Viele Witze sind zwar etwas klamaukigerer und plakativerer Natur, welche natürlich überwiegend auf "Carreys" bis in jede Spitze seines Körpers vorhandene Komik basieren. Der eine oder andere wird sicherlich sagen, es treibe ins Alberne ab, ich persönlich finde es grenzwertig, d.h. es ist nicht störend sondern gut proportioniert (nicht wie bei "Dumm und dümmer" oder "Ace Ventura", deren Gags doch eher ins Infantile gehen und dem entsprechend deutlich stärker polarisieren). Sehr rasant, schöne Ideen und (unterhaltsam) witzig.
Dieser Film bietet aber außerdem, was ich persönlich am reizvollsten fand, eine nicht unerhebliche Portion subtilen Humor. Gags, die vielleicht beim ersten Mal Sehen gar nicht auffallen und außerdem völlig sinnfrei sind, wie z.B. die Szene aus "Die nackte Kanone" mit "Frank Drebin" und seinem Kollegen im Labor; als einer der beiden durch eine vollkommen unnötig vorhandene Tür und der andere drumherum geht. Absolut Banane, das stimmt. Aber hat man diesen Gag erstmal bemerkt... der absolute Knaller!!!:):) Muss man aber mögen.
Auch sind neben der offensichtlichen Kritik an korrupten Börsianern viele kleine Persiflagen versteckt. Den ehrlich rechtschaffenden Menschen, der mal was 'ganz verrücktes' (ach, wie 'crazy'!!!) tut und sein Eis nicht bezahlt, nimmt Herr Carrey wunderbar auf's Korn. Köstlich. Auch die Tatsache, dass der Sohn aufgrund der spanischen Haushälterin ihre Sprache der seinen bevorzugt, nur weil die Eltern sich den A*** wundarbeiten und deswegen nie zu Hause sind, ist schön satirisch dargestellt.
"Dick und Jane" ist eigentlich eher eine Satire als eine Persiflage, will aber nicht allzu ernst genommen. Vom Grundprinzip her möcht ich das mal (ganz vorischtig) mit "Simpsons" vergleichen. Das ganze dargestellt von einem wie ich finde äußerst gelungen Protagonistenpaar. Die Figur der "Jane Harper" (Téa Leoni) ist nicht so bieder angelegt wie die der "Grace Connelly" (Jennifer Aniston) aus "Bruce Almighty" - und das sag ich als Aniston Fan! Nein, Jane ist in gewisser Hinsicht ähnlich schräg und temperamentvoll 'schrill' wie ihr Ehemann, was die beiden Darsteller wunderbar hamonisieren lässt. Sie wirken dadurch besonders in ihrer unbeholfenen und naiven Art sehr charmant und sympathisch. Auch "Jack McCallister" (Alec Baldwin) ist eine gelungene Nebenfigur geworden. Mit geistreichem Witz versehen. Macht Spaß!!
D.h. wem die Witze in "Der Dummschwätzer" und "Bruce Almighty" gefallen haben, aber von der schlussendlichen und riesigen, typischen Hollywood'schen Moralkeule angenervt war, der sei mit diesem Streifen ganz gut beraten, möcht' ich meinen.
Die Extras sind auch ganz nett, nur die Gag Reels waren nicht so prickelnd, muss ich sagen.