weder die Mutter, Johanna, vermag glaubhaft zu wirken, noch ihr Lebensgefährte, (mein Gott, Spielsucht & Kriminalität haben auch schon mal authentischer gewirkt, nicht?) geschweige denn ihre Kinder & Enkel... Die teilweise erschreckend unlogische Charakterentwicklung hat mir Kopfschmerzen bereitet. Alle bleiben sie oberflächlich, leblos, hölzern. Die Dialoge, - umrahmt von Plattitüden des Immer&erneutgesagten, - wirken manchmal ungewollt komisch. Das geschieht durchgängig. Situationen erhalten eine Komik, die sie nicht haben sollten, - anderers hingegen wirkt aufgesetzt, falsch. Zwanghaft-konstruiert geht die Geschichte rund um die vermengten Unnötigkeiten, - Details, die keiner wirklich braucht, um eine Geschichte wirklich lesenswert zu finden, - im Kitsch unter. Im schlechten Kitsch auch noch. Da wird geredet & erkannt & dann jagen sie sich wie junge Hunder, & jeder, der seine Last trägt, & jeder der einsam ist, & so weiter & so weiter, & die Moral von der Geschicht... Worauf das aber hinausläuft, am Ende, wenn die angeblichen Fäden des Plots zusammenlaufen (hätten zusammenlaufen sollen), - das ist ein erwartbares Resultat der Umstände. Auf diesen wasweißichwievielen Seiten findet nicht die griechische Tragödie ab, als die sie sich ausgibt; es ist nicht der Kahlschlag durchs Provinzielle, keine gutes Werk über die Familie, über Emotionen, über das Chaos, das es gerne in Worte kleiden würde, es ist nicht mal eine dieser schlechten Metaphern, die es selbst verwendet. Nichts davon. Es ist einfach nur leer.
And that's it. Was? Keine Inhaltsangabe? Keine genauere Beschau der Charaktere? Keine Details? Nein. Schlichtweg nein. Es ist die Tatsache, dass diese Geschichte so absolut, so grauenerregend bedeutungslos ist, dass ich mich weigere, sie wiederzugeben. Die Wirrungen & Irrungen der Familie, die keine ist, weil sie aus Clichés besteht, haben mich nicht nur gelangweilt, sie haben mich rasend gemacht. Würde ich also gefragt: Soll ich "Die Ängstlichen" lesen?, nun, ich sagte: Nein, lies lieber ein richtiges Buch. Clichés findest du schon genug.
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33 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Einfach ein schlechtes Buch, 8. November 2009
Aus Hanau stammend, war ich auf dieses Buch sehr neugierig gewesen.
Leider ist das Buch eine einzige Enttäuschung.
Die Handlungsfiguren sind zum großen Teil lediglich Karikaturen. Der Autor hat messerscharf "erkannt", dass der deutsche Kleinbürger (wie alle anderen Menschen auch) fehlerhaft und nicht jeder Situation gewachsen ist. In der Konsequenz werden die Kleinbürger in ihrer Fehlerhaftigkeit vorgeführt, vor allem die, die, so wie Helmut und Rainer, einmal Erfolg im Leben hatten. Etwas erfahren oder lernen kann man von einem solchen Buch mit solchen Charakteren nicht.
Sprachlich ist das Buch voller platter Klischees. Rainer wird ironisch als Ulrikes "Göttergatte" bezeichnet, Hanau ist die "Brüder-Grimm-Stadt". Man könnte zahlreiche weitere Beispiele finden. Auf die ständige Verwendung von Produktnamen haben schon andere Rezensenten hingewiesen.
Das Buch weist zudem Fehler auf, die jedem Lektor hätten auffallen müssen. Auf der Seite 182 unten/183 oben steht etwa in einer Klammer ein Satz, der dort offensichtlich nicht hingehört. Auf Seite 391 wird (der Roman spielt im Jahr 2003) beschrieben, dass das Kennenlernen Johannas und Janeks fast vierzig Jahre her sei, auf Seite 390 heißt es zuvor, es habe zum Ende des Krieges stattgefunden.
Besonders vorzuwerfen ist dem Buch, das die Charaktere und Handlungsorte so oberflächlich sind, dass der Roman mit ausgetauschten Ortsnamen ohne weiteres genauso in Deggendorf, Göppingen, Wanne-Eickel oder Husum hätte spielen können. Ich kenne Hanau gut, aber ich finde die Stadt und ihre (fehlbaren) Menschen in dem Buch nicht wieder.
Das Buch ist einfach schlecht. Es liest sich über weite Strecken so wie die Schreibversuche eines zornigen Abiturienten. Wer lesen will, wie es anders geht, sei auf die Romane von Marilynne Robinson über die (amerikanische) Provinz hingewiesen. Es sind Romane, die tief sind und die man nicht vergisst, anders als den Roman von Peter Henning.
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