"Dicht am Wasser" beginnt uninteressant und verwirrend. Sehr kurze, nur eine Seite lange Kapitel führen, in schneller Folge, diverse Orte, Personen und Handlungen ein, auf die sich der Leser nicht in dieser Geschwindigkeit einstellen kann. Dazu wartet man im ersten Drittel des Buches, mit Ungeduld aber vergebens, auf den Beginn der, auf dem Rückumschlag als "krimihaft", ausgewiesenen Handlung.
Man möchte das Buch schon beiseite legen, doch dann entwickelt sich der Plot von Kapitel zu Kapitel, mehr und mehr, in eine überraschende Richtung, die bedrückende Realität unserer menschlichen Gemeinschaft. Dabei sind die Milieu Studien Huonders so aktuell und glaubwürdig, dass sie vor jeden Lesers eigener Tür stattfinden könnten. Damit verdient das Buch sich seine 3 Sterne. Leider hinterlässt der Schluß, durch seine romantisierte Auflösung, wieder einen faden Beigeschmack.
Am Ende ist "Dicht am Wasser", in weiten Teilen, eine gut beobachtete Gesellschaftsstudie. Wer jedoch einen Krimi erwartet, Finger weg.