Die Überprüfung der Beschwerdenvalidität (gelegentlich noch fälschlicherweise nach der amerikanischen Übersetzung "Symptomvalidität" genannt), hat in den letzten Jahren ungeheuer rasch an Bedeutung gewonnen. Ging man früher davon aus, dass der erfahrene Gutachter in der Lage sei, Aggravation und Simulation, negative Antwortverzerrungen, suboptimales Leistungsverhalten und mangelnde Anstrengungsbereitschaft der Probanden intuitiv zu erkennen, so haben Studien ergeben, dass dies bei Weitem nicht der Fall ist. Daher kommt den Methoden der Beschwerdenvalidierung immer größeres Gewicht zu. Ein Gutachten - gerade im psychiatrischen Bereich - mit den meist objektiv nicht messbaren, geltend gemachten Symptomen ohne Beschwerdenvalidierungstests muss als unvollständig und nicht überzeugend gelten. Thomas Merten, der beste Kenner der Materie im deutschsprachigen Raum hat als Herausgeber ein Buch vorgelegt, welches umfassend alle Aspekte dieses neuen und auch noch im Fluss befindlichen Gebietes aufzeigt. Der Gutachter kann sich hier rasch und gründlich über die Möglichkeiten der Beschwerdenvalidierung informieren. Das Buch ist außerordentlich informativ, übersichtlich und gut lesbar. Es kann, da es kein vergleichbares Werk im deutschen Sprachraum gibt, jedem Gutachter zur Pflichtlektüre empfohlen werden.