Lieber Herr Boa,
ich find` das nicht gut von Ihnen.
Gerade hatte ich es mir abgewöhnt, Ihre Produkte zu kaufen, weil Sie neben einigen schönen Häppchen in den letzten Jahren (since the mid 90`ies) auch ziemlich viel tonale Schonkost auf dem Markt der Ohrennahrung feil geboten haben. Immer wieder war ich auf das Marktgeschrei hereingefallen und hatte mich darauf verlassen, die gute alte Quali zu bekommen. Meist haben mir Ihre Waren dann auch kurzzeitigen Genuss (und sogar einzelne Ohrgasmousse) beschert. Das Sättigungsgefühl setzte aber oftmals viel zu schnell ein, offensichtlich weil die nötigen wertvollen Inhaltsstoffe fehlten. Viele Ihrer Produkte habe ich in meiner Hörstoffsammlung eingelagert. Leider haben einige seltsamerweise schon leichten Schimmel angesetzt.
Und nun das.
Was haben Sie sich eigentlich dabei gedacht, Ihr Sortiment komplett zu ändern und als Entremetier einen alten Gourmethasen wie den Jaki (ach du liebe Zeit) einzustellen?
Waren etwa die Kochprofis oder der Herr Rach bei Ihnen zu Hause?
Sehr mild und elegant, was Sie uns da kredenzen. Nicht mehr so die alte englische Hausmannskost nach teutonischer Machart der letzten Zeit. Fast schon Boavelle Cuisine. Zwar durchaus anfänglich etwas gewöhnungsbedürftig, aber nach häufigerem Genuss muss man einzelnen Gängen Ihres aktuellen Avantgarde-Menüs schon fast einen kleinen Suchtfaktor bescheinigen. Selbst Dinge, die zunächst überhaupt nicht schmecken und bei deren Schöpfung Sie offenbar selbst ein paar exotische Zutaten genossen haben, sind im Rahmen des Ganzen letztendlich verzeihlich.
Wenn`s die Schokolade mit Chilli-Geschmack nicht schon geben würde, könnte man meinen, Sie hätten sie mit Ihrer neuesten Creation erfunden.
Lord have mercy. Auf Sie ist wirklich kein Verlass.
Und das ist gut so.