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33 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Opulente Bildpracht, 11. September 2006
Ich habe diesen Film auf Hindi mit englischen Untertiteln gesehen. Ich kann nur hoffen, daß Universum eine gute deutsche Fassung vorlegt. Hinsichtlich der Hindi-Fassung hat Universumfilm bestätigt, daß das Original keine deutschen Untertitel haben wird. Dies ist schade, da die Synchronisationen indischer Filme meist bestenfalls mittelmäßig sind, so daß das Original mit Untertiteln den größeren Filmgenuß erzeugt (einzige Ausnahme in meiner Erfahrung bisher war 'Raincoat').
Obwohl der Inhalt des Films stark von der von Saratchandra Chattopadhyays 1917 geschriebenen Novelle abweicht (dort sind die Protagonisten bei Paros Eheschließung erst 13 und 19 Jahre jung und damit weitaus überzeugender in ihrer Hilflosigkeit gegenüber ihren Eltern und in ihren schwankenden - von Stolz und Hemmungen beeinflußten - Gefühlen; Devdas hat Indien nie verlassen und während seiner vier Jahre Studium in Kalkutta nur eine oberflächliche Weltläufigkeit erlangt) überzeugt dieser Film trotz logischer Probleme durch die Darstellerleistungen der drei Protagonisten. Shah Rukh Khan als Devdas liefert eine grandiose tour de force vom arroganten Schnösel über den hoffnungslosen Trinker zum an Leberzirrhose Sterbenden, Madhuri Dixit als Kurtisane Chandramukhi war selten besser, und Aishwarya Rai liefert eine facettenreiche Wandlung von der kapriziösen Liebenden Paro zu entsagenden Ehefrau Parvati.
Was den Film aber eigentlich sehenswert macht ist die hemmungslose Prachtentfaltung, die 'Devdas' zu einem der teuersten Filme Bollywoods machte. Die Paläste, die in diesem Film zu sehen sind (selbst die verachtete Händler-Familie von Paro bewohnt einen Märchenpalast aus bunten Glasfenstern) sind optisch so überwältigend, daß man den Film allein deswegen öfters ansehen kann.
An der Regie von Sanjay Leela Bhansali gibt es nichts zu mäkeln. Die Kameraarbeit von Binod Pradhan paßt perfekt. Die Nebendarsteller sind durchwegs sehr gut (z.B. Kiron Kher als Paros Mutter, Jackie Shroff als Devdas Freund Chunnilal), es gibt hier keine Ausfälle wie in anderen indischen Filmen. Die komplex strukturierte Musik von Ismail Darbar ist gut, wenn auch für westliche Ohren gewöhnungsbedürftig. Die Choreographien von Saroj Khan überzeugen. Nur die Filmstory vom Regisseur Sanjay Leela Bhansali, die an das Alter der Stars angepaßt wurde, wirkt oft unlogisch (Warum sollte ein gestandener Jurist mit 10 Jahren Auslandserfahrung eine solche ungefestigte Persönlichkeit aufweisen? Warum durchschaut niemand die ewigen Intrigen von Devdas' Schwägerin, die als Film-Bösewicht hinzuerfunden wurde?).
Fazit: der Film ist ein opulentes Gesamtkunstwerk fürs Auge (Ausstattung, Kostüme, Sets, Ausleuchtung, Kamera), das zwar leider nicht den psychologischen Tiefgang der Romanvorlage erreicht, dafür aber prunkvolle Unterhaltung nonstop bietet - selbst der Tod wird in regnende Blüten gebettet und mit goldenen Palastszenen gegengeschnitten. In knapp 80 indischen Filmen habe ich nichts ähnlich bombastisches gesehen. Trotz des nichtvorhandenen Bollywood-üblichen Happyends für Leute geeignet, die Bollywood in seiner typischen - in Emotionen gebadeten - Realitätsferne kennenlernen wollen.
DVD laut FSK, cinefacts und Universum am 11.9.06: 175 Min (meine EROS-Fassung läuft 185 Min.), FSK 12 Jahre, 16:9 anamorph, Tonformat: Dolby Digital 5.1 in Deutsch, Dolby Digital 5.1 in Hindi, Extras: Making of (ca. 20 Minuten)
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24 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Devdas- Es waren zwei Königskinder..., Klassiker UK Version, 12. Februar 2006
Dieser Film erinnerte mich sofort an die zwei Königskinder die nicht zusammengekommen sind, weil das Wasser zu tief war.Das tiefe Wasser in diesem Fall waren Devdas´s despotischer und elitärer Vater, seine Mutter, die eine standesgemässe Heirat für ihren Sohn will und nicht Paro, die Tochter einer ehemaligen Tänzerin. Auch die geldgierige, missgünstige Schwägerin spinnt intrigant alle Fäden um Devdas späteres Zerwürfnis mit der Familie noch mehr zu vertiefen. Devdas und Paro lieben sich seit ihrer Kindheit. Nach zehn Jahren Abwesenheit kehrt Devdas in den Schoss der Familie und auch zu Paro zurück. Devdas ist unfähig sich gegen seinen strengen Vater durchzusetzten und sich zu Paro zu bekennen. Er schreibt ihr sogar einen Abschiedsbrief. Er ist verzweifelt vor Liebeskummer und lässt sich von einem Freund überreden, Ablenkung zu suchen, an einem Ort wo die Frauen zugewandter sind, ein Edelbordel. Dort trifft er auf Chandramuki. Für Chandramuki ist Devdas von Anfang an: der Mann, ihre grosse Liebe. Devdas befangen vor Arroganz und Vorurteilen gegenüber einer Kurtisane, verlässt fluchtartig das Etablisement, will zurückkehren zu Paro, sich in Liebe zu ihr bekennen. Es ist zu spät. Paro heiratet einen anderen. Die Tragödie nimmt ihren lauf. Paro endet in einem goldenen Käfig und Devdas verfällt der Trunksucht und wünscht sich nur noch den Tod. Dieser Film ist für mich nicht deswegen so großartig, weil er melodramatisch eine unerfüllte Liebe beschreibt, sondern weil in ihm etwas ganz besonderes vorborgen ist. Devdas kehrt ja wieder, nachdem Paro verheiratet wurde, in das Bordell zurück. Zu Chandramuki. Kurtisanen sind nicht nur in Indien, sondern wie auch in unserer ach so lieberal geltenden westlichen Welt, nach wie vor verfehmt(wenn auch heimlich begehrt). Devdas öffnet sich also für die Liebe zu einer anderen Frau und diese Frau ist eine Kutisane. Er liebt Paro und Chandramuki ("die Heilige und die Hure" das gespaltene Frauenbild in der männlichen Psyche). Devdas hebt dadurch, dass er sich auch zur Liebe für Chandramuki bekennt diese Spaltung auf. Seine Liebeserklärung zu Chandramuki ist übrigens eine der berührendsten Szenen, mit einer unglaublichen zu Herzen gehenden Innigkeit, die einen fast atemlos beim Zusehen macht. Nach und nach lässt er zu, dass sie ihn bei seinem unaufhaltsamen Abstieg liebend begleitet. Dieser Film ist ein Klassiker. Von der Kulisse her könnte er in jeder Zeit spielen, prunkvolles Bollywoodkino, sehr kostbar und leibevoll ausgestattet. Wunderschöne Musik und Tanzeinlagen (Paro und Chandramuki tanzen gemeinsam auf einem Fest). Die Frauenrollen toll besetzt. Aischwarya Raij als Paro: voller Mädchenblütenträume, neckisch-süss, wunderschön. Maduri Dixit als Chandramuki: sehr schön, begnadete Tänzerin, erotisch, weise. Noch etwas zu Shahrukh Kahn. Jeder weiß, dass er ein wahnsinnig talentierter und großartiger Schauspieler ist. Aber es gibt Filme in denen er seine Rolle so spielt, dass ich mich vor seinem hohen Können nur noch verneigen möchte. Devdas ist zum Beispiel so eine Rolle. Ich habe die UK-Version gesehen und würde mir wünschen, das es diesen Film mit deutschen Untertiteln gäbe (aber wirklich gut untertitelt, nicht so luschig wie manche Filmvertreiber arbeiten). Er gehört auf jedenfall in die Bollywoodsammlung.
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39 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Besser als Hollywood, 16. Mai 2004
Ich habe mir dann den Film angesehen und war und bin begeistert. Zur Story: Der (natürlich reiche) Sohn einen Familien kehrt nach langen Studienaufenthalt in London zurück nach Indien. Zeit ca. 1850. Er ist seit früheren Zeiten in die Nachbarstochter verliebt (und sie in ihn). Sie schwören sich ihre Liebe. Aber da die Mutter von ihr eine ehemalige Tänzerin ist und der Vater nur ein Beamter, lehnt seine Mutter eine Verbindung ab, da nicht standesgemäß und beleidigt ihre Mutter. Diese schwört sich zu rächen und verheiratet ihre Tochter mit einem Aristokraten (noch unglaublich reicher und angesehener), der verwitwet ist und nur eine Mutter für seine Kinder sucht (sonst nichts). Der Sohn fügt sich seiner Mutter und wird darüber zum Alkoholiker. Sie sehnt sich nach ihm, fügt sich aber den Konventionen. Der Sohn schlüpft bei einer Kurtisane unter, die wiederum ihn liebt, was er nicht erwidert. Zum Schluss stirbt er am Alkoholismus und sie darf das haus nicht mehr verlassen, da auch sie die Kastengrenzen überwinden wollte. Der Film ist einfach opulent mit Bauten, Kostümen und Licht ausgestatten. Die Tanz und Singszenen sind einfach atemberaubend. Wer glaubt, dass die Bühnenperformances eine Madonna, Spears oder ähnlich gut sind, sollte sich einmal so etwas ansehen. Das bläst es weg. In dem Film sind alle Rollen mit den Superstars des indischen Films besetzt. Die Bonus DVD bietet noch viele Extras. Unbedingt ansehen. Ach ja, ich bekenne mich dazu: Ich bin der Hauptdarstellerin Aishwarya Rai hoffnungslos verfallen ;-)
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