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Dichtung und Wahrheit: (Reihe Reclam)
 
 
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Dichtung und Wahrheit: (Reihe Reclam) [Taschenbuch]

Johann W von Goethe , Walter Hettche
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)

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Taschenbuch, September 1998 --  
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 1264 Seiten
  • Verlag: Reclam, Philipp, jun. GmbH, Verlag; Auflage: Ausführlich kommentierte Edition. (September 1998)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3150587182
  • ISBN-13: 978-3150587188
  • Größe und/oder Gewicht: 15,5 x 10,6 x 4,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Johann Wolfgang von Goethe
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Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Aus meinem Leben. Dichtung und Wahrheit
OA 1811–14/ 1833Form Autobiografie Epoche Klassik
Die erste moderne Autobiografie eines deutschen Dichters gibt Aufschluss über das Ineinander von Wollen und Sollen in Goethes Leben, wie er es sah.
Entstehung: Seit Ende 1809 arbeitete Goethe an dem Projekt. Da er selbst mehrere Künstlerbiografien geschrieben bzw. übersetzt hatte (Benvenuto Cellini, Johann Joachim Winckelmann, Philipp Hackert), war dem 60-Jährigen bewusst, wie schwer die Strukturen der eigenen Vita zu erkennen und für Leser interessant zu erzählen seien. Die ersten drei Teile erschienen kontinuierlich 1811, 1812 und 1814. Den vierten Teil skizzierte Goethe 1816, schrieb ihn aber erst im Jahr vor seinem Tod nieder. Indirekt schließen sich die Italienische Reise der Jahre 1786–88 (1829), die Feldzugsberichte über 1792–93 und die rein faktenorientierten Tag- und Jahreshefte an. Goethes über 50 Jahre währendes Leben in Weimar hat er dagegen erzählerisch nicht gestaltet.
Inhalt: Goethe schildert seine Kindheit in Frankfurt, die planvolle Erziehung des Vaters, die humorvolle Güte der Mutter, wie er früh, u. a. durch ein eigenes Puppentheater, mit der Bühne in Berührung kommt und der Literatur zuneigt und wie er durch französische Einquartierung die Folgen der Politik und die Nachbarkultur kennen lernt. Die Krönung Kaiser Josephs II. erlebt der 15-Jährige als Stadtfest und zugleich als Kulisse seiner ersten Liebe, die er »Gretchen« nennt.
Im zweiten Teil zieht Goethe 1765 nach Leipzig, von wo er ohne entscheidende Förderung und schwer krank nach Frankfurt heimkehrt. Dort kümmert sich eine pietistische Freundin der Mutter um ihn, bevor er, genesen, das Studium 1770 in Straßburg fortsetzt. Neben der Bekanntschaft mit Johann Gottfried Herder (1744–1803) schildert Goethe seine Beziehung zu Friederike Brion in dem Dorf Sesenheim.
Im dritten Teil wird er als Dichter selbstständig und schildert sein Leben in Wetzlar, Frankfurt und Darmstadt, beschreibt auch seine Freundschaften. Der frühe Erfolg des Götz von Berlichingen (1773) und des Werther geben ihm eine neue Richtung.
Der Schlussteil behandelt das scheiternde Verlöbnis Goethes mit Lili Schönemann, die Schweiz-Reise mit den Brüdern Stolberg und die, beinahe schon nach Italien führende, Vorgeschichte seiner Berufung nach Weimar durch einen Boten des Herzogs.
Aufbau: Die vier Teile sind jeweils in fünf Bücher unterteilt, die Kindheit, Erwachsenwerden, Orientierung zur Dichtkunst und Weichenstellung für Weimar umfassen. Schon diese Symmetrie verdeutlicht Goethes Willen, sein Leben gestaltend zu interpretieren, zu erkunden, wo sich sein Charakter behauptet und eigengesetzlich entwickelt, wo Schicksal und Umstände hemmend oder fördernd eingegriffen haben. Dabei gerät auch in den Blick, was alternativ aus ihm hätte werden können. Gemäß der Maxime, dass ein »Factum unseres Lebens« nicht gilt, »insofern es wahr ist, sondern insofern es etwas zu bedeuten hat«, geht der alternde Goethe, wie der Untertitel verrät, frei mit den Ereignissen und ihrer Chronologie um.
Wirkung: Goethe war fasziniert von Bildungsprozessen. Er betrachtet die eigene Persönlichkeit, bei aller ironischen Distanz im Bewusstsein ihrer Bedeutung, exemplarisch, und bietet sie den Lesern als Medium für die Reflexion des eigenen Werdegangs an. Da er seine Werke nur spärlich kommentiert, gewann die Nachwelt hauptsächlich eine eigenständige, auch sozialhistorisch bedeutsame Synthese aus Dokumentation und subjektivem Selbstporträt. A.H.

Pressestimmen

"Der Herausgeber Walter Hettche steuerte ein ausführliches Nachwort bei, außerdem bietet der Band einen umfangreichen Kommentarteil von fast 350 Seiten, mehrere Register und Literaturhinweise." -- Dresdner Neueste Nachrichten

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24 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Wie Goethe wurde, was er ist 5. September 2006
Von Rolf Dobelli HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
"Aus meinem Leben" lautet der eigentliche Titel dieses als "Dichtung und Wahrheit" bekannten Werkes: Goethes Jugenderinnerungen, an denen er erst als älterer, reifer Mann zu arbeiten begann und die ihn bis zu seinem Tod beschäftigten. Das Buch umfasst das Leben des Dichters vom Tag seiner Geburt am 28. August 1749 "mit dem Glockenschlag zwölf" bis zu seiner Abreise aus Frankfurt nach Weimar, als er 26 Jahre alt war. Der Hauptschauplatz ist Frankfurt; Studienaufenthalte führten Goethe nach Leipzig und Straßburg, zudem unternahm er einige Reisen an Rhein und Lahn und in die Schweiz. Mit dieser Schrift wollte Goethe im Alter Rechenschaft ablegen, wie er zu dem wurde, was er war. Er wollte ergründen, wie sich aus seinen persönlichen Anlagen durch Erziehung, Erlebnisse, Erfahrungen und geistige Anregungen sein Charakter gebildet hatte. In diesem Sinne schuf Goethe den Bildungsroman seiner eigenen Person. In vielfach überarbeiteter Form schildert er darin die konkrete Welt, die ihn geprägt hat: nicht chronologisch, nicht thematisch, sondern nach Möglichkeit immer "das Ganze". Das Werk ist mit Sicherheit einer der Gipfel, vielleicht sogar der Höhepunkt schlechthin der deutschsprachigen autobiografischen Literatur.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Goethe verstehen 28. Juli 2011
Von wbr
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
Dieses dicke Taschenbuch ist ein "Muss" für jeden GoetheLeser. Hier finden Sie autobiographisch ausführliches über Goethes Werke:(DICHTUNG) in Verbindung bzw. Zusammenhang zu Goethes Leben (WAHRHEIT). Also ein ergänzender, authentischer Beitrag zu den üblichen Biographien. wbr
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Helga König #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Taschenbuch
eine wirkliche und eine ideelle, und in diesem Gefühl ist der Grund alles Edlen aufzusuchen."
( Zitat : Johann Wolfgang von Goethe, Dichtung und Wahrheit )

" Dichtung und Wahrheit" beinhaltet Lebensgeschichte in Daten, Ereignissen und Anekdoten. Goethes Erinnerung gilt jedoch weniger der Abfolge oder Chronologie von biographisch Bedeutsamem als den wichtigen Impulsen und Formkräften für die Herausbildung des Jetzt des Schreibenden. Seine auf Plastizität gerichtete Absicht hält nach den Bildgesetzen des geschichtlichen Lebens Ausschau, die individuelle Erfahrung des Lebenden historisch intelligibel zu machen.

Dichtung und Wahrheit lässt die Bildwelt Goethes in der sozialen Perspektive dessen entstehen, der sie sich zu eigen macht, gewissermaßen konsequent aus der Sicht von unten. Mit neuem Selbstbewusstsein ist hier speziell das bürgerliche soziale Milieu, die sinnlich unmittelbare Erfahrungswelt von Familie, Freundschaften, Lieben, Bildungserlebnissen, Stadt-, Natur- und Landschaftseindrücken zu Papier gebracht worden.

Das Hineinwachsen in die kommunikative Kultur bürgerlich-höfischen Arrangements ist sozusagen dessen sozialer Horizont. Goethe sah ihn als Bedingung dafür, die bürgerlichen Belange wirkungsvoll vertreten zu können, allerdings unter der Voraussetzung soviel Natur in sie einzubringen, genauer so viel bürgerliche Gesinnung wie irgend möglich war.

Das Naturprinzip der historischen Bildung im Sinne von Freiwerden durch Entsagen hat Goethe in der Philosophie Spinozas wiedererkannt. Das erneute Befassen mit diesem Philospohen führe übrigens zur Niederschrift von " Dichtung und Wahrheit".

" Jede Bildung ist ein Gefängnis, an dessen Eisengitter Vorübergehende Ärgernis nehmen, an dessen Mauern sie sich stoßen können; der Sichbildende, darin Eingesperrte, stößt sich selbst, aber das Resultat ist eine wirklich gewonnene Freiheit." ( Zitat: Goethe)
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