Eigentlich würde ich jetzt viel lieber Slayers 1994er göttliche Heimsuchung bewerten, viel lieber. Leider funktioniert das nur nicht, denn das Album *Divine Intervention* steht kurioserweise auf dem Index. Was im Vergleich zu anderen Slayer-Platten gerade daran besonders schlimm sein soll erschließlich sich mir zwar nicht, aber die Bundesprüfstelle wird sich schon ihren Reim darauf gemacht haben.
Sei es wie es wolle, 1998 erschien der legitime Nachfolger von *Divine Intervention* mit dem fast schon tragendem Titel *Diabolus In Musica*. Bei näherer Betrachtung erpuppte sich der Titel allerdings eher als marktschreierisch als wirklich als besonders diabolisch. Es gibt ordentliches Thrash-Futter, jede Menge Hau-Drauf-Mucke, aber die Klasse des Vorgängers kann man leider zu keiner Zeit erreichen.
Die Scheibe ist zwar nicht schlecht, aber Slayer konnten das schon mal überzeugender. Irgendwie hatte ich (rein subjektiv) das merkwürdige Gefühl, daß dieses Eskapade mit *Undisputed Attitude* sich nicht unbedingt positiv auf das Songwriting ausgewirkt hatte. Aber was solls, für Zwischendurch ist die Scheibe völlig okay, vor allem wenn man auf die Doppel-CD-Version zurückgreifen kann, die ein gute handvoll live eingespielter Klassiker enthält.
FAZIT: nicht schlecht, aber mit Sicherheit nicht die beste Slayer-Scheibe...