Also, sooo komisch finde ich die Geschichte jetzt nicht. Zumindest nicht so komisch, wie der Verlag das Buch scheinen lassen möchte. Aber sie ist originell, satirisch und hat einen Haufen guter Charaktere. R.J. Decker, gescheiterter und geschiedener Privatdetektiv, bekommt einen skurrilen Auftrag. Er soll einen Angelbetrüger entlarven, sprich einen, der bei diversen Angelwettbewerben mit gezinkten Fischen spielt. Ein selbst angelnder Millionär läßt dafür 50000 Dollar springen. Kurz nachdem Decker begonnen hat, seine Nachforschungen anzustellen, sterben Leute wie die Fliegen, und sie haben alle etwas mit Fischen zu tun. Auf der Suche nach tatkräftiger Unterstützung trifft Decker auf einen angefressenen Ex-Gouverneur, der sich von überfahrenen Tieren ernährt und eine geblümte Duschhaube zum Anzug trägt. Dieser Knabe erweist sich jedoch nach einiger Zeit als äußerst hilfreich, auch wenn er einen privaten Feldzug gegen den Inhaber eines pseudoreligiösen, Angelsendungen verbreitenden, Schafe heilenden und nebenbei Immobilien vertreibenden Privatsenders führt.
Klingt wirr? Ist wirr. Aber ab Seite 200 wird's richtig spannend, so mit Roadmovie-Flair, hanebüchenen Machenschaften, Verfolgungsjagden und am Ende mit hochbefriedigenden, vergnüglichen Racheakten an den Hauptbösewichten. Lesenswert!
Was allerdings einen vollen Stern kostet, ist die wirklich gruselig schlechte Übersetzung. Der Übersetzer läßt sich dazu herab, mehrere Anmerkungen anzubringen, um Abkürzungen amerikanischer Bundesbehörden zu erklären. Die Zeit hätte er mal lieber in lesbare bzw. korrekte Übersetzungen stecken sollen. Ein Pickup zum Beispiel ist auch auf deutsch ein Pickup - kein Lieferwagen. Manche Dinge wären allerdings wichtig zu übersetzen gewesen, die wurden aber einfach englisch belassen. "Krumme Hunde" und "Letztes Vermächtnis" wurden auch von anderen Übersetzern bearbeitet...