Nachdem man Billy Idol fast schon abgeschrieben hatte, zeigt er allen Zweiflern den Stinkefinger und veröffentlicht Ende März 2005 sein neues Album "Devil`s Playground". Nachdem vorab mittlerweile jeder Song des neuen Werks bei den entsprechenden Rockradios zu hören war, bleibt einem nichts anderes übrig, als den Hut vor diesem Album zu ziehen.
Nach über zehn Jahren Abwesenheit, in denen Billy Idol nur zwei neue Songs veröffentlicht hat, müssen wir uns jetzt warm anziehen. "Devil`s Playground" wirkt wie eine Retrospektive durch eine fast 30-jährige Karriere durch Punk, Hardrock, Rock und Pop, ohne dabei auch nur annhähernd altbacken zu klingen. "World comin down" und "Super Overdrive" klingen stark nach Idol`s erster Band "Generation X" und zeigt den heutigen Teens, woher Blink 182 und Sum 41 ihre Tunes haben. Rotzfrech und direkt nach vorn ohne Rücksicht auf Verluste.
Ohne den aktuellen Trends hinterher zu hecheln, trifft Billy Idol mit heftigen Krachern (Body Snatcher oder Scream) fast schon "numetal"-artig den aktuellen Zeitgeist, ohne auch nur ansatzweise bemüht zu wirken. Man merkt einfach, dass da eine grossartige Band einfach nur Spass am Musizieren hat.
Ein Song wie "Rat Race" zeigt, dass Billy Idol reifer und nachdenklicher geworden ist, aber dabei jünger und frischer wirkt, als so manche heutige Kapelle. Substanz zahlt sich halt aus.
Weiterhin gibt es extrem gelungene und keinesfalls aufgesetzt wirkende Ausflüge in Richtung Country ("Lady do or die" und "Plastic Jesus") und den einzigen Ausfall des Albums, den Weihnachtssong "Yellin`at the X-mas Tree".
Als Anspieltipp sei Euch "Evil Eye" angeraten, ein Song, der auch von U2 stammen könnte, aber wesentlich härter und kompromissloser klingt. Auch "Bodysnatcher" zählt zu den absoluten Highlights von "Devil`s Playground".
Alles in allem ein wirklich gelungenes Album, das uns eine nie gekannte Bandbreite von Idol`s einzigartiger und mittlerweile wirklich grandioser Rockstimme zeigt. Wer echte Musik mag, kommt nicht an "Devil`s Playground" vorbei.
Alle Zweifler und Kritiker, die immer wieder behauptet haben, Billy Idol sei ein Plastikpunk, sollten sich wieder in Ihren Ecken verkriechen. Dieses Album ist kompromissloser als alles, was wir bisher von diesem Mann zu Gehör bekamen, denn Billy macht auf dieser CD einfach, was er will und was er am besten kann, nämlich wirklich gute, anarchische Musik!
Fazit:
Billy Idol zeigt den grammynominierten "Green Day", wo der Hammer hängt. Dieser Mann ist mit knapp 50 Jahren einfach ein grossariger Musiker, der nichts von seinen alten Entertainerqualitäten eingebüsst hat.