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Dichter im Waffenrock: Erhart Kästner in Griechenland und auf Kreta 1941 bis 1945
 
 
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Dichter im Waffenrock: Erhart Kästner in Griechenland und auf Kreta 1941 bis 1945 [Broschiert]

Arn Strohmeyer
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 134 Seiten
  • Verlag: Balistier Verlag; Auflage: 1., Aufl. (1. April 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3937108076
  • ISBN-13: 978-3937108070
  • Größe und/oder Gewicht: 17,4 x 11,8 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 170.810 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Arn Strohmeyer
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Der Schriftsteller Erhart Kästner (1907-1974) ist bei Griechenland-Liebhabern noch heute äußerst populär. In Rezensionen seines Werkes wird er als "Philhellene" und "Humanist" beschrieben. Kästner trat 1939 der NSDAP bei und meldete sich freiwillig zur Wehrmacht. 1941 erhielt er auf eigenen Wunsch von der deutschen Militärführung in Athen den Auftrag, Griechenlandbücher für die Soldaten zu schreiben. So entstanden die Werke "Griechenland" und "Kreta". Abgesehen von "braunen" und rassistischen Pasagen verwundert an diesen Texten vor allem, wie hier ein deutscher Bildungsbürger im Waffenrock der Wehrmacht durch das von Hitlers Truppen verheerte Hellas zieht, von all dem Morden und den Zerstörungen scheinbar nichts mitbekommt und das Land mit seinen antiken Stätten in philhellenischer Begeisterung als Idylle des Friedens und der Schönheit schildert. Auch nach 1945 fand Kästner kein Wort des Bedauerns, kein Wort der Trauer über das unermessliche Leid, das die deutschen Besatzer den Griechen zugefügt haben. Erhart Kästner: ein Philhelle und Humanist? Arn Strohmeyer geht dem Phänomen nach, wie dieser Autor während des 2. Weltkriegs "sein" ideales Griechenland suchen und dabei die brutale Realität des Krieges so gut wie ausblenden konnte.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
Arn Strohmeyer setzt sich mit den Griechenlandbüchern Erhart Kästners auseinander, die dieser als Soldat im Auftrag der Wehrmacht während des zweiten Weltkriegs verfasst hat, darunter das nach dem Krieg viel gelesene Buch "Ölberge Weinberge". Ihm standen dabei die ursprünglichen Buchfassungen zur Verfügung, die nach dem Krieg von NS-ideologischen Anklängen gereinigt wurden.

Für mich war Strohmeyers Buch an sich zunächst eine Enttäuschung, da ich die Bücher Kästners seit den 60-er Jahren überaus geschätzt habe, da sie ein literarisch vielleicht überhöhtes, aber vor allem in den Naturbildern liebenswertes Griechenlandbild mit einfühlsam geschilderten menschlichen Begegnungen zeichneten.

Nun muss man erfahren, dass die ursprünglichen Fassungen der Bücher Kästners auch Stellen mit rassistischem Gedankengut enthielten (aus Überzeugung oder aus Opportunismus geschrieben oder vielleicht durch die Verbindung zu Gerhard Hauptmann beeinflusst) und dass er von den deutschen Verbrechen in Griechenland sicher mehr wußte als er jemals zum Ausdruck brachte. Ich glaube keineswegs, dass er diese Untaten innerlich gebilligt hat. Kästner war sicher wie viele seiner Zeitgenossen ein Opportunist. So wird man auch seinen Beitrittzur NSDAP zu erklären haben. Es wäre allerdings ohne Gefahr für Leib und Leben (wenngleich mit anderen Nachteilen) auch anders gegangen; man lese die unlängst erschienenen Kindheitserinnerungen von Joachim Fest über seinen Vater.

Notwendig ist das Buch Strohmeyers zum einen, weil es den Mythos Kästner, der sich für den Menschen des Geistes fern aller Politik hielt, zurechtrückt.Natürlich ist es zutiefst bedauerlich, dass Kästner die Gelegenheit nie genutzt hat, seine Scham und seine Abscheu über die zeitlich parallel zu seinen Reisen begangenen Untaten zu äußern. Er war wie so viele dazu bedauerlicherweise nicht in der Lage.Den Exkurs über die Geschichte der allgemeinen Verdrängung und Verschweigung der NS-Zeit nach dem 2. Weltkrieg hätte Strohmeyer noch vertiefen können.

Wichtig und notwendig ist Strohmeyers Buch auch deshalb, weil es nochmals das Leid vor Augen führt, das deutsche Truppen der SS und der Gebirgsjägereinheiten dem griechischen Volk zugefügt haben. Insofern ist Strohmeyers Buch jedem Griechenlandreisenden zu empfehlen.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Wichtiges Korrektiv 8. Februar 2008
Format:Broschiert
Generationen von Griechenland-Touristen haben die auf eine merkwürdig blasse Weise idealisierenden Griechenland-Bücher Kästners sehr unkritisch gelesen. Nach der Lektüre dieser Untersuchung über den Griechenland-Reisenden Erhart Kästner als Autor in Uniform während des Zweiten Weltkriegs lesen sich auch die "entnazifizierten" Neuauflagen nach dem Krieg ein wenig anders. Ein wichtiges, längst überfälliges Korrektiv zu einer Ikone der Griechenland-Liebhaber, der seine abfälligen, oft rassistischen Urteile über die Griechen nach
dem Krieg einfach "vergaß".
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0 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Der Mythos Erhart Kästner 27. Januar 2010
Format:Broschiert
Es ist schon schade, dass Erhart Kästner (gest. 03.02.1974) dieses Buch von Arn Strohmeyer nicht mehr lesen kann. Genauso schade ist es, dass der Dichter im Waffenrock sich nach dem Kriege nicht öffentlich über die Gräueltaten und all das Unfassbare, was in Griechenland in deutschem Namen von 1941 an geschehen ist, geäußert hat. Er ignoriert konsequent, obwohl er bis zu seinem Tode hinlänglich Zeit dazu hatte, die Wirklichkeit des Krieges in Griechenland.
Und wenn er sagt: "Mir war der Himmel während des Krieges gnädig gewesen, ich hatte Grund auf den Knien dankbar zu sein. Mir blieb erspart, unter Mordenden mitmorden zu müssen", dann schäme ich mich für ihn. Seine Dankbarkeit hätte er m.E. durch ehrliche, korrekte Berichterstattung über die wahren Geschehnisse während der deutschen Besatzung in Griechenland zeigen dürfen. Immerhin gibt er an dieser Stelle mindestens zu, dass es Mord gegeben hat. Er hat nach dem Kriege nie über die von Nazideutschland zu verantwortenden Massenexekutionen, Dorfzerstörungen, Hungersnöte und Judendeportationen berichtet.
Auch bin ich im Nachhinein, nach Kenntnis dieses Buches, sehr enttäuscht von Erhart Kästner, dass er sich so verächtlich über die Bewohnerinnen und Bewohner eines fremden Landes äußert, und dass er die Griechen während seiner Militärzeit dort als rassistisch minderwertig verachtet. Ein eindeutiges Zeichen dafür, dass er keinen wahren Kontakt zur griechischen Bevölkerung hatte.

Grundsätzliche Beschäftigung mit der Vergangenheit kann auch folgendermaßen aussehen: - entnommen aus der Rede von Bundeskanzler Helmut Kohl vor Studenten der Erasmus-Universität in Rotterdam am 22. Mai 1995:
"... Dieses Leiden und Sterben, den Schmerz und die Tränen dürfen nicht vergessen werden. Das schulden wir den Opfern. Nur so kann die Erfahrung der damals allgegenwärtigen Unmenschlichkeit einen Sinn ergeben und uns Mahnung sein. Die Erinnerung an die nationalsozialistische Gewaltherrschaft muss weitergegeben werden, um uns gegen die Wiederholung des Bösen stark zu machen. Was geschehen ist, kann niemals ungeschehen gemacht werden. Aber an die nachwachsende Generation - also an Sie, liebe Studentinnen und Studenten und an Ihre Kinder- können und müssen wir die alles entscheidende Lehre aus der Barbarei des Jahrhunderts weitergeben: Friede beginnt mit der Achtung der unbedingten Würde des einzelnen Menschen. Wir dürfen jedoch nicht Gefangene der Vergangenheit bleiben - sonst hätte die Vergangenheit ja gesiegt! ..."

Dies ist von Helmut Kohl eine klare und mitzutragende Ansage. Und wie dumm liest sich dagegen die Aussage von Erhart Kästner: "Über das Dunkle ist zu schweigen"!
Ich hoffe, dass das vorliegende Buch von Arn Strohmeyer eine breite Leserschaft findet.

Klartext: Empfehlenswert!
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