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Diagnose: unbezahlbar. Aus der Praxis der Zweiklassenmedizin
 
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Diagnose: unbezahlbar. Aus der Praxis der Zweiklassenmedizin [Gebundene Ausgabe]

Sibylle Herbert
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (17 Kundenrezensionen)

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Sibylle Herbert
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Kurzbeschreibung

Wenn du gesetzlich versichert bist, musst du früher sterben. Die Wahrheit über die Zweiklassenmedizin. Sibylle Herbert bricht ein Tabu. Sie spricht aus, was niemand zu sagen wagt: Medizin ist ein knappes Gut, zu dem längst nicht mehr jeder Zugang hat. Opfer ist der Patient, der eine optimale Behandlung erwartet, aber sie längst nicht immer erhält. Eine Frau, 78 Jahre alt, hat einen fortschreitenden Lungenkrebs. Ein neues Krebsmedikament könnte ein Jahr Überleben bringen. Die Kasse lehnt die Übernahme der Kosten ab. Wie viel darf ein Jahr Überleben kosten? Knochenschwund-Untersuchungen - viele Jahre von den Kassen übernommen - zahlt inzwischen der Patient selbst. Wird Früherkennung unbezahlbar? Krankengymnastik hilft Rheumapatienten. Dauerhaft. Aber das Budget des Arztes ist begrenzt - und deshalb auch der Anspruch auf Krankengymnastik. Ein teureres Schmerzmittel bringt chronisch Kranken Linderung. Dem Arzt droht die Zahlung aus der eigenen Tasche. Krankenhäuser schicken Kranke zu früh nach Hause, empfehlen teure Medikamente und verlagern die Ausgaben in die Praxen. Bestimmte Untersuchungen, Medikamente und Therapien sind für gesetzlich Versicherte längst tabu. In Facharztpraxen und Krankenhäusern sind Privatpatienten willkommen, Kassenpatienten werden gerne vertröstet oder gar nicht mehr angenommen. Dabei werden Politiker nicht müde zu beteuern: »Jeder bekommt in Deutschland die Versorgung, die medizinisch ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich ist.« Doch wer entscheidet das? Und nach welchen Kriterien? Sibylle Herbert hat Ärzte in ihrem Alltag begleitet und Kassenvertreter mit diesen Praxisgeschichten konfrontiert. Das Ergebnis ihrer Recherchen: Die medizinische Entwicklung macht rasante Fortschritte, die Kosten explodieren, aber die Mittel sind begrenzt. Das Opfer ist der Patient.

Über den Autor

Sibylle Herbert wurde 1956 in Köln geboren und wuchs im Ruhrgebiet auf. 1981 begann sie ihre journalistische Laufbahn beim Westdeutschen Rundfunk. Heute ist sie politische Redakteurin beim Hörfunk. Schwerpunkt ihrer journalistischen Tätigkeit ist unter anderem die Sozialpolitik. 2005 veröffentlichte sie ihr erstes Buch: »Überleben Glücksache - Was Sie als Krebspatient in unserem Gesundheitswesen erwartet«. Seitdem tritt sie als Expertin in Fragen der Gesundheitspolitik häufig im Fernsehen auf. Sibylle Herbert wurde mit zahlreichen Journalistenpreisen ausgezeichnet. Sie lebt in Köln und hat zwei Töchter.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
22 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
So ist es !!!! 26. November 2007
Format:Gebundene Ausgabe
Ich bin auch einer der mehr als 100 000 deutschen Kassenärzte und praktiziere in Berlin. Auch ich stecke in dem beschriebenen System. Die hier geschilderten Probleme kann ich nur voll und ganz bestätigen. Wer sich interessiert, wie in Deutschland die ambulante Medizin tickt, sollte dieses Buch lesen. Zwar ist die Materie hochkompliziert und selbst Betroffene sehen oft nicht durch. Sibylle Herbert gelingt es aber, diese einfach und auch für den Nicht-Experten verständlich zu beschreiben. Man erfährt, wie Kassenärzte bezahlt werden, warum es eine Mehr-Klassenmedizin gibt, warum das System nicht bezahlbar ist, mit welchen Problemen der Kassenarzt um die Ecke zu kämpfen hat. Man erfährt die Gründe, warum Otto-Normalverbraucher nicht mehr jedes Medikament verschrieben bekommt und warum die beliebten Massagen nicht mehr erhältlich sind. Auch die betroffenen und oft gescholtenen Krankenkassen kommen zu Wort. Drei Anmerkungen: in dem sonst tollen Buch befindet sich ein winziger Fehler: Betäubungsmittel-Rezepte sind zumindest in Berlin nicht budgetiert (S.67). Über die in dem Buch genannte Zahl von 32 pro Sprechstundentag von Dr. Kruse behandelte Patienten (S. 11) kann ich nur müde lächeln; bei mir sind es locker bis zu 150 ! Patienten an einem Sprechstundentag. Von Kollegen kann ich ähnliche Zahlen berichten. Ein bischen gehen auch in dem Buch die Folgen der stringenten Honorar - Budgetierung für die betroffenen Kassenärzte unter: vor einer Reihe von Jahren wurden jedem Kassenarzt ein Budget zugebilligt. Er darf eine bestimmte Menge an Leistungen gegenüber seiner Kassenärztlichen Vereinigung erbringen, die zu einem gleitenden Honorar-Volumen bezahlt wird. In manchen Fachrichtungen und in manchen Berliner Bezirken kam es aber im Laufe der Zeit zu erheblichen Verschiebungen in der Arztdichte, d.h. zahlreiche Arztsitze sind in vermeintlich lukrativere Bezirke verlegt worden, unter Zurücklassung der meisten Patienten. Diese haben natürlich versucht, bei den verbliebenen Ärzten unterzukommen. Die Budgets sind aber gleich geblieben. Nun hat der Arzt die Möglichkeit, ohne Bezahlung die Behandlung durchzuführen oder kranke Menschen abzuweisen oder seine Praxis zu schließen. Wer macht das schon? Mittlerweile werden in manchen Berliner Bezirken bis zu 40% der erbrachten ärztlichen Leistungen nicht ! oder mit einem Mini-Alibi-Honorar ( eine Konsultation bei einem Arzt mit vielleicht Untersuchung, kurzes Gespräch, Ausschreiben der Arbeitsunfähigkeit und einer Spritze = 15 Cent brutto, wirklich, nicht gelogen ) bezahlt. Bei vollem Haftungsrisiko wohlgemerkt. Unvorstellbar ? Nein, das ist die Realität in Berlin 2007.
Auf jeden Fall ein gutes und lesenswertes Buch.
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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Anja Hoff
Format:Gebundene Ausgabe
Mal eine ganz andere Arzt-Doku! Denn man schaut mit diesem Buch hinter die Kulissen. Manchmal war ich fassunglos, was da zum Vorschein kommt. Im Studium wird alles Mögliche vermittelt, aber wie der ärztliche Alltag wirklich aussieht.... Wer von der politischen Diskussion die Nase voll hat, sich aber dennoch zurechtfinden will (ohne die üblichen politischen Verdächtigen und ihre Floskeln zu hören), der sollte dieses Buch lesen. Leicht und verständlich wird erklärt, was man noch nie verstanden hat: Aufeinmal lichtet sich der Medizindschungel. Ganz abgesehen davon ist es so spannend geschrieben, dass es sich viel mehr wie ein Roman als ein Sachbuch liest. Interessant fand ich dabei nicht nur den Alltag der Ärztin, die die Hauptperson in dem Buch ist, sondern auch den Menschen von der Krankenkasse, der die Alltagserlebnisse der Ärztin und Patienten kommentiert. Das ist das Besondere des Buches: Der Blick auf den Alltag aus mehreren Perspektiven. Spannend für Patienten, aber auch Ärzte und solche, die es werden wollen. Es bietet auf jeden Fall mehr als genug Material, um beim nächsten Arztbesuch mitzureden oder aber auch um in der Gesundheitsreformdebatte nicht verloren zu gehen. Hoffentlich hilft es.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von T. Kunsch
Format:Gebundene Ausgabe
Welcher Kassenpatient versteht schon den Inhalt des Wirtschaftlichkeitsgebotes : "wirtschaftlich , ausreichend und zweckmässig" darf die Behandlung sein - mehr nicht ! Der Staat bestimmt eben genau dadurch , dass nur das Nötigste bezahlt werden darf - und das ist nicht viel! Wer die politische Entwicklung mit offenen Augen verfolgt , der kann sich durchaus vorstellen , dass das ohnehin schon magere Leistungsniveau der gesetzlichen Kassen weiter abgesenkt werden muss ! Den Anfang hat man hier mit den Festzuschüssen im Zahnbereich gemacht , der Gesundheitsfonds ist wegen der bekannten Unterdeckung schon jetzt zum Scheitern verurteilt - dann ist es nur noch ein kleiner Schritt , die Festzuschüsse auf ambulante und stationäre Behandlung auszudehnen !!! Oder wozu dient der Plan , sogenannte Gesundheitszentren einzuführen ??? In der ehemaligen DDR nannte man solche Zentren Poliklinik ...
Um dies zu verstehen und praktische Beispiele nachzuvollziehen , eignet sich das Buch hervorragend . Und wer Frau Herbert hier lediglich Populismus vorzuwerfen vermag , der vergisst schlicht , dass die Autorin selbst Opfer dieses kranken System war und ist hierbei u.a. aus dem eigenen Erfahrungsschatz schöpfen kann . Wer heute noch die Augen vor der bitteren Realität verschliesst , der glaubt sicher auch noch an Blüm's Märchen : "Die Renten sind sicher" ...
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Die neuesten Kundenrezensionen
Informativ
Das Buch ist interessant zu lesen und sehr informativ.
Bisher bin ich jedoch als Kassenpatient sehr zufrieden. Meine Meinung ist, dass wir oft auf hohem Niveau jammern. Lesen Sie weiter...
Vor 10 Tagen von arbon veröffentlicht
Wissenswert
Super! Die Autorin läßt einen Einblick ins Gesundheitswesen. Es zeigt die Differenz zwischen den Bedürfnissen der Versicherten, den Ärzten müßen als... Lesen Sie weiter...
Vor 23 Monaten von hibou veröffentlicht
guter und spannender Einblick
Guter und spannender Einblick ins deutsche Gesundheitswesen. Fazit: es ist alles noch viel schlimmer, als viele vermuten!
Veröffentlicht am 18. April 2010 von JR
Ein guter Überblick, ABER....
Zwei Bemerkungen vorweg: a) Ich habe lange überlegt, ob ich diesem Buch 3 oder 4 Sterne vergebe.. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 16. April 2010 von Dr. T. Juergens
Grauenhafte Populistin
Diese Frau geht mir langsam auf die Nerven mit ihrem atemlos runtergebeteten Mantra. Das Thema ist viel zu wichtig, um es so polemisch und unreflektiert zu behandeln wie sie es... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 6. Mai 2009 von tristan_99
Sauber recherchiert!
Das Buch ist, von kleineren unwesentlichen Fehlerchen abgesehen, sauber recherchiert. Medizinische Sachverhalte (z. B. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 5. Oktober 2008 von PADATO
Diagnose unbezahlbar.
Diese Buch beschreibt sehr realistisch den Alltag von uns Hausärzten und ihren GKV Patienten unter den Bedingungen der Rationierung von Gesundheitsleistungen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 16. September 2007 von Dr. med Ernst-math Zimmer
Schwester Sibylles zweiter Streich
"Wer früher stirbt ist länger tot." Mehr als dieser zynische Spruch fällt mir zu diesem Buch nicht ein. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 15. März 2007 von Peter Raeggel
Unsachlich und ohne Tiefgang
Es handelt sich um ein populistisches Buch, das sich darauf beschränkt, in einem immer wiederkehrenden Reigen Beispiele für die Grundthese beizubringen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 5. März 2007 von Bibliophilia
Risikofaktor Privatpatient
Hier hat eine kritische Frau ein informatives Buch geschrieben und unterliegt doch der Annahme, je teurer und neuer, desto besser. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 20. Februar 2007 von Elisabeth Rieping
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