Bevor ich mir die Cd anhoerte, sah ich mir zunächst das Booklet mit den Texten an. Daraufhin erwartete ich ein Album, dass sich nicht sehr positiv anhoeren duerfte, handeln doch einige Texte von schmerzender Liebe.
Gleich beim ersten Lied war ich dann aber aeusserst ueberrascht: Die Reggae Nummer haette ich nicht erwartet und ist Harpers bestes bisheriges Spiel im Reggae-Genre. Kein Wunder, wirkt hier doch ein weiteres Mal Bob Marley's Lead-Gitarrist Al Anderson mit. Auch der Text dieser Nummer zeugt von Harper's tiefen Kenntnissen und Verwandtschaft mit seinen jamaikanischen Kollegen. Man koennte meinen Buju Banton haette zur Feder gegriffen. Auch einige weiter Lieder auf der CD gefielen mir aeusserst gut. Die schlichten Gitarrenakkorde von "Amen Omen" gehen tief ins Innere. Und "Blessed to be a witness" gehoert fuer mich zu einer der besten Lieder, die Harper schrieb. Hier hat er auch groesstenteils die gesamte Instrumentierung uebernommen wie die wundervolle Percussion.
Ich kann diese CD nur weiterempfehlen und halte sie auch fuer wesentlich besser zugeanglich als die Vorganger. Allerdings mutet das ganze nach mehrmaligen Hoeren an, als wollte Ben Harper gezielt moeglichst viele verschiedene Musikspektren einbeziehen, was etwas eigenartig erscheint. Zwar beherrscht der Virtuose alle diese Genres, doch wuerde ich mir ein Album von ihm wuenschen, dass einem mit einem Mood einfaengt, wo man nicht durch ein paar aeusserst laute Stuecke aus der Ruhe entrissen wird. Seine persoenlichen ,"die Innenseite nach aussen wendende" Stuecke sprechen mich noch immer am meisten an.