Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Maximale Entschleunigung, 4. Mai 2008
Man kann die Zeit getrost vergessen, sobald der erste Song "Good Lies" der orchestral oszillierenden Fläche zu Beginn von "Where In This World" Platz gemacht hat. Der eigenartige Schwebezustand, in den die Musik transportiert, ist bereits in der "zwischen wach und weg"-Rezension recht treffend charakterisiert worden. In diesem Zusammenhang ist die CD-Version wohl - was meiner Meinung nach nur selten der Fall ist - der Vinyl-Version überlegen: das Aufstehen und Platte-Umdrehen habe ich hier mehr als Störung denn als kleine, von Vorfreude erfüllte Pause empfunden.
Bei den ersten beiden Malen Hören kam mir die Platte eigenartig kraftlos vor. In The Notwists Frühwerk gab es immer diese interessante Spannung zwischen Markus Achers sehr leisem, absichtlich unausgebildet klingendem Gesang und dem Gerumpel der z. T. recht brachial vor sich hin zimmernden Band bzw. zwischen der Stimme und den verschiedensten Anleihen moderner "Tanzmusiken" von Indie, Jazz über Elektronik bis hin zu Dub und Reggae von "12" und "Shrink" bis "Neon Golden". Auf "The Devil, You + Me" bilden diese ehemaligen Gegenpole auf einmal eine geschlossene Einheit. Nicht nur ich werde mich daran gewöhnen müssen...
...aber gerne, weil das hier auf alle Fälle mal wieder eine wohldurchdachte Schallplatte mit langer Reifezeit ist, die man ihr im Gegensatz zu "Neon Golden" so direkt nicht anhört. Letztere sprach fast ein bisschen zu offen zwischen den Zeilen von z. T. ja auf "On / Off The Record" nach zu sehenden musikalischen und studiotechnischen Haarspaltereien. Auf dem Vorgänger "Shrink" gab es manch feindliche Übernahme einzelner Songs durch ein überragendes Bläser-Kartell. Dahingegen dürfte das fabulöse Andromeda Mega Express Orchestra auf "The Devil, You + Me" nach meinem Geschmack ruhig noch ein bisschen stärker das Klangbild beeinflussen. Dass es das nicht tut, zeichnet The Notwist '08 vermutlich auch aus: Understatement bis in die kruscheligen Haarspitzen.
Vielleicht ist "The Devil, You + Me" stimmungsmäßig The Notwists Singer-/Songwriter-Werk; außer, dass your average Wandervogel aus seiner Gitarre keine so verzaubernden Geräusche heraus gestreichelt bekommt. Genau die machen die Platte aber zu dem, was sie ist. Denn, seien wir mal ehrlich: kompositorisch wird hier das Rad nicht runderneuert. Eine derartige klangliche Opulenz haben in dieser Bescheidenheit allerdings bisher nur ganz wenige (Massive Attack? Björk mit "Vespertine"? Low?) hinbekommen.
Dringende Kaufempfehlung für Genau-Hinhörer, Sound-Fetischisten und Liebhaber kleiner, schmeicheliger Melodien.
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19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Organischer Elektronik Indie-Pop, 29. April 2008
wäre wahrscheinlich noch die passendste Ettiketierung die man dem neuen Werk von Deutschlands international wohl wichtigster Band verpassen müßte um es zu beschreiben. Stileinteilungen werden zwar heute ohnehin schon schwer überschätzt, denn man darf ja eigentlich alles und alles wird auch ausprobiert, für den interessierten Konsumenten ist es aber dann doch schon eine Vorentscheidungshilfe wenn man die Musik kategorisert. However, I digress... also zurück zu The Notwist: organsich läßt sich die Musik aus zwei Gründen nennen: erstens, weil die tragenden - und offensichtlich auch die Instrumente auf denen die Songs komponiert wurden, vowiegend akustisch sind, und zweitens, weil Martin Gretschmann mit seinen Computern und Synthisizern den wohl wärmsten und wohligsten Soundteppich seit Herbert ausbreitet - wie ein Tigerfell vor einem offenen Kamin. Elektronisch sind sie natürlich, ob des großen Anteils Hr. Gretschmann's Instrumente und - ja auch beats, wenn man die so nennen will, und Indie ist es, wegen der Herangehensweise der Herren an die Umsetzung ihrer Musik. Niemand macht unverwechselbarerer Arrangements und Pop ist es weil die Melodien die einem hier vor Ohren gehalten werden für Rock einfach zu schön sind (Bsp: der wunderbare Titelsong, oder auch ,Gloomy Planets'). Rock ist das einfach nicht mehr.
Was zählt ist jedoch das Endprodukt, und das ist eine wunderschöne völlig kitschfreie, liebevoll produzierte Popplatte die einem in kalten Winternächten die Seele warm hält und an heißen Sommertagen hilft zu entspannen.
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17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
zwischen wach und weg, 2. Mai 2008
nein, da sind keine hits drauf, da kann man die cd noch so sehr schütteln und draufklopfen, es fällt nichts raus, was an "neon golden" anschließt.
das muss ja auch nicht sein. "neon golden" war schlicht perfekt (selten war etwas, das so anders klang, so massenkompatibel), und gegenüber dem perfekten wird das nur nahezu perfekte stets fahl aussehen.
"the devil, you + me" ist ein album, das man am besten in einem bewusstseinszustand zwischen wach und weg hören sollte, also beim einschlafen, beim aufwachen oder zwischen dem sechsten und siebten getränk, dann kriecht diese musik widerstandslos ins blut und lässt sich von dort auch nicht mehr vetreiben. streicher, gitarren, pianos und elektronisches britzelbratzel wachsen hier ineinander wie die kräuter auf einer wiese, und dazwischen liegt eine bis an die grenze des verschwindens unaufgeregte stimme und erzählt traurige und weniger traurige sachen.
die herren aus weilheim haben wieder ein wunderbares album gemacht, aber eines, das sich nicht aufdrängt. will man mit ihm befreundet sein, muss man es abholen und durch häufiges hören begießen - es wächst mit jedem mal.
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