Klappentext
Dietrich Korsch nimmt eine logischkritische Analyse und eine historischgesellschaftliche Ortsbestimmung der dialektischen Theologie Karl Barths vor. Dabei zeigt sich, daß schon die Grundlage dieser Theologie sehr viel stärker auf die gesamte Situation der Moderne zugeschnitten war, als ausschließlich zeithistorische Ableitungen es nahelegen.Darum ist der Begriff dialektische Theologie' weiter zu fassen, als Barth selbst das tut. Bemerkenswert ist dabei nämlich die fortwährende Beschäftigung mit der Epochendeutung und dem Religionsverständnis der klassischen deutschen Philosophie und Theologie des 19. Jahrhunderts und auch die eigentümliche Leistung der dialektischtheologischen Wahrnehmung der eigenen Probleme.So läßt sich dialektische Theologie als Strukturlehre evangelischen Christentums in der Moderne verstehen, die die elementaren Gegensätze reformatorischer Einsicht unter gegenwärtigen theoretischen Verständnisbedingungen wahrnimmt: daß sich Gott und Mensch als Richter und Sünder und als Versöhner und Gerechter begegnen. Tatsächlich vereint sind diese Gegensätze allein in Christus und im Glauben. Theoretisch entfaltet werden sie, indem zwischen Glaube und Dogmatik sowie zwischen Dogmatik und Religionsphilosophie genau unterschieden wird.