Nach dem sowohl innerlich als auch musikalisch etwas zerrissenen Vorgänger-Album "Road To Rouen" scheinen sich unsere vier britischen Freunde wieder erfrischt zu haben. Die psychedelisch-introvertierten Experimente treten zurück zu Gunsten klarer Songstrukturen, kräftig bratzender E-Gitarren-Riffs und Melodien, die extrem gut gelaunt daherkommen!
Der sechste Silberling von SUPERGRASS erinnert uns wieder an das, was wir in den 70ern musikalisch so geliebt haben, handgemachten Rock und Pop, der nichts Neues erfindet, aber eine wundervolle Essenz des 70er Poprock kreiert. Ob es nun krachender Schwanz-Rock wie bei "Diamond Hoo Ha Man", "Bad Blood", "345" oder "Whiskey & Green Tea" mit ihren kraftvollen Riffs ist; oder der Moog, der hier und da gut gelaunt mitgroovt; das beatleske Intro von "Whiskey & Green Tea" (mit späterem schweinedreckigen Saxophon-Solo), der wunderbar melodieverliebte Partyrock von "Rebel In You" (mit seinen niedlichen "uhuuhuuhu's"), das das Piano vom SUPERGRASS-Klassiker "Alright" zitiert; oder einfach nur schöne Melodien wie bei "When I Needed You", "Ghost Of A Friend" oder beim herausragenden "Rough Knuckles" - immer macht es Spaß, die Jungs zu hören! Sie sind kreativ, sie sind lustig, sie haben eine unbändige Spielfreude und immer wieder neue Ideen bei Rhythmik und Instrumentierung.
Letztendlich müssen alle anderen Bands, die zurzeit gerne und durchaus erfolgreich auf der Retroschiene fahren, sich vor diesen Meistern beugen - das wird wieder deutlich nach diesem Album, das keinen Hänger aufweist und keine Halbherzigkeiten wie auf dem letzten Longplayer!
In der Band-Discograpie ist "Diamond Hoo Ha" musikalisch zwischen den beiden meisterlichen Alben "Life On Other Planets" und "In It For The Money" anzusiedeln. Okay - SUPERGRASS erfinden sich hier nicht neu, sie klauen auch mal bei sich selbst, aber die Qualität ist immer wieder erstklassig, und die Lieder haben Suchtcharakter! Sie machen das, was wir an ihnen so lieben, ohne abzuflachen (im Gegensatz zu beispielsweise OASIS, die seit Mitte der 90er versuchen, ein zweites "What's The Story?" einzuspielen). Es liegt wohl daran, dass die vier gut gelaunten Kerls ihre Musik einfach nur aus Spaß an der Freude machen - so klingt es jedenfalls! Die wollen halt einfach nur spielen ...! - Und ich spiele gerne mit!