Ich erinnere mich, nie anders gedacht zu haben als über gemeinsames Denken zu dialogisieren bzw. den Dialog als Kunst gemeinsam zu denken gelebt zu haben. Im Elternhaus, in meiner Jugend, weniger im Studium und dann in meinem Beruf, zu lehren und zu forschen, war es geradezu meine Domäne, gemeinsam mit allen Interessierten zu denken. Im Miteinanderdenken wird implizit davon ausgegangen, „dass die jeweils eigene Position nicht mehr endgültig sein kann. Man kann sich von den eigenen Gewissheiten lösen und auf die Möglichkeiten hören, die sich einfach daraus ergeben, dass man sich aufeinander bezieht - und die u.a. Umständen so vielleicht nie entstanden wären." Der Dialog bietet viele neue Möglichkeiten und setzt nicht voraus, dass man erst Dinge in Ordnung bringen muss, bevor Menschen sich verändern. Der Dialog verlangt zwar, auf eine bereits existierende Ganzheit zu hören und eine neue Form des Umgangs zu entwickeln, so dass alle vorgetragenen Meinungen wirklich gehört werden. Er fordert eine Qualität des Zuhörens und der Aufmerksamkeit, die jede einzelne Auffassung umfasst und dennoch weit darüber hinausgeht. Für mich ist der Dialog eine alte Kommunikationstradition, die im Familienkreis als Rundgespräche initiiert und geführt wurde, und die ich anschließend in anderen Institutionen professioneller kennen- und anwenden lernte. In Fakultätssitzungen beobachtete ich dann, dass die wahrhaft problematischen, systemischen Fragen unserer Zeit gegen Gespräche ohne Parteinahme auffallend resistent erschienen. Mir zeigt der Autor auf, dass der Versuch, Dialoge auf einige wenige Gesprächstechniken zu reduzieren und ihm damit einiges von seiner Komplexität zu nehmen, zu großen Enttäuschungen führt. „Aufgezwungene, allzu vereinfachte Regeln fragmentieren Gespräche zusätzlich und reizen eben dazu, zu ergründen, was ein gutes Gespräch verhindert. Was gebraucht wird ist eine Form, die das bereits vorhandene Wissen über den Dialog evoziert und gleichzeitig die Wege erkennt, auf denen wir uns systematisch unterminieren, so dass wir dem Potenzial unserer Gespräche nicht gerecht werden können. Die Chance, dieses Buch und seinen Autor zu verstehen, wird sich nur dann erhöhen, wenn es auf jemanden trifft, der effektiv Veränderungen herbeiführen will. Mit Hilfe des Dialogs an Kunst gemeinsam zu denken, werden Kommunikationsmuster aufgedeckt, die zu emotionalen Blockaden führen, die wiederum hervorragend gedachte und notwendige Ziele blockieren. Mit Hilfe dieses Isaacs-Dialogs überwindet man Kommunikations- und Denkblockaden und baut basale Kommunikations- oder Dialogfähigkeiten aus. Wer die Philosophie und ihre Ansätze des Dialogisierens oft und lange genug anwendet, wird eine neue, nicht absolutistische Kommunikationsphilosophie anwenden, die als beste Prophylaxe kommunikativer Probleme angesehen werden darf. Dieses Buch basiert auf einer Kommunikationsschule, die W. Isaacs weiterführt und die zu den Bedeutendsten dieses Jahrhunderts gerechnet werden darf.<