Hauseigentümer oder Mieter von größeren Wohnungen, die sich ggf. auch über mehrere Etagen erstrecken, kennen vermutlich das Problem einer unzureichenden Sende - und Empfangsleistung des eingerichteten WLan-Netzwerkes. Der richtige Standort des Routers birgt hier eine Menge Verbesserungspotenzial, aber jede noch so gute Hardware wird irgendwann die Grenzen des Machbaren erreichen. Bei der Problembeseitigung hilft oft nur der Einsatz zusätzlicher Repeater, die aber spätestens an dicken Kellermauern oder anderen baulichen Begebenheiten scheitern.
Genau hier greift die Netzwerk-Innovation von Devolo ein, die in verschiedenen Ausführungsvarianten eine Netzwerkversorgung mittels LAN über die hauseigene Stromversorgung verspricht.
Ich habe mich lange und ausführlich mit dem System beschäftigt und letztendlich einfach zum Praxistest entschieden. Die Aufgabenstellung war klar definiert. Ein herrenloses TV-Gerät in einem Nebenraum , ein Drucker mit LAN-Schnittstelle, ein Internetradio in der Sauna und last but not least unsere hauseigene Photovoltaikanlage - allen Endgeräten sollte endlich der Zugang in das weltweite Netz gewährt werden, fernab von WLan und den damit verbundenen Signalstörungen, Reichweitenproblemen und Verbindungsabbrüchen.
Ganz allgemein darf nicht unerwähnt bleiben, das der störungsfreie Betrieb der Devolo Systeme maßgeblich vom vorhandenen Stromnetz, etwaigen Störungsquellen, vorhandenen Stromkreisen und der exakten Platzierung der Adapter (direkt an der Unterputzsteckdose oder nur am Mehrfachstecker) abhängig ist. Eine ausführliche Beschreibung ist dem jeweiligen Lieferumfang beigefügt. Im Notfall hilft die Devolo eigene Cockpit Software bei der Fehlersuche, auch einschlägige Internetforen unterstützen mit ausführlichen Hilfestellungen.
Soviel nur zur Vollständigkeit, zumindest in meinem Fall war weder der Einsatz spezieller Software noch ausführliche Internetrecherche notwendig - das System funktioniert wirklich kinderleicht.
Lediglich drei Schritte führen zum Erfolg. Adapter in die Steckdose, die jeweiligen Netzkabel an Router und das Endgerät anschliessen, Systeme neu starten - das Netzwerk steht und läuft. Eigentlich sensationell. Die beigefügte Software wandert damit unbenutzt zurück in die Verpackung und ich lehne mich glücklich und zufrieden zurück.
Je nach Aufgabenstellung empfehle ich den Einsatz verschiedener Devolo-Systeme, die im Übrigen - ein sehr großer Vorteil - zumindest was die dLAN 200`er und 500`er Versionen anbelangt, vollständig kompatibel sind.
Umfassende Erstausstattung mit insgesamt drei Adaptern, die durch zwei integrierte Ethernet-Anschlüsse jeweils auch zwei Geräte im Netzwerk versorgen:
Devolo dLAN 200 AVduo Network Kit (Netzwerk aus der Steckdose)Das identische System, nur mit zwei Adaptern (also für maximal vier Endgeräte):
Devolo dLAN 200 AVduo Starter Kit (Netzwerk aus der Steckdose)Die Highspeed-Luxus-Variante inkl. zweier Adapter mit LED-Anzeige, der den Status des Netzwerkes wiedergibt und die - optimal falls wenig Steckdosen zur Verfügung stehen - eine integrierte Steckdose integriert haben:
Devolo dLAN 500 AVsmart+ Starter Kit (Netzwerk aus der Steckdose)Die 500`er Variante als AVmini Starter Kit (Zwei Adapter, keine integrierte Steckdose, keine LED-Anzeige):
Devolo dLAN 500 AVmini Starter Kit Jubiläumsedition (Netzwerk aus der Steckdose)Nicht unterwähnt lassen möchte ich bei aller Euphorie, dass die Geschwindigkeitsangaben des Herstellers natürlich reine Utopie sind. Allerdings habe ich alle Adapter im Laufe der Testzeit so korrekt platzieren können, dass eine zuverlässige, konstante und annehmbare Netzwerkschnittstelle entstanden ist. Während Drucker und Photovoltaikanlage hier mit relativ wenig Übertragungsrate zufrieden sind, reicht die Leistung im Bezug auf TV-Gerät und Radio immerhin für MP3- und Filmstreaming aus. Allerdings habe ich in diesen Bereichen auch die dLAN 500 Kits im Einsatz und selbstverständlich basiert die jeweilige Leistung maßgeblich auf die gegebenen Voraussetzungen im Haushalt selbst.
Kein System ohne Nachteile:
Leider werden die Adapter im Betrieb recht warm, was mich zu Beginn einen regelmässigen Kontrollblick auf die kleinen weißen Dinger werfen lies. Bisher (Einsatz seit gut einer Woche) bleibt es bei leichten Bedenken. Gelegentlich ist auch ein Summen zu vernehmen, den Einsatz im Schlafzimmer würde ich aus diesem Grund nicht empfehlen. Auch den Anschaffungspreis würde ich je nach gewählter Ausstattung nicht als günstig bezeichnen, wenngleich hier das Sprichwort "Lieber einmal teuer, anstatt dreimal billig" durchaus passend wäre.
Fazit: ein System, welches mich (fast) uneingeschränkt positiv überrascht hat. Die endgültige und perfekte Einrichtung setzt ein wenig Ehrgeiz und Experimentierfreude voraus, schon eine einzige falsche Steckverbindung kann die komplette Stabilität positiv oder negativ beeinflussen. Hilfreich: plötzliche Verbindungsabbrüche oder Verbindungsfehler werden in der LED-Anzeige als rotes Haussymbol dargestellt. Dann hilft oft einfaches Reseten.
Klare Kaufempfehlung.