Die vorliegende CD ist in jeder Richtung bemerkenswert. Zunächst ist die Auswahl der Stücke sehr gelungen, weil sie sich abseits des Mainstream bewegt: Abgesehen von den Arien der Köngin der Nacht - jener Partie, mit der Damrau seit 10 Jahren erfolgreich auf der Bühne steht - liegen hier Weltersteinspielungen bzw. Raritäten von Salieri, Mozart und Righini vor. Auch die Herausgabe einer CD allein gefüllt mit Bravourarien ist sehr begrüßenswert: Endlich mal eine Sängerin, die zeigt, was sie kann! Die Konzeption der CD erinnert dadurch auch ein wenig an die Alben der Koloraturdiven des "Goldenen Zeitalters" wie z.B. Miliza Korjus. Ich wünschte, Mezzo-Primadonna Vivica Genaux würde eine ähnliche Scheibe aufnehmen...
Einige der Arien sind dann auch tatsächlich unglaublich virtuos und extrem schwierig zu singen. Damrau meistert diese Schwierigkeiten jedoch mit Leichtigkeit. Ja, sie klingt sogar eher noch ein bisschen zurückhaltend, als ob sie nach oben noch "Luft" hätte. Sie ist eben noch keine "ausgewachsene Primadonna" ;-). Doch nicht nur Damraus technische Fähigkeiten sind beeindruckend, sondern sie verfügt darüber hinaus auch noch über eine sehr klare, reine Schönklangstimme, die vom Timbre ein wenig an Kathleen Battle erinnert.
Etwas übertrieben rasant fällt allerdings das Dirigat aus: Die Sängerin wird doch stellenweise sehr getrieben.
Fazit: Ein Muss für Stimmfetischisten und Freunde des virtuosen Ziergesanges. Ein vielversprechende CD, die auf mehr von "La Damrau" hoffen lässt.