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Dichtung und Wahrheit (insel taschenbuch)
 
 
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Dichtung und Wahrheit (insel taschenbuch) [Taschenbuch]

Johann Wolfgang Goethe
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 947 Seiten
  • Verlag: Insel Verlag; Auflage: 13 (22. Oktober 2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 345831850X
  • ISBN-13: 978-3458318507
  • Größe und/oder Gewicht: 17,4 x 10,8 x 3,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Aus meinem Leben. Dichtung und Wahrheit
OA 1811–14/ 1833Form Autobiografie Epoche Klassik
Die erste moderne Autobiografie eines deutschen Dichters gibt Aufschluss über das Ineinander von Wollen und Sollen in Goethes Leben, wie er es sah.
Entstehung: Seit Ende 1809 arbeitete Goethe an dem Projekt. Da er selbst mehrere Künstlerbiografien geschrieben bzw. übersetzt hatte (Benvenuto Cellini, Johann Joachim Winckelmann, Philipp Hackert), war dem 60-Jährigen bewusst, wie schwer die Strukturen der eigenen Vita zu erkennen und für Leser interessant zu erzählen seien. Die ersten drei Teile erschienen kontinuierlich 1811, 1812 und 1814. Den vierten Teil skizzierte Goethe 1816, schrieb ihn aber erst im Jahr vor seinem Tod nieder. Indirekt schließen sich die Italienische Reise der Jahre 1786–88 (1829), die Feldzugsberichte über 1792–93 und die rein faktenorientierten Tag- und Jahreshefte an. Goethes über 50 Jahre währendes Leben in Weimar hat er dagegen erzählerisch nicht gestaltet.
Inhalt: Goethe schildert seine Kindheit in Frankfurt, die planvolle Erziehung des Vaters, die humorvolle Güte der Mutter, wie er früh, u. a. durch ein eigenes Puppentheater, mit der Bühne in Berührung kommt und der Literatur zuneigt und wie er durch französische Einquartierung die Folgen der Politik und die Nachbarkultur kennen lernt. Die Krönung Kaiser Josephs II. erlebt der 15-Jährige als Stadtfest und zugleich als Kulisse seiner ersten Liebe, die er »Gretchen« nennt.
Im zweiten Teil zieht Goethe 1765 nach Leipzig, von wo er ohne entscheidende Förderung und schwer krank nach Frankfurt heimkehrt. Dort kümmert sich eine pietistische Freundin der Mutter um ihn, bevor er, genesen, das Studium 1770 in Straßburg fortsetzt. Neben der Bekanntschaft mit Johann Gottfried Herder (1744–1803) schildert Goethe seine Beziehung zu Friederike Brion in dem Dorf Sesenheim.
Im dritten Teil wird er als Dichter selbstständig und schildert sein Leben in Wetzlar, Frankfurt und Darmstadt, beschreibt auch seine Freundschaften. Der frühe Erfolg des Götz von Berlichingen (1773) und des Werther geben ihm eine neue Richtung.
Der Schlussteil behandelt das scheiternde Verlöbnis Goethes mit Lili Schönemann, die Schweiz-Reise mit den Brüdern Stolberg und die, beinahe schon nach Italien führende, Vorgeschichte seiner Berufung nach Weimar durch einen Boten des Herzogs.
Aufbau: Die vier Teile sind jeweils in fünf Bücher unterteilt, die Kindheit, Erwachsenwerden, Orientierung zur Dichtkunst und Weichenstellung für Weimar umfassen. Schon diese Symmetrie verdeutlicht Goethes Willen, sein Leben gestaltend zu interpretieren, zu erkunden, wo sich sein Charakter behauptet und eigengesetzlich entwickelt, wo Schicksal und Umstände hemmend oder fördernd eingegriffen haben. Dabei gerät auch in den Blick, was alternativ aus ihm hätte werden können. Gemäß der Maxime, dass ein »Factum unseres Lebens« nicht gilt, »insofern es wahr ist, sondern insofern es etwas zu bedeuten hat«, geht der alternde Goethe, wie der Untertitel verrät, frei mit den Ereignissen und ihrer Chronologie um.
Wirkung: Goethe war fasziniert von Bildungsprozessen. Er betrachtet die eigene Persönlichkeit, bei aller ironischen Distanz im Bewusstsein ihrer Bedeutung, exemplarisch, und bietet sie den Lesern als Medium für die Reflexion des eigenen Werdegangs an. Da er seine Werke nur spärlich kommentiert, gewann die Nachwelt hauptsächlich eine eigenständige, auch sozialhistorisch bedeutsame Synthese aus Dokumentation und subjektivem Selbstporträt. A.H. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Über den Autor

1749
Am 28. August wird Johann Wolfgang Goethe in Frankfurt am Main geboren als Sohn des Kaiserlichen Rats Johann Caspar Goethe und seiner Frau Catharina Elisabeth, geb. Textor.

1750
12. Dezember: Geburt der Schwester Cornelia.

1765-1768
Studium der Rechte in Leipzig; Liebesbeziehung zu Anna Katharina (Käthchen) Schönkopf, Sammlung der Gedichte für sie im Liederbuch ›Annette‹.

1768-1770
Aufenthalt im Elternhaus, Krankheit und Rekonvaleszenz. Kontakte zu pietistischen Zirkeln.

1770
Fortsetzung des Studiums in Straßburg; enger Austausch mit Herder (Shakespeare, Ossian); seit Oktober Liebe zu Friederike Brion.

1771
6. August: Promotion zum ›Licentiatus juris‹. 7. August: Abschied von Friederike. 9. August: Rückreise nach Frankfurt. Anfang September: Zulassung zur Advokatur in Frankfurt a.M. November bis Dezember: Geschichte Gottfriedens von Berlichingen dramatisiert.

1772
Praktikum am Reichskammergericht in Wetzlar. Liebe zu Charlotte Buff (verlobt mit Johann Christian Kestner).

1773
Götz von Berlichingen (2. Fassung der Geschichte Gottfriedens) erscheint anonym. Satyros, Jahrmarktsfest zu Plundersweilern, erste Arbeit an Faust.

1774
Februar-April: Die Leiden des jungen Werthers (erscheinen zur Herbstmesse). Juli-August: Rheinreise mit Lavater, Schmoll und Basedow.

1775
Aprilmesse: Verlobung mit Lili Schönemann. Mai-Juli: erste Schweizer Reise. September: Einladung an den Weimarer Hof durch Herzog Carl August. Herbstmesse: Aufhebung
der Verlobung mit Lili Schönemann. 7. November: Ankunft in Weimar. 11. November: Begegnung mit Charlotte von Stein.

1776
11. Juni: Ernennung zum ›Geheimen Legationsrat‹.

1777
16. Februar: erste Arbeit an Wilhelm Meisters theatralischer Sendung. 8. Juni: Tod der Schwester Cornelia. 29. November- 19. Dezember: Harzreise (Harzreise im Winter).

1779
6. April: Uraufführung von Iphigenie auf Tauris. 5. September: Ernennung zum ›Geheimen Rat‹. 

1780
Zweite Schweizer Reise (als Begleiter des Herzogs). September: Reise durch Thüringen (»Über allen Wipfeln ist Ruh«).

1781
Oktober-November: Goethe hört in Jena anatomische Vorlesungen und beginnt in der Weimarer Zeichen-Akademie mit Vorträgen über Anatomie.

1782
April: Adelsdiplom von Joseph II. 25. Mai: Tod von Johann Caspar Goethe.

1785
Juli: erste Kur in Karlsbad.

1786
März: Beginn der botanischen Studien. Ende Juli-August: zweite Kur in Karlsbad.

1786-1788
Erste Reise nach Italien.

1787-1790
Goethe’s Schriften. 8 Bde., Leipzig.

1788
Juni: Aufgabe aller Regierungsgeschäfte mit Ausnahme der Ilmenauer Kommissionen. 12. Juli: Christiane Vulpius begegnet Goethe (fortan Lebensgemeinschaft, Heirat 1806). September: erstes Treffen mit Schiller in Rudolstadt. Römische Elegien (1788-1790)

1789
Juni: Lösung des Verhältnisses mit Frau von Stein. 2. August: Abschluß von Tasso. 25.Dezember: Geburt des Sohns August.

1790
Faust. Ein Fragment.

1791
Wiederaufnahme von Wilhelm Meister.

1792-1800
Goethe’s neue Schriften, 7 Bde., Berlin.

1792
8. August-16. Dezember: Campagne in Frankreich.

1793
12. Mai-22. August: Belagerung von Mainz. Reineke Fuchs.

1794
Gespräch mit Schiller über die ›Urpflanze‹.

1796
Wilhelm Meisters Lehrjahre. Hermann und Dorothea (erscheint 1798).

1804
13. September: ›Wirklicher Geheimer Rat‹.

1805
9. Mai: Tod Schillers. Goethes Werke, 14 Bde., Tübingen
  
1806
21. April: Abschluß von Faust I.

1808
13. September: Tod der Mutter. Faust I erscheint.

1809
April-Oktober:Die Wahlverwandtschaften erscheinen zur Herbstmesse). Herbst: erstes ›Autobiographisches Schema‹.

1810
Die Farbenlehre erscheint zur Ostermesse.

1811
September: 1. Teil von Dichtung und Wahrheit abgeschlossen (erscheint 1812).

1812
April-September: Karlsbad und Teplitz (Begegnung mit Beethoven).

1813
20. Januar: Tod Wielands.

1814
25. Juni-25. Oktober: erste Reise an Rhein, Main und Neckar.

1815-1819
Goethe’s Werke, 20 Bde., Stuttgart und Tübingen.

1815
Heidelberg (September): Letzte Begegnung mit Marianne von Willemer.

1816
6. Juni: Tod Christianes. Teil I der Italienischen Reise.

1817
August: Abschluß von Teil II der Italienischen Reise.

1819
West-östlicher Divan.

1821
Juli-September: Marienbad und Eger, Begegnung mit Ulrike von Levetzow. Wilhelm Meisters Wanderjahre, 1. Fassung.

1822
Juni-August: Marienbad (Familie von Levetzow), Eger.

1823
Juni-September: Marienbad (nicht akzeptierter Heiratsantrag an Ulrike von Levetzow), Eger.    19. September: Reinschrift der Elegie abgeschlossen.

1824 
2. Oktober: Heinrich Heine besucht Goethe.

1827-1830
Goethe’s Werke. Vollständige Ausgabe letzter Hand. 40 Bde., Stuttgart und Tübingen.

1829
Wilhelm Meisters Wanderjahre, 2. Fassung.

1830
26. Oktober: Tod des Sohns August in Rom.

1831
Juli: Faust II nach Abschluß des V. Akts versiegelt.

1832
Goethe stirbt am 22. März in Weimar.

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24 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Wie Goethe wurde, was er ist 5. September 2006
Von Rolf Dobelli HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
"Aus meinem Leben" lautet der eigentliche Titel dieses als "Dichtung und Wahrheit" bekannten Werkes: Goethes Jugenderinnerungen, an denen er erst als älterer, reifer Mann zu arbeiten begann und die ihn bis zu seinem Tod beschäftigten. Das Buch umfasst das Leben des Dichters vom Tag seiner Geburt am 28. August 1749 "mit dem Glockenschlag zwölf" bis zu seiner Abreise aus Frankfurt nach Weimar, als er 26 Jahre alt war. Der Hauptschauplatz ist Frankfurt; Studienaufenthalte führten Goethe nach Leipzig und Straßburg, zudem unternahm er einige Reisen an Rhein und Lahn und in die Schweiz. Mit dieser Schrift wollte Goethe im Alter Rechenschaft ablegen, wie er zu dem wurde, was er war. Er wollte ergründen, wie sich aus seinen persönlichen Anlagen durch Erziehung, Erlebnisse, Erfahrungen und geistige Anregungen sein Charakter gebildet hatte. In diesem Sinne schuf Goethe den Bildungsroman seiner eigenen Person. In vielfach überarbeiteter Form schildert er darin die konkrete Welt, die ihn geprägt hat: nicht chronologisch, nicht thematisch, sondern nach Möglichkeit immer "das Ganze". Das Werk ist mit Sicherheit einer der Gipfel, vielleicht sogar der Höhepunkt schlechthin der deutschsprachigen autobiografischen Literatur.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Goethe verstehen 28. Juli 2011
Von wbr
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
Dieses dicke Taschenbuch ist ein "Muss" für jeden GoetheLeser. Hier finden Sie autobiographisch ausführliches über Goethes Werke:(DICHTUNG) in Verbindung bzw. Zusammenhang zu Goethes Leben (WAHRHEIT). Also ein ergänzender, authentischer Beitrag zu den üblichen Biographien. wbr
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Helga König #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Taschenbuch
eine wirkliche und eine ideelle, und in diesem Gefühl ist der Grund alles Edlen aufzusuchen."
( Zitat : Johann Wolfgang von Goethe, Dichtung und Wahrheit )

" Dichtung und Wahrheit" beinhaltet Lebensgeschichte in Daten, Ereignissen und Anekdoten. Goethes Erinnerung gilt jedoch weniger der Abfolge oder Chronologie von biographisch Bedeutsamem als den wichtigen Impulsen und Formkräften für die Herausbildung des Jetzt des Schreibenden. Seine auf Plastizität gerichtete Absicht hält nach den Bildgesetzen des geschichtlichen Lebens Ausschau, die individuelle Erfahrung des Lebenden historisch intelligibel zu machen.

Dichtung und Wahrheit lässt die Bildwelt Goethes in der sozialen Perspektive dessen entstehen, der sie sich zu eigen macht, gewissermaßen konsequent aus der Sicht von unten. Mit neuem Selbstbewusstsein ist hier speziell das bürgerliche soziale Milieu, die sinnlich unmittelbare Erfahrungswelt von Familie, Freundschaften, Lieben, Bildungserlebnissen, Stadt-, Natur- und Landschaftseindrücken zu Papier gebracht worden.

Das Hineinwachsen in die kommunikative Kultur bürgerlich-höfischen Arrangements ist sozusagen dessen sozialer Horizont. Goethe sah ihn als Bedingung dafür, die bürgerlichen Belange wirkungsvoll vertreten zu können, allerdings unter der Voraussetzung soviel Natur in sie einzubringen, genauer so viel bürgerliche Gesinnung wie irgend möglich war.

Das Naturprinzip der historischen Bildung im Sinne von Freiwerden durch Entsagen hat Goethe in der Philosophie Spinozas wiedererkannt. Das erneute Befassen mit diesem Philospohen führe übrigens zur Niederschrift von " Dichtung und Wahrheit".

" Jede Bildung ist ein Gefängnis, an dessen Eisengitter Vorübergehende Ärgernis nehmen, an dessen Mauern sie sich stoßen können; der Sichbildende, darin Eingesperrte, stößt sich selbst, aber das Resultat ist eine wirklich gewonnene Freiheit." ( Zitat: Goethe)
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