Wer hätte gedacht, dass es in Deutschland so viel Wildnis, so viele wilde Tiere gibt? Auch wenn ich bei wilden Tieren eher weniger an Hirschkäfer ( S. 30), Seesterne ( S. 96) oder den Haussperling ( S. 120) denke, und mehr die Seeadler ( S. 142), die Fischotter ( S. 154) oder die Wölfe, Luchse und Braunbären ( S. 22- 30) im Sinn habe. Die Marderhunde, über die man gelegentlich liest, habe ich im Buch vermisst. Dafür die Dachse, die Auerhühner, Schreiadler und Schweinswale entdeckt...und so einige Tierarten mehr.
Der schöne, engagierte Bildband stellt all diese Tiere in ihrem Lebenszusammenhang vor. In sechs Lebensräume gegliedert, werden auf den einzelnen Doppelseiten die typischen Wildtierarten liebevoll, unterhaltsam und pointiert in Wort und Bild dargestellt. Wer wusste schon, dass Kassel als Stadt der Waschbären gilt? Oder dass es alleinerziehende Füchsinnen gibt? Ein tolles Buch auch für Kinder, da es vom Ziel her offensichtlich mehr den verborgenen Reichtum unserer Natur darstellen möchte, als ihre zunehmende Verarmung. Text und Fotos sind brilliant. Frisch und anrührend. Trotzdem kein oberflächliches Haitaitai- Buch. Eher ein Kleinod, das die Liebe zur Natur auf eine angenehm überzeugende Art zu wecken versteht. Und was man liebt, auf das passt man ja bekanntlich auch gut auf.