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Das kommerzielle westdeutsche Kino der Achziger Jahre wurde stark geprägt von den infantilen Blödelattacken eines Otto Waalkes, dem debilen Supernasenhumor um Mike Krüger und Thomas Gottschalk und dem Didi-Dödel-Klamauk des Kabarettisten Dieter Hallervorden - könnte man zumindest behaupten, wollte man diesen Sachverhalt ein wenig boshaft kommentieren. Häufig sind derartige Verallgemeinerungen wenig aussagekräftig und entscheidend zu kurz gegriffen. Tatsächlich hat etwa Dieter Hallervorden konsequent und überaus erfolgreich über das gesamte Jahrzehnt einen Spielfilm nach dem anderen in die Kinos gehievt und dabei ein bemerkenswertes Werk geschaffen, dass sich im Rückblick überraschend geschlossen ausnimmt. Die Entwicklung führte dabei von deutlich slapstickorientierten, reinen Unterhaltungsfilmen wie etwa dem mit über 2 Millionen Zuschauern erfolgreichsten Hallervorden-Vehikel Didi - Der Doppelgänger , bis hin zur ambitionierten Wahlkampfsatire Didi - Der Experte .
Ohne die Ansätze gegeneinander ausspielen zu wollen, überrascht vielleicht der kontinuierlich spürbare Reifungsprozess, den man üblicherweise allenfalls bei künstlerisch ambitionierten Autorenfilmern vermutet. Didi Der Schnüffler aus dem Jahr 1983 ist noch ganz wesentlich dem Slapstick verhaftet, hat jedoch bereits alle Zutaten, die sich durch das Gesamtwerk ziehen. Da gibt es die realpolitische Komponente, in diesem Fall der kalte Krieg und die Teilung der Stadt Berlin, und es gibt vor allen Dingen den ahnungslosen Helden, der sich gegen die Mächtigen zur Wehr setzen muss, scheinbar aussichtslos unterlegen aber dennoch durch seine Persönlichkeitsstruktur zur erlösenden Katharsis neigend.
Herbert Böckmann (Dieter Hallervorden) heisst der David im Schnüffler, ein ganz und gar argloser Taxifahrer, der durch den Tod eines Spions auf der Rücksitzbank seiner Droschke in Kalamitäten gerät. Böckmann wird vom KGB und dem ostdeutschen Geheimdienst angeheuert um den Tod des Fahrgastes zu ermitteln nur um wenig später von der Gegenseite, dem CIA und deren westdeutschen Kollegen ein ungleich lukrativeres Angebot zu erhalten. Böckmann flüchtet sich schließlich zu einem Psychiater, einer ausgesprochen attraktiven Dame, von der er mit einem merkwürdigen Fläschchen versorgt wird. Schnüffelnderweise verwandelt sich die gute Seele Böckmann durch die Droge in den coolen Herbie Melbourne, der schnell von allen Seiten als Superprofi respektiert wird.
Auch wenn Der Schnüffler keine rundum gelungene Spionageparodie geworden ist, die Actionsequenzen etwa wirken in ihrer Redundanz ein wenig zu langatmig, ist der Film ein schönes Beispiel für gelungenen Slapstick mit einer klassischen Verwechslungsgeschichte. Vielleicht sogar einer der besten Hallervorden Filme überhaupt. --Thomas Reuthebuch
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Als Taxifahrer Herbert Böckmann gerät Didi Hallervorden in einen Konflikt rivalisierender Agentenringe. Inmitten der 80er Jahre übergeben ihm zwei obskure Personen einen betrunkenen Mann, der von Westberlin nach Ostberlin gefahren werden soll. Der ahnungslose Herbert nimmt den Auftrag für 100 D-Mark schließlich an, er hat nämlich ein großes Ziel vor Augen: Er möchte später nach Australien fliegen, dort wohnen und sich seinen großen Wunsch als Schafzüchter zu arbeiten, erfüllen. Doch das Unheil nimmt seinen Lauf. Der angeblich Betrunkene ist nämlich der russische Wirtschaftsmann Boris Stravinsky und zudem noch tot. Bei der ihm genannten Adresse wird Herbert sofort vom russischen Geheimdienst KGB festgenommen. Er wird verdächtigt, für die CIA zu arbeiten und Boris Stravinsky ermordet zu haben. Um das beweisen zu können und mehr über Herbert Böckmanns Umfeld zu erfahren, lässt die KGB den harmlosen Taxifahrer wieder frei und beschattet ihn. Kaum auf freiem Fuß und wieder im westen Berlins angekommen, erwartet ihn die CIA. Der amerikanische Geheimdienst weiß von der Funktion von Herbert bei der KGB und bietet ihm an, als Doppelagent zu arbeiten, also auf die Seite der CIA zu kommen. Der überforderte Herbert weiß gar nicht, wie ihm geschieht und versucht in seiner Panik nach Australien zu entkommen. Das gelingt aber nicht. Böckmann flüchtet schließlich zu einer charmanten Psychiaterin, von der ein merkwürdiges Fläschchen verschrieben bekommt. Und ein Wandel des langweiligen, guten Böckmann zum äußerst coolen und mutigen Herbie Melbourne vollzieht sich durch die Droge rasch. Plötzlich ist er der von allen Seiten respektierte Superagent. So bleibt ihm nur noch eine einzige Chance, um der verflochtenen Situation zu entfliehen. Den Mut hat er nun. Er versucht auf eigene Faust, den Mörder von Boris Stravinsky zu finden.
Neben dem deutschen Komiker Hallervorden agieren Gustl Bayrhammer, Eddi Constantin, Siegfried Wischnewski, Catherine Alric, Thilo Prückner, Anton Diffring, sowie Peter Kuiper in den Hauptrollen dieser Actionkomödie. Der Hauptfilm, der komplett digital überarbeitet wurde und eine Laufzeit von 88 Minuten besitzt, ist jetzt in einer limitierten Auflage mit jeder Menge Zusatzmaterial zu erwerben. Empfehlenswert beim Bonusmaterial ist besonders die Vorlesung aus Dieter Hallervordens Stasiakte, die ihn als französischen Spion kennzeichnet und aufzeigt, dass er als Staatsfeind der DDR gesehen wurde. Ebenso wird ein Blick hinter die Kulissen geboten, Berichte über Entstehungen der Special Effects und der Dreharbeiten, eine Fotogalerie und zusätzliche Biografien aller beim Film agierenden Personen sind auf jeden Fall ein großes Plus dieser DVD. Auch Audiokommentare von Hallervorden selbst, Wolf Bauer dem Produzenten und Drehbuchautor Hartmann Schmige dürfen nicht fehlen. Als Bonbon gibt es dann noch die erste Folge von der TV-Show „Welle Wahnsinn“ zu bestaunen. Als wäre das noch nicht genug, enthält dieses Packet auch noch eine CD mit dem Soundtrack zum Film.
Fazit: Ein besonderes "Highlight" unter den eher unbekannten Hallervorden-Filmen, mit einer guten Mischung von Didi-Gags und spannender Geschichte. Wem der "Doppelgänger" gefallen hat, dem wird auch dieser Film gefallen. Das Bonusmaterial dieses Films ist beachtlich und sollte als Vorbild für viele andere DVD’s fungieren.
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