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Dialektik der Aufklärung: Philosophische Fragmente [Sondereinband]

Max Horkheimer , Theodor W. Adorno
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (13 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

1. Mai 1988
"Philosophie ist dazu da, daß man sich nicht dumm machen läßt." Acht Bücher die zu denken geben, Limitierte Sonderauflagen in einheitlicher Ausstattung. Überregionale Publikumswerbung durch großformatige Anzeigen in allen Zielgruppenmedien
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Dialektik der Aufklärung: Philosophische Fragmente + Kritische Theorie: Eine Einführung + Erziehung zur Mündigkeit: Vorträge und Gespräche mit Hellmut Becker 1959 bis 1969
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Produktbeschreibungen

Rezension

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Dialektik der Aufklärung
OA 1947 DE 1969Form Sachbuch Bereich Philosophie
Die von Max Horkheimer und Theodor W. R Adorno gemeinsam in den USA geschriebene Dialektik der Aufklärung ist der vermutlich wichtigste Text der kritischen Theorie und ein Klassiker der Philosophie des 20. Jahrhunderts.
Entstehung: Die Publikationsgeschichte hat dem Text früh eine geheimnisvolle Aura verliehen. 1944 aus Anlass des 50. Geburtstags von Friedrich Pollock (1894–1970) in hektografierter Form publiziert, kursierte lange Zeit nur eine erweiterte Fassung als Raubdruck (Amsterdam 1947). Erst 1969 entschlossen sich die Autoren, den Text weitgehend unverändert wieder zu veröffentlichen.
Inhalt: Es gibt wohl kaum eine fulminantere Entlarvung der bestehenden gesellschaftlichen Verhältnisse und eine in ihrem wortgewaltigen Pathos düsterere Abrechnung mit dem westlichen Fortschrittsglauben als die Dialektik der Aufklärung. Der einzelne Mensch wird gegenüber den ökonomischen Mächten annulliert, vom Apparat verschlungen, zum Teilchen einer unmündigen Masse degradiert. Der verdinglichte Geist stirbt in der Flut von Information und Amüsement ab, wird zur bloßen Ware. Die Kulturindustrie trägt in subtiler Weise dazu bei, sich der eigenen Verdummung und Versklavung nicht einmal mehr bewusst zu werden. So erweist sich »Aufklärung als Massenbetrug«. Diese alles beherrschende Form eines bloß instrumentellen Verstandes unterdrückt jenes Subjekt, das sich gerade mittels Verstandes von Mythos und Irrationalität befreien und so zum Herrn über sich selbst machen wollte. Am Bild des an den Mast gefesselten Odysseus verdeutlichen Horkheimer und Adorno den ursprünglichen Zusammenhang der Herrschaft des Verstands und Unterdrückung menschlicher Natur.
Die Dialektik der Aufklärung ist nicht nur eine kritische Theorie der modernen Massenkultur, sondern auch radikale Sprach- und Wissenschaftskritik sowie negative Geschichtsphilosophie. Aufklärendes Denken, das untrennbar mit gesellschaftlicher Freiheit verbunden ist, hat in einem dialektischen Prozess die völlige Unfreiheit einer verwalteten Welt hervorgebracht. Dialektik bedeutet hier das (notwendige) Umschlagen einer sich entwickelnden Sache, der Aufklärung, in ihr Gegenteil, in die Unvernunft einer irrationalen Welt. Die dramatische Konsequenz dieser Annahme liegt in der Ausweglosigkeit des erreichten Zustands.
Wirkung: Für die deutsche Soziologie war die Dialektik der Aufklärung von prägender Bedeutung, für die Studentenbewegung bildete sie das elektrisierende Manifest der eigenen Revolte. Philosophisch nüchterner ist sie in die breite Kritik an der wissenschaftlichen Rationalität und ihrer Verengung der Vernunft auf instrumentelles Denken einzuordnen. Wenn die beinahe düstere Prophetie und das pessimistische Pathos der Dialektik spätestens im Laufe der 1980er Jahre gleichsam aus der Mode gekommen sind, so wäre dies für die beiden kritischen Denker wohl nur eine Bestätigung ihrer Theorie gewesen. C. S.

Werbetext

"Schon der Mythos ist Aufklärung, und: Aufklärung schlägt in Mythologie zurück." Max Horkheimer/Theodor W. Adorno

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5.0 von 5 Sternen Spannende und aufschlussreiche Lektüre! 23. Mai 2005
Von Da..Ko
Format:Sondereinband|Von Amazon bestätigter Kauf
Horkheimer und Adorno haben hier wahrlich mehr geliefert als nur einige "philosophische Fragmente"!
Sie öffnen dem Leser völlig neue Perspektiven, sie vermitteln ihm Schattenseiten dessen, was wir immer wieder Lob preisen.
Adorno und Horkheimer zeigen in diesem Werk brillant auf, welche Folgen die Aufklärung heraufbeschwor. Diese werden ausführlich behandelt, u. a. sei eine der Folgen die totalitären Regimes im 20. Jahrhundert.
Doch die Aufklärung hatte auch negative Folgen für das Individuum , die von den Autoren aufgezeigt werden. So könne der Mensch durch die Aufklärung nicht nur aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit heraustreten, sondern auch durch andere aufgeklärte Menschen in die Unmündigkeit hineingezogen werden. Eine sicherlich sehr wichtige Erkenntnis, wenn man bedenkt mit welchen Mitteln heutzutage große Firmen Werbekampagnen erstellen, die nur darauf ausgerichtet sind Urinstinkte des Menschen zu wecken, auf die er reagiert. Möglich wurde dies nur durch ausgiebige Forschung, die den Menschen und seine Umwelt bis ins letzte Detail rationell zu erklären versucht und darum weiter und weiter forscht, bis auch das letzte Mysterium entmythisiert ist.
Doch die Industrie und die Wissenschaft sind nur einige derjenigen die Horkheimer und Adorno kritisieren.

Zur Sprache und Rhethorik lässt sich sagen, das Beides brillant ist. Leider auch sehr schwer zu verstehen. Die meisten Absätze müssen (wenn man nicht in schwierigen Texten geübt ist) zwei- bis drei mal gelesen werden, bis man ihren wahren Gehalt erkennt, doch das tut dem Lesevergnügen keinen Abbruch.

Abschließend kann man also sagen, dass dieses Werk mehr als empfehlenswert ist, da es neue Perspektiven und Sichtweisen eröffnet!

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44 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen DAS Buch der Moderne 30. November 1999
Von Ein Kunde
Format:Sondereinband
Die „DDA" ist eines der Hauptwerke seiner Autoren Horkheimer und Adorno. Es trägt den Untertitel „Philosophische Fragmente", und in Splittern stellt sich auch der Inhalt des Buches dar: Es beginnt mit dem „Begriff der Aufklärung", der durch zwei Exkurse ergänzt wird, die den Inhalt des „Begriffes" weiter ausführen. Dann folgt das bekannte Kapitel über die „Kulturindustrie", die „Thesen über den Antisemitismus" (dem umfangreichsten Teil des Buches) und abschließend mehrere Aphorismen. Das Werk schrieben die beiden Autoren im amerikanischen Exil. Sie waren dem massenmordenen deutschen Staat entronnen, schrieben unter diesem Eindruck. Sie stellen die Frage, wieso die vollends aufgeklärte Welt in Barbarei versinkt, obwohl die Mittel zur Abschaffung des Elends bereits erlangt sind. Sie zeichnen die Geschichte der Entwicklung des Denkens, der Subjektwerdung der Menschen und die Geschichte ihrer wissenschaftlichen Begriffe nach. Sie zeigen, wo und wann Aufklärung in ihr Gegenteil umschlägt - sie wenden aufklärerische Kritik auf die Aufklärung selbst an, sie beschreiben die (bisherige) Geschichte als eine Geschichte von Herrschaft. Das Buch ist so hervorragend wie anspruchsvoll. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen " Das Teuflische des falschen Lachens ... " 14. August 2011
Von MaNic'
Format:Sondereinband|Von Amazon bestätigter Kauf
Die hauptsächliche Intention dieses Buches, der Zusammenhang zwischen Aufklärung und Mythos bzw. Vernunft und Herrschaft, wurde hier schon angeschnitten, weshalb ich mich zu einem damit einhergehenden Nebenzweig äußern möchte: dem moralischen Nihilismus!

Mit ihrem neomarxistischen Kulturzynismus greifen die beiden Denker der Frankfurter Schule die westliche Kulturindustrie und den Faschismus an, der durch diese unterstützt wird. Sowohl in unserem Selbstverständnis, als auch dem Bilde gegenüber Natur(beherrschung) und Medien werfen sie eine Refelxion vor, die so manchen Naivling aus den Socken haut, wenn er es denn versteht - denn mit Absicht wird in diesem Werk das volle Potential an zur Verfügung stehenden Fachbegriffen und Fremdwörtern genutzt, die sich allerdings mit der Zeit wiederholen und somit kein Risiko des Unverständnis darstellen, sondern vielmehr eine Wortschatzbereicherung.

Mit dieser kritischen Einstellung gegenüber den gegenwärtigen Werten und der Zeit, aus der sie hervorgehen, nämlich der Ratio idealisierenden Aufklärung, ist es kein Wunder, dass auch der abendländische Versuch, die Moral einer säkularisierten Gesellschaft zu retten, nicht verschont bleibt.
"Die Morallehren der Aufklärung zeugen von dem hoffnungslosen Streben, an Stelle der geschwächten Religion einen intellektuellen Grund dafür zu finden, in der Gesellschaft auszuhalten, wenn das Interesse versagt."(S.92)

Um diese Behauptung zu stützen, gehen sie nicht nur gegen Kant und seine Vernunftvorstellung vor, sondern heroisieren dazu die sonst so als verfehlt propagierten Ansichten Nietzsches und des Marquis de Sade.
"(Die kantsche) Vernunft als das transzendentale überindividuelle Ich enthält die Idee eines freien Zusammenlebens der Menschen, in dem sie zum allgemeinen Subjekt sich organisieren und den Widerstreit zwischen der reinen und empirischen Vernunft in der bewußten Solidarität des Ganzen aufheben. Es stellt die Idee der wahren Allgemeinheit dar, die UTOPIE."(S.90)
"Die Aufklärung hatte sich auf den Liberalismus festgelegt. Wenn alle Affekte einander (gleich)wert sind, so scheint die SELBSTERHALTUNG, von der die Gestalt des Systems ohnehin beherrscht ist, auch die wahrscheinlichste Maxime des Handelns abzugeben."(S.97)
"Nachdem die objektive Ordnung der Natur als Vorurteil und Mythos sich erldeigt hat, bleibt Natur als Masse von Materie übrig. Nietzsche weiß von keinem Gesetz, 'welches wir nicht nur erkennen, sondern auch über uns erkennen'. Soweit Verstand, der am Richtmaß der Selbsterhaltung groß wurde, ein Gesetz des Lebens wahrnimmt, ist es das des Stärkeren. Kann es für die Menschheit wegen des Formalismus der Vernunft auch kein notwendiges Vorbild abgeben, so genießt es den Vorzug der TATSÄCHLICHKEIT gegenüber der verlogenen Ideologie."(S.106)
"Die dunklen Schriftsteller des Bürgertums haben nicht wie seine Apologeten die Konsequenzen der Aufklärung durch harmonistische Doktrinen abzubiegen getrachtet. Sie haben nicht vorgegeben, daß die formalistische Vernunft in einem engeren Zusammenhang mit der Moral als mit der Unmoral stünde. Während die hellen das unlösliche Bündnis von Vernunft und Untat, von bürgerlicher Gesellschaft und Herrschaft durch Leugnung schützten, sprachen jene rücksichtslos die schokierende Wahrheit aus."(S.126)
"Die Unmöglichkeit aus der Vernunft ein grundsätzliches ARGUMENT GEGEN DEN MORD vorzubringen, nicht vertuscht, sondern in alle Welt geschrieen zu haben, hat den Haß entzündet, mit dem gerade die Progressiven Sade und Nietzsche heute noch verfolgen."(S.127)

Vernunft kann zu keiner objektiven Moral führen, warum sollte man sich dann an jene halten, die einem heuchlerisch vorgelegt wird. Sowohl von den Aufklärern, als auch von der Gesellschaft. Das was am nächsten liegt ist noch die Selbsterhaltung, da sie der Wirklichkeit entspringt, und somit gar nicht als normativ gesetzt werden muss. Natürlich besteht dazu kein Zwang, man kann gerne auch noch mitleiden und in den eigenen Augen "Gutes" tun, aber wenn dann bloß aus freien Stücken, aus dem eigenen Willen heraus, der einen dazu antreibt, der sich davon Glückseligkeit verspricht, ein reines Gewissen... so "anrüchig", wie Nietzsche es nennt, dieses auch sein mag.

Das Buch, das (auch) diese Botschaft vermittelt und dazu beiträgt uns Menschen mündig zu machen, ist wirklich empfehlenswert. Auch weil es einem hilft, sich den Zwängen der Kulturindustrie zu entziehen, indem es diese erkennt. Meine Utopie sähe so aus, dass dieses Buch in der 13 Pflichtlektüre würde :)

MfG ich
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Am 4. Dezember 1999 veröffentlicht
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