Das Buch ist ein echter Knaller. Schon lange nicht mehr habe ich ein Werk nicht aus der Hand legen können, bevor ich nicht wusste, wie es ausgeht. Dazu kommt, dass ich das Ende als ausgesprochen zufriedenstellend empfinde. Der häufig auftretende Fall, dass die Spannung bis kurz vor dem Ende steigt und dem Autoren dann die Puste ausgeht, ist hier nicht gegeben.
Bei knapp 500 Seiten kann man sich natürlich denken, dass der Autor dem Aufbau der Figuren und der Handlung genügend Raum lässt. Das führt dazu, dass die ersten knapp 200 Seiten etwas dahinplätschern, besonders die manchmal etwas breit getreten wirkenden Rückblicke, weshalb es von mir nur vier Sterne gibt. Dann aber explodiert die Handlung und hält einen bis zum Schluß fest. Ständig neue Wendungen halten die Spannung oben. Auch die gegebenen Ursachen regen zum Debattieren oder wenigstens Nachdenken an, da keine eindeutige Erklärung geboten wird. Hätte ich genauso gehandelt? Mit welcher der beteiligten Personen kann ich mich am ehesten identifizieren? Hier wäre es auch besser gewesen, den Originaltitel ' 'Ruinen' ' beizubehalten als den Titel 'Dickicht' zu wählen, der dem Mysterium der Geschichte nicht ganz gerecht wird. Falsch ist auf alle Fälle die Einordnung in den Bereich Öko-Thriller, die man mancherorts finden kann, denn damit hat die Geschichte nun gar nichts zu tun. Der Vergleich mit 'Das Ding' und 'Triffids' ist aber durchaus zulässig.
Wer sich im Horror-Genre mal etwas Neues mit hohem Unterhaltungswert ohne viel hintergründigen Tiefgang antun möchte, ist hier bestens bedient. Bleibt zu erwähnen, dass in 2008 die ' allenfalls passable - Verfilmung des Buches als DVD auf den Markt gekommen ist.