Möchten Sie verkaufen? Hier verkaufen
Die Dialektik der Übergangsperiode von Nirgendwoher nach Nirgendwohin
 
 
Den Verlag informieren!
Ich möchte dieses Buch auf dem Kindle lesen.

Sie haben keinen Kindle? Hier kaufen oder eine gratis Kindle Lese-App herunterladen.

Die Dialektik der Übergangsperiode von Nirgendwoher nach Nirgendwohin [Gebundene Ausgabe]

Viktor Pelewin , Victor Pelewin , Andreas Tretner
2.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

Erhältlich bei diesen Anbietern.


Weitere Ausgaben

Amazon-Preis Neu ab Gebraucht ab
Gebundene Ausgabe --  
Taschenbuch --  

Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch


Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 347 Seiten
  • Verlag: Luchterhand Literaturverlag (21. September 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3630871720
  • ISBN-13: 978-3630871721
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 14,6 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 2.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 857.791 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Viktor O. Pelevin
Entdecken Sie Bücher, lesen Sie über Autoren und mehr

Besuchen Sie die Seite von Viktor O. Pelevin auf Amazon

Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Lesezeichen Putin, milde lächelnd, in Judo-Kimono - Viktor Pelewin beschreibt den postsowjetischen Wahnwitz Das Experiment ist Pelewin-Lesern schon vertraut: Der Autor schickt einen Helden auf biografische Erkundungsfahrt durch Russlands Weiten und schaut gespannt, wie weit er kommt. An Breschnew vorbei zu Gorbatschew, Jelzin, Putin . . . Babilen Tatarski hiess der Held in Pelewins Schlüsselroman «Generation P» von 1999. Nun heisst er Stepan, Steps genannt oder Stopja. Dieser Stepan, geboren um 1960, ist ein unauffälliger junger Mann mit Oberlippenbart und einem Hang zur Korpulenz. Typ: Mondkalb, offenbar nicht ernst zu nehmen. Er studiert noch rasch Finanzwirtschaft, dann bricht die Sowjetunion zusammen. Stopja, der Glücksritter mit einem Hang zur Zahlenmystik und schwach ausgeprägtem Ethos, erkennt seine Chance. Er geht unter die «Bisnesmen»; er gründet eine Bank. Von seiner Karriere wäre weiter nichts zu berichten. Wohl aber von den allgemeinen Regeln des neurussischen Marktes. Regel eins: Der Unternehmer braucht Schutzengel mit kaltem Herzen und ruhiger Hand. Stepan stösst auf die Brüder Issa und Mussa, Tschetschenen. Zwei: Man tue etwas für seinen Ruf. Über Stopja geht die Fama, er sei grausam und kaltblütig; das steigert den Umsatz. Drei: Man lerne Vokabeln, Dach und Gipfel zum Beispiel, kryscha und strelka. Dach: «Banditen oder Geheimdienstmitarbeiter, die Geschäftsleute gegen Entgelt beschützen. Ein Dach vom Geheimdienst taugt mehr als eines von Banditen, kostet aber auch mehr.» Gipfel: «Ein organisiertes Zusammentreffen von Dächern und solchen, die es werden wollen, an entlegenem Ort. Kann dazu führen, dass neu gedeckt wird.» Bei Stopja wird tatsächlich neu gedeckt: Das Brüderpaar Issa/Mussa wechselt in die ewigen Jagdgründe, ihr Killer Leonid Lebedkin («Du kannst Leo zu mir sagen») in die Rolle des Paten. Leo ist Offizier beim FSB (früher: KGB). Unter seinem «Dach» findet die Epoche anarchischer Akkumulation für Stepan ein plötzliches Ende; ab sofort gelten wieder Gesetze. Das merkt der Jung-Banker, als er das Schutzgeld einmal nicht zahlen kann. Lebedkin meldet sich per Handy, fürsorglich, und erwähnt ein Video, das unseren Helden in unvorteilhafter Position zeigt: «Du weisst genau, wovon ich rede, Stepan. Hier bist du der grösste Pokémon, im Lager wirst du die letzte Arschgeige sein. Und weniger als ein Jahr kriegst du auf gar keinen Fall. So lauten die Regeln in unserem Land, und bis jetzt hat sie keiner aufgehoben. Klar oder nicht klar?» Klar, natürlich. Viktor Pelewin (geb. 1963), ein Kind der Ära Breschnew, gilt daheim als Kultautor – weil er die groteske Wirklichkeit in gleichermassen groteske Texte übersetzt. Die Rezeptur jener Texte hat sich offenbar bewährt: Pelewin seziert erst den blinden Fortschrittsglauben seiner Jugendzeit, dann diesen Kapitalismus stalinistischer Prägung: gefrässig, dummfrech und brutal. Er baut eine Bühne, Moskau neblig-depressiv, vom Goldrausch zerfressen. Und auf der Bühne stellt er den Homo sapiens postsovieticus zur Schau, amoralisch aus Gier oder Not, ein neues Wesen, das doch ganz das alte ist – nicht Sowjetmensch allerdings (hier irren westliche Kritiker), sondern viel älter. «Russisch» eben. Pelewins Stil – mal lakonisch, mal geschwätzig, mit einem deutlichen Schuss Zynismus – hat mittlerweile Markenwert. Viel Spieltrieb steckt darin und (scheinbar) wenig Disziplin. Aber jäh leuchten die Bilder, skurrile Metaphern von hoher Treffsicherheit: In Wodka, Print- und TV-Medien erkennt der Autor etwa «die drei massgeblichen meinungsbildenden Instanzen»; die heutigen Todfeinde Tschetschene und Russe sieht er rückblickend als «Pritschennachbarn in der Grossen Baracke». Mitunter zeigt Viktor Pelewin wieder grosse Form. Wenn er den Wahnwitz seiner Story auf die Spitze treibt. Und wenn, hinter makabren Grimassen, der Clown plötzlich ein melancholisch-wissendes Lächeln zeigt. Wahnwitzig: Ein Konkurrent von Stepan weiss sich ebenfalls vom FSB beschattet. In verfänglichen Situationen (Beischlaf, homosexuell) rückt er deshalb ein Objekt ins Bild, das jedes Erpresservideo unverwertbar macht, ein gerahmtes Foto – Putin, milde lächelnd, in Judo-Kimono. Weise: Eine Freundin analysiert für Banker Steps die stetig kollidierenden Grundkomponenten der russischen Seele. «Da wäre zum einen das Gütige, etwas Stumpfsinnige, Begriffsstutzige, manchmal sogar ziemlich Beschränkte, das närrische Gotteslämmchen eben. Auf der anderen Seite sein Gegenteil: das Zornige, Machtbesessene, gnadenlos Unbezwingliche.» Der grösste Mangel des neuen Romans dürfte seine Blässe sein. Pelewin läuft dem eigenen Erfolg hinterher, indem er «Generation P» samt Hauptdarsteller Tatarski kopiert. Aber vielleicht ist dies ein Trick, das ganze Buch eine grosse Metapher (auf dass wir Russland endlich begreifen). Für Werbefachmann Tatarski waren fremder Leute Texte und Ideen nur ein riesiger Fundus. Urheberrechte? Doch nicht in Moskau! In seiner «Dialektik» verwandelt sich der Verfasser nun in diese selbstgeschaffene Figur – und nutzt noch das eigene Werk als Steinbruch. Ein arger Schelm, dieser Pelewin, in einer Welt ohne Hoffnung. Lebedkin am Telefon, der Mann vom Geheimdienst. «Was gluckert da?», fragt er, «säufst du?» – «Ich saufe», erwidert Stepan, der Held. «Hilft aber nicht.» Uwe Stolzmann

xxx

"Viktor Pelewin ist ein brillanter Autor. Die sprachliche und gedankliche Virtuosität macht diesen Roman zu einer schaurigen Chronik seiner Zeit, in Form einer horrend komischen Parodie auf die 'Bananenrepublik des Bösen', das neue zerbröckelnde Russland. ... ein böse glänzendes Stück Literatur". Neue Zürcher Zeitung zu "Generation P"

Welche anderen Artikel kaufen Kunden, nachdem sie diesen Artikel angesehen haben?


In diesem Buch (Mehr dazu)
Nach einer anderen Ausgabe dieses Buches suchen.
Ausgewählte Seiten ansehen
Buchdeckel | Copyright | Auszug
Hier reinlesen und suchen:

Vorgeschlagene Tags zu ähnlichen Produkten

 (Was ist das?)
Setzen Sie den ersten relevanten Tag hinzu (ein Schlüsselwort, das mit diesem Produkt in engem Zusammenhang steht).
 

 

Eine digitale Version dieses Buchs im Kindle-Shop verkaufen

Wenn Sie ein Verleger oder Autor sind und die digitalen Rechte an einem Buch haben, können Sie die digitale Version des Buchs in unserem Kindle-Shop verkaufen. Weitere Informationen

Kundenrezensionen

4 Sterne
0
3 Sterne
0
2 Sterne
0
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Der rasante Werdegang des Stepan Michailow, zahlenfixierter Neureicher im Russland der Ära Putin.
Pelewin ist ein Meister darin, aus skurrilen Versatzstücken und marktwirtschaftlichen Trophäen der westlichen Welt sowie der asiatischen Spiritualität kuriose Szenen zu komponieren, durch die er seine Protagonisten jagt. Der Roman wurde mit dem russischen Literaturpreis "Nationaler Bestseller" ausgezeichnet, und es wäre allerhöchste Zeit, dass der Autor und seine Werke auch im deutschen Sprachraum entsprechende Anerkennung finden!
In "DPP [NN]", so der abgekürzte Originaltitel, kommt der Gegenspieler Michailows durch ein explosives Sexspielzeug (James Bonds Utensilien sind vergleichsweise ideenlos!) zu Tode, auch eine durchtriebene Frau darf nicht fehlen.
Wer schrägen Humor, unerwartete Wendungen und die russische Seele schätzt, wird - nicht zuletzt aufgrund der gelungenen Übertragung ins Deutsche - begeistert sein.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
5 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Flachschreibe 23. Oktober 2007
Format:Taschenbuch
Von Pelewin gibt es weit Besseres, "Generation P" etwa, "Buddhas kleiner Finger", sogar "Omon".
Hier liegt ein reichlich flaches Werklein vor: miese, lieblose, unplastische Figurenzeichnung, schale Witzchen, Klischees satt, bisschen Porno, langweilige, breitgewalzte Zahlenmystik (ironisch, klar, aber umso langweiliger), grobe Fehler im Plot.
Solche Neue-Russen-, Wild-Ost- und Mafia-Kapitalismus-Prosa gibt es doch mittlerweile aus sämtlichen osteuropäischen Ländern bis zum Abwinken.
Das ist keine wirkliche Literatur.
Am frechsten ist dabei die Anspielung auf Nikolaj Gogol und dessen berühmtes Symbol von Russland als einer dahinstürmenden Troika, das u.a. auch von Dostoevskij aufgenommen wurde. Pelewin hat nicht einmal die Erzählkraft, seinen Lesern hier eine Szene auch wirklich vor Augen zu stellen. Er behauptet einfach irgendwo in der Mitte des Gedümpels, dass die Bonzenkarre des Helden nun also die zeitgenössische Inkarnation dieser Troika sei. Sehr ärmlich!
Das dümmlichste aber ist die aus dem "Focus" übernommene Selbstwerbung des Verlages: "Eine bitterböse Satire auf die Aera Putin".
1. Es ist keine Satire. Es ist allerhöchstens comedy.
2. Es ist nicht bitterbös. Es ist beliebig.
3. Es ist nicht die Aera Putin. Es ist die Aera Jelzin.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Die Dialektik der Zahlen 12. Februar 2009
Format:Taschenbuch
Pelewin ist ja ein inzwischen mit Preisen überschütteter russischer Autor, was mehr über die russische Kultur aussagt als dieser ganze Roman. Schon "'Generation P'" war für den uninitiierten nicht-russischen Leser ein harter Brocken, an dieser "Dialektik..." ist der Leseteufel schier verzweifelt.

Diesmal ist der Held Stepan Michailow nicht der Werbebranche entsprungen, sondern, den Weltläuften entsprechend, ein gerissener Banker. Keiner seiner Kollegen und Rivalen durchschaut sein Erfolgsrezept, das, schlicht, aus der Zahl 34 besteht, um die er sein ganzes Handeln aufbaut. Geradezu liebevoll schildert Pelewin diese abergäubische Besessenheit, angereichert durch fernöstliche Heilslehren. Bei jeder Gelegenheit konsultiert Stepan nämlich seinen Guru, der für ihn das Orakel liest.

Sicher hält Pelewin hier den russischen Neureichen einen Spiegel vor die verkokste Nase, eine löbliche Aufgabe, gewiss, denn kurz vor Stepans 43. Geburtstag wendet sich das Blatt. Die 43 ist nämlich seine Horrorzahl. Er lässt sich in homosexuelle Abenteuer verwickeln, die Pelewin detailliert eklig darstellt, wird von seinem Mentor, einem ehemaligen KGB-Agenten, fallen gelassen, seine englische Partnerin brennt mit seinem Vermögen durch und ihm bleibt nur die Flucht.

'"Stepan starrte vor sich hin auf den Schreibtisch. In seinem Kopf hielten sich nur wenige Gedanken auf.'" (S. 221) Große Anerkennung gebührt Andreas Tretner, dem hervorragenden Übersetzer.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
Kundenrezensionen suchen
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen

Kunden diskutieren

Das Forum zu diesem Produkt
Diskussion Antworten Jüngster Beitrag
Noch keine Diskussionen

Fragen stellen, Meinungen austauschen, Einblicke gewinnen
Neue Diskussion starten
Thema:
Erster Beitrag:
Eingabe des Log-ins
 


Aktive Diskussionen in ähnlichen Foren
Kundendiskussionen durchsuchen
Alle Amazon-Diskussionen durchsuchen
   
Ähnliche Foren


Lieblingslisten


Ähnliche Artikel finden


Anhand des Sachgebietes nach ähnlichen Produkten suchen:










Das bedeutet, jeder Titel/Artikel muss zu Sachgebiet 1 UND zu Sachgebiet 2 UND... gehören.

Ihr Kommentar