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Deutschstunde Siegfried Lenz liest seinen Roman
 
 
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Deutschstunde Siegfried Lenz liest seinen Roman [Hörkassette]

Siegfried Lenz
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Produktinformation

  • Hörkassette
  • Verlag: Hoffmann und Campe (1. Januar 1996)
  • ASIN: 3455301010
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (47 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 5.205.822 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Siegfried Lenz
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Siggi Jepsen hat einen Deutschaufsatz ber ˜Die Freuden der Pflicht˜ zu schreiben. Ein Thema, das ihn zwangsl„ufig an seinen Vater denken l„˜t, einen Dorfpolizisten, der eines Tages einen hochpolitischen Auftrag erh„lt....˜Ein Meisterwerk, dessen Ernst voller Trauer ist - wie es nur bei einem Beobachter sein mag, der Humor hat.˜ (Werner Weber)

Autorenportrait

Siegfried Lenz, am 17. März 1926 in Lyck (Ostpreußen) geboren, begann nach dem Krieg in Hamburg das Studium der Literaturgeschichte, Anglistik und Philosophie. Danach wurde er Redakteur. Seit dem Erscheinen seines ersten Romans "Es waren Habichte in der Luft" im Jahre 1951 zählt er zu den profiliertesten deutschen Autoren. Seit 1951 lebt Lenz als freier Schriftsteller in Hamburg.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
25 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Ich verstehe, dass viele Leser diesen Roman langatmig und langweilig finden. Es hängt wohl davon ab, ob die Liebe zum Roman trotz der raumgreifenden und zeittrotzenden Schilderungen erhalten bleibt: bei mir blieb sie erhalten. Ich stelle mir aber den Zeitgeist der heutigen Schulklassen vor und kann gut nachfühlen, dass die Geschichte dort bei vielen nicht gut wegkommt. Bei mir sieht die Paperback-Ausgabe nach dem Lesen nicht mehr gut aus: Ergebnis von 6-wöchigem vielfachem Herumtragen, Einpacken, Herausnehmen, auch Nassregnen.

Ein Thema dieser Geschichte ist die Malerei: spontan hat mich auch die Art des Erzählens und Beschreibens ans Malen erinnert: Lenz lässt sich viel Zeit: mit ein paar Pinselstrichen skizziert er die Stimmung, durch zaghaft und langsam aufgetragene Farben füllt er die Handlung mit Leben, es kann schon ein paar Seiten dauern, bis das Bild fertig ist.

In Rückblenden reflektiert ein Jugendlicher seine Kindheit und das Verhältnis zu seiner Familie mit einer Ausdauer, Detailtreue und Einfühlsamkeit, dass ich den Roman spontan ins Herz geschlossen habe. Sehr betroffen hat mich der im Elternhause Jepsen herrschende Ton gemacht: hier fehlen Liebe und Verständnis völlig. Darüber hinaus kommt es einer gemeinen Vergewaltigung des Kindes Siggi gleich, dass er von der Eltern als Horchposten und Helfershelfer missbraucht wird. Für den Vater soll Siggi den Maler ausspionieren, mit dem er befreundet ist. Seine Mutter benutzt ihn, um die Sachen des von den Eltern gehaßten (aber von Siggi geliebten) Schwiegersohnes zu packen, als dieser aus dem Haus gewiesen wird. Zwischen den Eltern und der Zuneigung zum Maler zerrieben und verwirrt entwickelt er Ängste und kleptomanische Neigungen, die ihn schließlich in die Besserungsanstalt bringen.

Dass die Eltern in ihrer Sturheit derart aufgehen (hier mit dem Wort Pflicht verwechselt) zeugt von übergroßem Haß gegen alles und jeden. Aber so geht es allen drei Kindern: Klaas muß fürchten, von seinen Eltern an die Kriegsgerichtsbarkeit ausgeliefert zu werden, Siggi wird zwischen den Familienfronten zerrieben, Hilkes Freund wird aus dem Hause verwiesen, da der den Vorstellungen von einem Schwiegersohn nicht entspricht. Die Eltern haben alle ihre Kinder verraten. Somit ist die Freude an der Pflicht nur ein Synonym für die kalte, gefühlsstarre Welt des Hauses Jepsen. Und so gleitet Siggis Stimmung von Melancholie beim Betrachten des Eises auf dem Fluß bis zu tiefer Traurigkeit bei den Rückblenden zur Kindheit in Rugbüll.

Während ich die Kapitel des Romans las, hatte ich schon die Stimmen meiner ehemaligen Deutschlehrer und -lehrerinnen im Ohr: Widerstandskampf, NS-Zeit, Wertung des Romans im Kontext der damaligen Zeit. So ein Quatsch. Ist dieser Roman nicht gänzlich unpolitisch? Da ist ein Mensch, der malt und ein anderer, der sich hinter dümmlich starrer Pflichterfüllung versteckt und hier seine Bestimmung zu finden glaubt. Am Anfang sind es immer Menschen, die den Ton vorgeben, bevor dann andere hinterhertrotten. Denn es lohnt sich für sie: trotz seiner relativ unbedeutenden Landpolizisten-Autorität kann er sich auf, ja über das Niveau des Malers erheben.

Fazit: ein toller Roman voller Gefühl, trauriger Erinnerungen und vielfältiger Nordseestimmungen.
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36 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von junior-soprano TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Es lohnt sich allein schon wegen des Umgangs mit der deutschen Sprache diesen Roman zu lesen. Das Lesen macht Spaß! Lenz widmet sich zwar dem Thema über das wirklich schon alles gesagt wurde, aber er formuliert es zumindest sehr gut. Wieder mal geht es um die Zeit des Nationalsozialismus. Genauer gesagt um die Zeit danach und die Verarbeitung dieser folgenschweren 12 Jahre. Ehemalige überzeugte Nationalsozialisten wollten nach 1945 natürlich damals nie dabei gewesen sein. Alle waren nur Opfer. „Die Freuden der Pflicht" ist das Thema einer Strafarbeit, die die Hauptfigur des Romans in einer Schule im Nachkriegs-Hamburg schreiben soll. Das könnte auch der Titel des Romans sein. Lenz beleuchtet das deutsche Wesen, mit seiner Autoritätshörigkeit, Treue, Disziplin, Fleiß, Altruismus und seiner Opferbereitschaft. All die Eigenschaften, die Deutschland groß gemacht haben und dann im Dritten Reich für Hitlers Ziele instrumentalisiert wurden und für Jahrzehnte nur noch negativ besetzt waren. 1968 als dieser Roman erschien wurde die Vergangenheit im großen Stil aufgearbeitet.
„Deutschstunde" hat bis heute nichts an Wichtigkeit verloren.
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Mag Wolfgang Neubacher TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
...immer noch ein großartiger Roman!
Es ist ein interessantes Gefühl, wenn man sich einen Roman, der vor Jahrzehnten (konkret:1968) erschienen ist und damals ein Riesenerfolg war, nach einer längeren Zeit wieder einmal "zu Gemüte führt". Da die Spannung auf den Ausgang ja wegfällt, kann man sich auf andere Sachen konzentrieren. Ergebnis: viele neue Einsichten - wobei die wohl wichtigste diejenige ist, dass das Buch nichts von seiner Qualität eingebüßt hat.
1968, im Jahr der Studentenrevolte, erschien das Werk. Zufall? Oder war Siegfried Lenz fast hellseherisch "voll am Puls der Zeit", als er gerade in diesem Jahr die Figur des Siggi Jepsen, der die Sünden seines Vaters büßen will und muss, der Öffentlichkeit vorstellte?
Die Handlung ist wahrscheinlich den meisten literarisch Interessierten bekannt: Siggi sitzt in einer Jugendstrafanstalt und soll einen Aufsatz über die "Freuden der Pflicht" schreiben. Zu viel fällt ihm ein, sodass er ein leeres Heft abgibt. Folge: Er muss den Aufsatz noch einmal schreiben - und die Sache gewinnt eine Eigendynamik. Siggi schreibt sich in monatelanger Arbeit seinen Frust über die Auseinandersetzung zwischen seinem Vater, "dem nördlichsten Polizeiposten von Deutschland", und dem Maler Max Nansen, der von den Nazis ein Malverbot bekommen hatte, das Siggis Vater überwachen sollte, von der Seele. Unter dieser Vaterfigur leidet Siggi, rund 10 Jahre nach dem Beginn der Auseinandersetzungen zwischen den beiden Männern, immer noch; ebenso leiden sein Bruder Klaas und seine Schwestwe Hilke. Alle drei sind Kinder von Eltern, die im Nationalsozialismus "nur ihre Pflicht taten" - und das Ergebnis geriet (im Privaten wie im Öffentlichen) zur Katastrophe.
Die Sprache wirkt heute noch frisch und modern; die formale Gliederung in 20 Kapitel mit dem Erzähler Siggi überzeugend.
Interessantes Detail am Rande: Siegfried Lenz, der 2006 seinen 80. Geburtstag feiert(e), erhielt nach dem Erschienen des Buchers Briefe von Lesern, die das Schicksal von Siggi Jepsen, das zum Schluss offen geblieben war, weitergesponnen haben. Mehr kann man sich als Autor eigentlich nicht wünschen, oder?
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Lesen ist besser als hören
Ich hatte mir mehr versprochen, aber wohl die "Gebrauchsanweisung" nicht aufmerksam gelesen. Einige Auszüge sind gut, man hört aufmerksam zu. Lesen Sie weiter...
Vor 12 Stunden von Monika L. veröffentlicht
Bester Deutscher Nachkriegsroman!
Habe den Roman vor vielen Jahren schon zweimal gelesen und er gefällt mir bei dritten Mal noch viel besser. Lesen Sie weiter...
Vor 3 Monaten von sternenreich09 veröffentlicht
Ein zeitloser Klassiker!
Den Inhalt dieses grandiosen Werkes zum 46. Mal wiederzugeben, erspare ich mir - dazu genügt ein Blick auf die Amazon-Beschreibung. Lesen Sie weiter...
Vor 3 Monaten von Manfred Küper veröffentlicht
Langatmig
Sorry, Siegfried Lenz, aber dies sind 500 Seiten Humorlosigkeit und Langeweile. Seitenlange Beschreibungen über die Landschaft, über die Kleidung oder die Gesten ihrer... Lesen Sie weiter...
Vor 3 Monaten von Lothar Müller-Güldemeister veröffentlicht
Pflichtlektüre
Siggi Jepsen sitzt in einer Anstalt für schwer erziehbare Jugendliche und gibt ein leeres Heft ab, als er einen Aufsatz über "die Freuden der Pflicht" schreiben soll. Lesen Sie weiter...
Vor 4 Monaten von Kiepura veröffentlicht
Nur Auszüge
Ich bin total enttäuscht vom Produkt, da es sich nur um eine Zusammenfassung gekürzter Kapitel aus beiden Büchern handelt. Lesen Sie weiter...
Vor 5 Monaten von Martin Schröder veröffentlicht
5 Sterne für's Buch, 1 Stern für die Lesung, 1 Stern...
Über die Qualität des Buch ist so viel gesagt worden, dass ich hier mal über die UNGEKÜRZTE AUTORENLESUNG schreiben möchte. Lesen Sie weiter...
Vor 6 Monaten von F. Helbig veröffentlicht
Ein Meisterwerk der deutschen Literatur
"Deutschstunde", von Siegfried Lenz, ist ein sehr interessanter Roman. Eigentlich ist die Entwicklung ziemlich langsam; trotzdem, ist das Buch immer spannend und der Leser teilt... Lesen Sie weiter...
Vor 9 Monaten von Riccardo veröffentlicht
Sohn eines Polizisten
DAS IST DIE GESCHICHTE SIGGIS - Sohn eines Landpolizisten, der nie geanu weiß, ob es richtig ist, was sein Vater tut. Lesen Sie weiter...
Vor 15 Monaten von audiobookfan H. veröffentlicht
Sprachlich wohlfeil, aber durchaus mit Längen
Siegfrid Lenz' Deutschstunde trifft die Pflicht ins innerste Mark. Lenz erprobt sich in diesem seinem Opus magnun an einer Fundamentalkritik der Tugend zum blinden Gehorsam, der... Lesen Sie weiter...
Vor 17 Monaten von Gordian Ezazi veröffentlicht
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