Produktinformation
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Als das gleichermaßen von Punk, Wave und Neuer Deutscher Welle geprägte Debil 1984 erschien, störte sich zunächst noch niemand an den Songtexten. Zwei Jahre später dann wurde die LP auf den Index gesetzt, weil die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften der Ansicht war, Tracks wie "Claudia hat ´nen Schäferhund" oder "Schlaflied" könnten "Kinder und Jugendliche sozialethisch desorientieren". 2004 wurde diese Einschätzung zurückgenommen, die "satirische Form" der Lieder sei klar erkennbar. Der dadurch möglich gewordene Re-Release präsentiert neben dem kompletten Album (mit Klassikern wie "Paul", "Mädchen" und "Zu spät") die legendären frühen Soundtrack-Beiträge "Teenager Liebe" und "Grace Kelly", eine herrlich kaputte Version von "Claudia hat ´nen Schäferhund", den bislang unveröffentlichten Abspacer "Füße vom Tisch" und im Enhanced-Teil Videoclips zu "Teddybär" (live 1983) und "Schlaflied" (unplugged 2002). Abgerundet wird die wertige Scheibe von einem fetten Booklet mit Songtexten und erläuternden Liner Notes. -- Michael Rensen
30. November 2004: Debil wird aus der Liste der jugendgefährdenden Medien gestrichen. Im Gegensatz zu 1987 bemerkt die Behörde nun die satirische Form der Lieder, die von heutigen Jugendlichen aufgrund deren Medienerfahrung ohne Schwierigkeit als Fiktion eingeordnet werden können. Verrohungseffekte seien nicht zu vermuten. Diese Erkenntnis freut uns sehr, bedeutet sie doch, dass das Album nun wieder überall und für jedermann, -frau und -zombie erhältlich sein wird.
21. Oktober 2005: Es ist so weit: Debil, das Bernsteinzimmer der deutschen Popmusik, kehrt unter dem minimal veränderten Titel Devil ins gleißende Licht der flitzebogengespannten Öffentlichkeit zurück. Nachdem das Album wochenlang von Dutzenden Restaurateuren mit kleinen Pinseln und großen Hacken bearbeitet wurde, ist heute der große D-Day. Die Verpackung noch umweltfreundlicher, die Aufmachung unfangreicher und teuflischer, der Sound genauso wie immer und das alles angereichert mit Bonustracks aus einer längst vergessenen Zeit, als man auf Plattencovern Hawaiihemden und Robert-Smith-Tribute-Frisuren trug, Musik auf Vinyl presste und Bassisten noch Sahnie hießen. Denn die Jahre im Untergrund, all die durchwachten Nächte auf dreckigen Matratzen in semi-ansehnlichen Vororten, all die verlorenen Partien Doppelrippskat und die schwieligen, meist ungewaschenen Hände der Konspiration, durch die dieses Album gewandert ist, haben ihm nichts anhaben können. Der Zahn der Zeit hat seinen Zug verpasst, und so erstrahlt das DIE ÄRZTE-Debüt kraftstrotzend und gut aussehend wie am ersten Tag. Nicht umsonst werden hier im AK-47-Takt Bandklassiker abgefeuert wie Paul, El Cattivo, Claudia oder Zu spät, das Schuld und Sühne der achtziger Jahre, das seit 21 Jahren genauso zu Konzerten von DIE ÄRZTE gehört wie Wörter, die sich auf das, was Uhren machen, reimen. Alles, was DIE ÄRZTE später so berühmt, erfolgreich und einzigartig machte, fand auf dem Debüt seinen Anfang. Debil ist der Samen, der im fruchtbaren Schoß aus Punk, Pop und Berlin-spezifischem Achtziger-Wahnsinn eine paarungswillige Eizelle fand, dort wuchs und gedieh, worauf als Frucht der Lenden die Beste Band der Welt entstieg. Als Devil kehrt das Album nun heim aus dem Reich der Legende, um Zeugnis abzulegen gegen die Wissenden und die Unwissenden gleichermaßen. Bereiten wir ihm einen gebührenden Empfang.
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Wären die Ärzte eine britische oder französische Band, sie hätten schätzungsweise bereits mit ihrer allerersten EP richtig Ärger bekommen, denn speziell in Monaco dürfte die Anzahl der Menschen, welche im Jahre 1982 eine Textzeile wie "Grace Kelly pass' auf, in der Kurve lauert der Tod" lustig gefunden hätten, äußerst begrenzt gewesen sein.
Aber die Ärzte sind nun mal eine deutsche Band und so dauerte es ein wenig länger bis die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften die verschlüsselte Warnung auf "Debil" richtig deuten und entsprechend präventive Maßnahmen zum Schutze der Öffentlichkeit einleiten konnte.
Volle zwei Jahre lang war das Album öffentlich bei jedem besseren LP-Dealer erhältlich , dann jedoch schlug man unerbittlich zu und machte dem Treiben ein Ende:
"Debil" landete - gemeinsam mit Album Nummer drei ("Die Ärzte") - auf dem Index und durfte nur noch an Menschen über 18 Jahre verkauft werden, die Gefahr war zwar nicht gebannt, doch stark eingedämmt!
Am 29.Oktober 2004 wurde es plötzlich freigegeben, einfach so und um das entsprechend zu würdigen, bringen die Ärzte es nun neu in die Läden, umbenannt in "Devil" erweitert um vier Bonustracks, zwei Videos und im wunderschönem LP-Replica-Klappcover.
Die garstige alte Billig-CD, welche so uniform und doof aussieht wie alle CBS-CDs dieser Zeit - da das Label im Digital-Wahn Ende der Achtziger Künstler-Backkataloge schubweise "versilberte" und dabei Null Wert auf Ästhetik legte - kann man dafür getrost ausmustern oder den jüngeren Geschwistern geben!
Auch Vinyl-Freunde können ausmustern, denn "Devil" kommt zusätzlich als tolles Doppel-Album im Klappcover - so sind alle glücklich!
Beide Formate haben ein informatives, absolut lustiges Beiheft, welches man einfach unmöglich in der Öffentlichkeit lesen kann, ohne gleich mehrfach in schallendes Gelächter auszubrechen.
Und die Musik?
Wie alle wirklich guten Witze sind auch die Kalauer auf "Debil" noch genauso frisch und unverbraucht wie beim ersten Hören Anfang 1985 - egal ob es sich um das Umfahren von Omas in Supermärkten, Goldkettchen von Bademeistern oder den unsterblichen Satz "Nie werde ich den Tag vergessen, als wir den Bus versäumt haben und zu spät zum Religionsunterricht kamen" handelt.
Auch das von einer Frauenstimme gesprochene "Du bist langweilig und doof!" ( in "Kamelralley") klingt 2005 so toll wie eh und je - wie viele junge Männer mögen diesen Satz in den letzten zwanzig Jahren von der Dame ihres Herzens - teilweise zurecht! - zu hören bekommen haben?!
Auf die Ärzte trifft das jedenfalls nach wie vor nicht zu:
"Debil"/"Devil" macht jung, hält jung und gehört definitiv in jede Sammlung - Musik für glückliche Teenager zwischen Dreißig und Vierzig!
Aber bekanntlich kennen wir ja den erfolgreichen Verlauf der Bandgeschichte & haben hier mit dem Re-Release des Erstlingswerkes "Debil" von 1984 (das nun in "Devil" umbenannt wurde), den Grundstein ihrer Erfolgsgeschichte vor uns liegen & da die "Skandelgeschichte" um das Album mittlerweile ja den meisten gut bekannt sein sollte, gehe ich doch gleich mal auf den Inhalt des Albums ein.
Die ersten 13 Lieder sind alle in ihrer Grundform gleichgeblieben und es wurde somit also nichts verändert: verspielt, witzig, humorvoll, ironisch, skurril & grotesk. Aber vor allem: Authentisch & im typischen "Ärzte-Fun-Punk-Stil"!
Wir finden einerseits in dieser Tracklist wahre Raritäten wie die von Sahnie gesungene (und durchaus gelungene) Ballade "Kamelrally" oder Farin's "Cowboyhymne" in Form des Songs "Micha". Aber auch viele unsterbliche & bis heute zeitlose Klassiker hat dieses Werk hervorgebracht: an erster Stelle sei natürlich DER Ärzte-Klassiker "Zu spät" erwähnt. Ebenso aber z.B. auch die kultig-verspielte "Bademeisterhymne" namens "Paul" oder den diabolischen & Rhythmustreibenden "El Cattivo".
Lediglich 37,55 Minuten Laufzeit brachte das Album damals zu Stande, aber dies lässt sich nun problemlos durch das neu enthaltene Bonusmaterial steigern:
"Teenager Liebe", "Grace Kelly" und "Ärzte-Theme" stammen in diesen vorhandenen Versionen direkt aus dem 85er Kultfilm "Richy Guitar" (in welchem ja bekanntlich u.a. "Die Ärzte" in den Hautrollen zu sehen sind). "Claudia" wird in einer exklusiven und frühen "Demo-Version" veröffentlicht und "Füße vom Tisch" ist gar eine bis heute unveröffentlichte Perle aus der Anfangszeit der drei Berliner (aber Achtung: nach diesem Lied gibt es noch einen kleinen "Hidden-Track" zu entdecken! Sozusagen ein kleiner "Sahnie-Bonus").
Abschließend bekommen auch noch die Augen des geneigten Hörers, im Form zweier CD-Rom Videoclips, etwas geboten: Nämlich einmal den extrem raren Live-Videoclip des Songs "Teddybär" (von 1983) und zum zweiten eine Unplugged-Version des "Schlafliedes" (von 2002).
Na, wenn das nichts ist!? Nicht nur Fans, sondern auch Neugierige, werden mit dieser Neuveröffentlichung garantiert einen sehr guten Griff machen, denn SO VIEL "Nostalgie & Kult" (gepaart mit Extras der Neuzeit) bekommt man wahrlich nicht täglich zu Gesicht!
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