Die Lieferung erfolgte prompt (vier Tage nach der Bestellung, nach telefonischer Vorankündigung am dritten Tag). Soweit alles bestens. Nur leider hat man davon nicht viel ...
Die Montage, die unter besonders glücklichen Umständen auch zu zweit geht, sollte doch besser zu dritt erfolgen (zwei halten die Leinwand und einer schraubt sie an die Decke). Es ist davon abgesehen aber auch für technische Laien nicht besonders schwer, die Leinwand zu montieren.
Anschließend heißt es dann: Leinwand ganz ausfahren und mehrere(!) Tage auslüften lassen.
Die neue Leinwand stinkt dermaßen, dass an einen Gebrauch während der ersten Tage NICHT zu denken ist. Der Gesundheit ist der Geruch sicher nicht förderlich und um es kurz zu machen: Wir haben es beim Testbetrieb am zweiten Tag keine 10 Minuten ausgehalten. Wir waren froh, den Raum verlassen zu dürfen. Unter diesen Umständen verzichte ich gerne auf den Film und ziehe jedes kleines TV-Gerät vor.
Was hat der erste Test gebracht?
Die Leinwand fährt langsam und zuverlässig herunter und hinauf.
Ist die Leinwand ganz unten, hängt meine Leinwand links unten sehr unschön durch. Eine perfekte Planlage sieht deutlich anders aus. Dieses Manko ist aber behoben, wenn man den 50cm langen schwarzen "Vorlauf" an der Decke nicht benötigt. Ja, sobald man die Leinwand einfährt, bessert sich die Planlage zusehends und deutlich. Kann man sich mit einem gleichmäßigen schwarzen Rand ums Bild begnügen, dann darf man sich sogar über eine erfreulich gute Planlage freuen. Die Reflektions-Eigenschaften der Leinwand, bzw. die erzielbare Bildqualität finde ich sehr gut. Ich habe nichts daran auszusetzen. Finde ich sogar besser als bei meiner kleineren SlimScreen-Leinwand, welche ich davor genutzt habe. Ist aber mein persönlicher Eindruck und wird sicher auch durch die nun erreichte phänomenale Bildgröße beeinflusst. Bei vollem Bild und maximal 4 Metern Abstand zur Leinwand erfüllt man sogar die (Größen-)Kriterien der berühmten THX-Norm. Die Leinwand ist also keineswegs zu groß, sondern genau das richtige für den entsprechenden Partykeller. Und da Kellerdecken niedriger sind, benötigt man auch nicht den erwähnten Leinwand-Vorlauf.
Ich lüfte während dreier Tage (tagsüber) für etwa 7-8 Stunden bei voll ausgefahrener Leinwand.
Am vierten Tag teste ich erneut:
Der Geruch ist immer noch penetrant, wenngleich es schon merkbar(!) "besser" geworden ist. Gäste möchte ich noch immer nicht einladen.
ES IST ALSO WIRKLICH WICHTIG, ZU BERÜCKSICHTIGEN, DIE LEINWAND NICHT UNMITTELBAR VOR EINER WICHTIGEN PRÄSENTATION ZU ERWERBEN!!!!
Das erzielte Bild und auch die Planlage (bei nicht vollständig ausgefahrener Leinwand) überzeugen mich nach wie vor. [Ich verwende einen PANASONIC PT-AX200 HD-Ready-Beamer bei 1080p und einen Panasonic DMP BD 80 EG K Blu-ray Player] Jetzt freue ich mich auf schöne Kinoabende in ein bis zwei Wochen. Bis dahin sollte das Geruchsproblem hoffentlich einigermassen behoben sein.
WOHER kommt der Geruch??
Nach den auffindbaren Angaben im weltweiten Netz werden neue Leinwände speziell behandelt, um das Vergilben unter dem Einfluss von Sonnenlicht zu verhindern (oder wenigstens zu verzögern). Ob das stimmt, weiss ich nicht, kling aber plausibel. Der Geruch selbst erinnert mich tatsächlich an Firnis, mit dem auch in der Malerei gearbeitet wird. Acryl- oder Ölbilder werden üblicherweise abschließend damit behandelt. Das würde die oben dargestellte Vermutung auch stützen.
Ich hätte NICHT gedacht, dass dieser Geruch dermaßen penetrant und nachhaltig auftritt - auch wenn es bereits besser geworden ist!
Übrigens: Ich finde es geradezu fahrlässig, dass die Hersteller sich hierüber ausschweigen.
"Bitte lüften Sie die Leinwand 24h bei geöffneten Fenstern gut aus." Dieser Hinweis ist alles, was Ultraluxx, unter den Montagehinweisen auf der Hersteller-Website, zu diesem Thema schreibt.
Auch auf anderen Hersteller-Seiten habe - zumindest ich - nichts dazu gefunden.
Vor allem keine Hinweise, was da genau verwendet wird und inwieweit hier - wenigstens anfangs - eine ernsthafte Gesundheitsgefährdung einkalkuliert werden muss.
Abschließende Bemerkung:
Die Verkaufsargumente wie "FullHD Projection Screen, HDTV, RGB" und dergleichen sollte man gleich wieder vergessen. Das ist wohl nur Marketing und nichts anderes.
Grundsätzlich kann natürlich ALLES auf jede Leinwand projiziert werden. Genau wie auf eine weiße Zimmerwand.
Ja, auch die Ultraluxx ist NUR eine Leinwand und nicht mehr!
Der Hersteller schweigt sich entsprechend darüber aus, inwieweit diese Leinwand ein HD-Bild besser oder schlechter zurückwerfen soll, als andere Leinwände.
Hierzu scheint es auch nicht viele glaubwürdige Argumente zu geben.
Etwas nüchterner schreibt der Hersteller deshalb schon auf seiner Website: "kann ... für alle Technologien, von Dia bis zum blu-ray HD Filmerlebnis, genutzt werden". Dementsprechend sind bei Ultraluxx auch alle Leinwände - auch solche für weniger als 100 Euro "HDTV geeignet" - na super!!
vorläufige BEWERTUNG:
Der nicht nähere beschriebene Gestank mindert die Bewertung. Er ist nicht nur unschön, er kann - im Wohnzimmer - zumindest vorübergehend ein ernstes Problem für alle Käufer sein. Doch es gibt keine näheren Herstellerangaben über die Schädlichkeit. Hier muss deshalb wirklich das Schlimmste - also eine wenigstens vorübergehend mögliche Gesundheitsgefährdung vermutet werden. Sollte das anders sein, wäre der Hersteller - wie auch seine Mitwettbewerber - gefordert, sich hierüber deutlich zu äußern.
Die Planlage ist - mit der oben erwähnten Einschränkung - durchaus noch akzeptabel.
Die subjektiv empfundene Bildqualität ist sehr gut.
Der Motor ist einigermaßen ruhig und die Bewegung ist gleichmäßig.
Die Funkfernbedienung ist hilfreich aber sicher nicht zwingend erforderlich.
Der Preis ist für das Gebotene sicherlich gut bis sehr gut.
Deshalb von mir eine Empfehlung mit Einschränkung
Punktezahl gerne 3 bis 4
Da das Geruchsproblem - ohne größeren Widerstand - offenbar auch andere Hersteller produzieren dürfen, möchte ich das in meiner Gesamt-Bewertung bewusst nicht als K.O.-Urteil einfließen lassen. Ich gebe deshalb vorläufig 4 (stinkende) Sterne.