Produktinformation
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Bei den 33 Variationen bewegt sich Uri Caine mühelos zwischen den klassischen pianistischen Traditionen und denen des Jazz hin und her. Bei den Variationen V, XVI, und XXIII lässt Caine Passagen aus Ragtime und Boogie-Woogie einfließen. Zu den Variationen IX und XI gehören Habanera-Synkopen und ein verstecktes Zitat aus Bud Powells Bop-Stück "Parisian Thoroughfare". In den Händen eines Amateurs würde dieses Projekt wie ein schlechtes Beispiel für Musik des Third Stream klingen. Aber Caines umfassendes Wissen, sein Humor und seine Erfindungsgabe lassen die Verbindung dieser beiden großen Kunstformen ganz natürlich klingen. --Eugene Holley, Jr.
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Das Walzerthema vom Musikverleger Diabelli ist simpel. Er hat einen Auftrag ausgeschrieben, hierzu Variationen zu schreiben. Von einer großen Anzahl von Variationsverfassern hat nur Beethoven den Impuls gefühlt und das Können gezeigt, nicht nur eine, sondern gleich 23 Variationen zu schreiben. Hierbei ist ein pianistischer Kosmos entstanden, der sich weit von der Simplizität der Vorgabe entfernt. Dennoch ist dieses Werk op. 120 insofern einfach geblieben, indem es einem Medium, dem Klavier, verhaftet bleibt.
Uri Caine hat nun dieses Gefängnis aufgesprengt und, wiederum als Auftragsarbeit (diesmal des Kempener Musikfestes), mit Hilfe des Concerto Köln und selber auf einem Érard-Flügel von 1839 spielend, Supra-Variationen auf die Beethovenschen Diabelli-Variationen getürmt. Die Spieldauer von etwa 56 Minuten entspricht derjenigen der rein pianistischen Fassungen, aber das ist auch die einzige Entsprechung. Ansonsten entspricht das reichhaltige Variationenwerk Caines kaum noch der Beethovenschen Originalfassung. Jede Variation ist anders instrumentiert. Hierbei wird die ganze Bandbreite der musikalischen Formensprache aufgezeigt - sie reicht von der Großen Sinfonie bis zum pianistischen Solo und erstreckt sich über das Klavierkonzert zur Kammersinfonie, vom Kammermusikwerk mit Solisten zu rein orchestraler Polyphonie. Caine breitet vor dem Hörer einen musikalischen Teppich aus, der den relativ simpel gewirkten Kelim Beethoven fast vergessen macht - aber nur fast: das Grundmuster der 23 Variationen bleibt intakt.
Meine Neugier wurde gestillt. Dennoch bleibt ein kleiner Rest des Unbehagens zurück (daher nur 4 Punkte). Diese doppelt derivative Arbeit Caines ist kein originales Werk.
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