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34 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Grundlagen der offenen Kommunikation, 10. November 2002
Rezension bezieht sich auf: Der Dialog. Das offene Gespräch am Ende der Diskussionen (Gebundene Ausgabe)
David Bohm, Verfasser der "Impliziten Ordnung", war Physiker und Philosoph. Er beschäftigte sich über viele Jahre mit dem Thema Kommunikation. Das von Lee Nichol herausgegebene Buch enthält Schriften aus dem Lebenswerk Bohms zum Thema "Dialogisches Weltbild". Bohm thematisiert den Dialog als eine Kommunikationsform, bei der es keine Sieger und Besiegte gibt, sondern vorurteilsfrei und emotionslos Gedanken ausgetauscht werden und dadurch neue Ideen entstehen. Diese Form des Dialogs wird in vielen Rhetorikschulungen vermittelt. Bohm hat durch eine tiefgehende Ursachenforschung hierfür eine theoretische Grundlage geschaffen. Er beleuchtet die Fragmentierung (Schaffung von Denkkategorien) als selbsterschaffene Ursache für gesellschaftliche Probleme, beschreibt die Rolle des kollektiven Denkens und bietet einen Erklärungsansatz für kulturelle Mythen. Probleme zu erkennen und zu lösen sind zweierlei. Bohm war nicht nur Theoretiker, sondern hat seine Thesen auch in Seminaren getestet. Für die Grenzen der Anwendung liefert er selbst Beispiele. So ist nicht nur die Religion ein Thema, bei dem Grenzen der Dialogfähigkeit erkennbar werden, sondern gleiches gilt auch für die Wissenschaft (deutlich gemacht am Verhältnis zwischen Bohr und Einstein). Wenngleich die theoretischen Grundlagen gut herausgearbeitet wurden, mangelt es an Rezepten, wie denn das offene Gespräch erreicht werden kann. Wir sind "Gefangene unserer Denkstrukturen", macht David Bohm im Kapitel "Problem und Paradox" deutlich und neigen dazu, uns immer tiefer in unsere Probleme zu verstricken. Da, wo es am ehesten erforderlich wäre (Religion, Politik, Wissenschaft), ist der "Dialog" kaum umsetzbar. Wer an das offene Gespräch glaubt, benötigt eine gehörige Portion Idealismus.
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17 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
..., 8. Mai 2006
Rezension bezieht sich auf: Der Dialog. Das offene Gespräch am Ende der Diskussionen (Gebundene Ausgabe)
Den Experten David Bohm kennen viele, die Inhalte seiner programmatischen Veröffentlichungen wenige und das Anwenden des Bohm'schen Dialogstiles gelingt in letzter Konsequenz den allerwenigsten (weil sie David Bohms Philosophie und die damit zu findende Beziehungstiefe zwar kennen, diese jedoch selten praktizieren). D. Bohms Dialog, Philosophie und Psychologie gelingt, wenn vielschichtige Prozesse zugelassen und strukturiert werden. Wenn dieses Erfordernis gelingt, kommen Gespräch und Gedankenaustausch weit über das hinaus, was Alltag ist, nämlich das Erkunden menschlicher Erkenntnisse und Erfahrungen, das Akzeptieren tiefsitzender Wertvorstellungen, das Erfahren von Wesen und Intensität der Emotionen und das Veredeln von Denkprozessmustern. Leider hat sich an D. Bohms Erfahrung bis heute nur wenig geändert: „... das Streben der Wissenschaftler ist oft von persönlichem Ehrgeiz, starrer Verteidigung von Theorien und dem Gewicht der Tradition beeinflusst. Einstellung und Verhalten dieser Art geht auf Kosten kreativer Partizipationen, welche die gemeinsamen Ziele der Wissenschaft fördern würden." Leider bleibt D. Bohms Erfahrung bis heute eine der unausrottbaren Tatsachen, „... dass das generelle Los der Menschheit in einem vergleichbaren Netz einander widersprechende Absichten und Handlungen feststecke...". Seit 10 Jahren biete ich in meinen Universitätsveranstaltungen und Trainingsseminaren den Bohm'schen Dialogstil zur Verwirklichung an. Vom Anfang bis heute bot und bietet der Dialog uns stets ein Prüffeld für die Grenzen von Annahmen und Wissen und zugleich eine Neuordnung von kommunikativem Umgang und in der Beziehung zum Denkenden selbst, zu seinem Kommunikanten und zur Welt, auf der wir noch lernen müssen, zusammen zu denken, zusammen zu sprechen, uns zu ertragen und zu beachten. Auszug aus dem Inhaltsverzeichnis: - Überkommunikation vom Dialog - Das Wesen des kollektiven Denkens - Der Beobachter und das Beobachtete - In der Schwebe halten ... - Partizipierendes Denken und das Unbegrenzte Für die erew BIBLIO-KOM Dr. Karl-J. Kluge
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28 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
..., 18. Oktober 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der Dialog. Das offene Gespräch am Ende der Diskussionen (Gebundene Ausgabe)
Lie Nichol gibt die bislang umfassendste Dokumentation des Prozesses aus, den D. Bohm schlicht „Dialog“ nannte. Diese erweiterte und revidierte Ausgabe ist in meinen Augen sowohl ein praktisches Arbeitshandbuch, als auch ein Angebot von theoretischer Grundlage, die die tieferen Implikationen von D. Bohms dialogischem Weltbild ausloten. Der Herausgeber verfolgt mit dieser Herausgabe des Buches die Ziele, die grundlegende Bedeutung und die Einzigartigkeit von D. Bohms Arbeit auf diesem Gebiet intensiv zu fokussieren. Bohms Dialog wirkt als ein vielschichtiger Prozess, der über die typische Vorstellung von Sprechen und Diskutieren weit hinaus geht. Mir wird in diesem Prozess-Angebot eine ungewöhnliche Bandbreite menschlicher Erfahrung erkundet, wenn sich Menschen an die Regeln des Dialogisierens halten: Erkunden tief sitzender Wertvorstellungen, das Erfassen von Wesen und Intensität der Emotionen, Muster von Denkprozessen aufzuzeigen, die Funktion des Gedächtnisses zu beachten und die Bedeutung tradierter kultureller Mythen und die Art und Weise, in der die aktuelle Neurophysiologie die Augenblickserfahrung strukturiert. „Am wichtigsten aber ist vielleicht die Auslotung der Art und Weise, in der das Denken – von Bohm als inhärent begrenztes Medium gesehen, nicht als objektives Abbild der Wirklichkeit – auf der kollektiven Ebene hervorgebracht und erhalten wird.“ Das hier Propagierte rüttelt sehr wahrscheinlich an bereits tief sitzenden Annahmen in Bezug auf Kultur, Bedeutung und Identität. In diesem Sinne ist der Dialog also eine Einladung, die Lebensfähigkeit traditioneller Definitionen dessen zu überprüfen, was es bedeutet, ein Mensch zu sein und kollektiv das Potential für eine weitere menschliche Entwicklung zu erforschen. Eines scheint mir besonders beachtenswert zu sein. Das im Dialogisieren ein erhebliches Maß an Aufmerksamkeit erforderlich zu praktizieren ist, um versteckte Implikationen der eigenen Annahmen und Reaktionen von Dialogteilnehmern im Auge zu behalten und gleichzeitig ähnliche Muster in der Gesamtgruppe zu spüren. D. Bohm betonte selbst einmal, dass eine solche Aufmerksamkeit oder Achtsamkeit weder angesammeltes Wissen, noch eine bestimmte Technik voraussetzt und auch nicht das Ziel verfolgt, zu „berichtigen“, was möglicherweise während des Dialogisierens entsteht. Vielmehr handelt es sich bei dieser Aufmerksamkeit vom Wesen her um eine entspannte, nicht urteilende Neugier, deren Hauptaktivität es sei, alles so unbefangen und klar wie möglich wahrzunehmen. Das Pflegen einer so gearteten Aufmerksamkeit ist in den Augen von D. Bohm das zentrale Element der Herangehensweise an Dialogprozesse. D. Bohms Dialog ist für mich eine weitergehende Form des Sokratischen Gespräches, in dem weniger Argumente verteidigt oder zementiert werden, mehr Horizonte eines Einzelnen oder einer Gruppe eröffnet werden. Bohms Dialog verspricht und ermöglicht die Chance, Anderes und Neues in meinem Nachbar und in meinem Gegenüber zu entdecken, Erfahrenes und Bewährtes zu achten. Ich biete D. Bohms Dialog in allen meinen Seminaren und Führungskräftetrainings als Bestandteil der Ausbildung und Fortbildung, sowie als tragendes Element in persönlichkeitszentrierten Erfahrungsgruppen an.
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