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32 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eine Rezension von www.jugendleiter-blog.de, 6. Oktober 2008
In der heutigen Buchbesprechung stellen wir euch ein in Deutschland heiß diskutiertes Buch vor, das seit seiniger Veröffentlichung für Aufregung gesorgt hat. Das Buch heißt "Deutschlands sexuelle Tragödie - Wenn Kinder nicht mehr lernen, was Liebe ist" und wurden von Bernd Siggelkow und Wolfgang Büscher geschrieben.
Das Buch beschreibt die Erfahrungen, die die beiden Autoren während ihrer Arbeit mit Kindern in dem Sozial-Projekt "Die Arche" in Berlin gesammelt haben. Das Angebot richtet sich an Kinder und Jugendliche, die Ansprechpartner suchen oder Kontakt zu anderen Jugendlichen finden wollen. Die Autoren skizzieren die Lebensläufe und sexuellen Erfahrungen, die aus den Kindern das gemacht haben, was sie nun sind. Und diese Geschichten sind häufig sehr erschreckend und regen zum Nachdenken an.
Kann es normal sein, dass Kinder vor der Schule von ihren Eltern vor den Fernseher gesetzt werden und Pornos sehen sollen? Kann es normal sein, wenn ein allein erziehendes Elternteil ihre Kinder beim Sex mit einer fremden Person zuschauen lässt? Oder kann es normal sein, wenn Kinder auf sogenannten Home-Parties mehrere Tage durchfeiern und das ganze zu einer Art "Gang Bang" ausartet, bei dem jedern mit jedem Sex hat?
Die Auswahl der Fälle hat den Autoren einiges an Kritik bereitet: es ist keine repräsentative Stichprobe und die Fälle seien Einzelfälle. Zommer.de hat dem Buch und der Diskussion sogar ein eigenes Top-Thema gewidmet. Auch wenn die statistischen Daten keinen klaren Trend erkennen lassen: für mich war es erschreckend, was für Erfahrungen Kinder machen müssen. Jeder Einzelfall ist einer zu viel.
Das Buch selbst besteht aus 32 "Fallbeispielen" und aus kurzen Texten, die die Fälle unterbrechen und zusammenfassen und Trends und Fakten beschreiben. Beim Lesen der Fälle störte es ein wenig, dass die Autoren manchmal stark wertende Begriffe verwendeten, die den Leser zu einer vorgefertigten Meinung drängen. Hier wäre etwas mehr Objektivität wünschenswert gewesen.
Auch wenn das Buch nicht direkt zur Jugendarbeit passt, so kann ich es doch jedem nur ans Herz legen. Es ist eine aufrüttelnde Darstellung an realen Lebensläufen!
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15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Gut recherchiert, aber tendenziell, 2. Mai 2009
Seufz... ein weiterer Anschlag des Gutmenschentums. Gleich voraus: ich bewundere die Leistungen der Arche-Mitarbeiter und ihr Engagement. Die in diesem Buch aufgeführten Berichte sind haarsträubend und teilweise erschütternd, keine Frage. Wo früher sexuell nicht aufgeklärt wurde, fehlt es heute offenbar an der emotionalen Aufklärung; noch schlimmer sind die Ahnungslosigkeit oder die Gerüchte, was Verhütung und Geschlechtskrankheiten betrifft, und es ist gut, dass dieses Buch solche Missstände aufzeigt. Was mich jedoch an dem ganzen stört, ist das Wörtchen "mehr" im Untertitel.
Unsere Kinder lernen also nicht "mehr", was Liebe ist. Doch wussten sie das "früher"? Allein die hohe Scheidungsquote lässt Zweifel darüber aufkommen, ob die älteren Generationen mehr über Liebe wissen als die jetzigen. Und wie ein Vorrezensent schon ganz richtig feststellte, war es früher üblich, dass Ehen arrangiert wurden, und in vielen Ländern ist das immer noch so. Die Idee der romantischen Liebesehe kam in Europa vor ca. 200 Jahren auf. Gerade in ärmeren Familien spielte sich früher das ganze Familienleben in einem einzigen großen Wohn- und Schlafraum ab und die Kinder bekamen oft sehr deutlich die "Tatsachen des Lebens" mit, noch bevor sie selbst pubertär waren. In vielen Ländern der 3. Welt ist das bis heute unverändert.
Das von den Autoren als einzig richtige Familienleben propagierte, mit einem Haus bzw. einer Wohnung, in der jeder einen Rückzugsraum hat, kam erst in den 50er Jahren auf und ist rein finanziell für viele bis heute nicht machbar. (Wenn außerdem die Eltern getrennte Schlafzimmer möchten, um einander mehr Freiraum zu geben, wird gleich getuschelt, die Ehe sei wohl gestört...) Zuverlässige Verhütung und damit die heute allgemein übliche Kleinfamilie kam mit der Pille erst Ende der 60er auf. Wie viele gut situierte Eltern sehen ihre Kinder nicht mehr als finanzielle Einnahmequelle (früher als Altersvorsorge, heute, weil es vom Staat Kindergeld gibt - das dann oft versoffen und verkifft wird), sondern als Statussymbol, und quälen sie mit völlig unrealistischen Erwartungen? In wie vielen gutbürgerlichen Familien wird das Thema Sexualität totgeschwiegen, oft sogar unter dem Vorwand, die Kinder würden ja heute in der Schule aufgeklärt? Wie viele junge Mädchen und Frauen fallen bis heute auf die Mär der "einzig wahren, großen, einzig seligmachenden Liebe" herein und schlafen zwar nicht mit jedem, warten aber und warten, bis sie am Ende vor Sehnsucht garantiert auf den Falschen hereinfallen oder sich an den Partner klammern, bis selbst eine gute Beziehung zum Scheitern verurteilt ist? Eine allzu "perfekte" Familie kann auch dazu führen, dass manch einer das "Hotel Mama" nicht verlassen will und nie selbständig wird, ein heute ebenfalls immer häufiger vorkommendes Phänomen.
Das Problem mit der konservativen Einstellung der Autoren ist, dass sie es zwar gut meinen, aber nicht zugeben, dass sie es auch gut mit sich selbst meinen. Die Autoren fühlen sich offenbar der jüngeren Generation überlegen, sehen ihre Lebenseinstellung als die einzig richtige an und übersehen oft, dass die in ihrem Buch beschriebene Misere nicht nur auf die äußeren Umstände im Leben der Jugendlichen fußt (Armut, soziale Vernachlässigung), sondern auf deren eigenen freien Willen. (Als "braves" Kind darf man diesen aber bekanntlich nicht oder nur sehr eingeschränkt haben. :-) 16jährige werden in diesem Buch als Kinder bezeichnet; schon über die Mode der Jugendlichen schütteln die Autoren oft den Kopf - sie passt offenbar nicht in das Bild der "braven, lieben Kinder", die man sich so vorstellt.
Ich wurde während meiner Pubertät übrigens auch gemobbt, weil ich weder mit obszönen Ausdrücken schmeißen noch schon mit 14 mit dem nächstbesten Jungen ins Bett gehen wollte. Dies an einer relativ "normalen" Schule, zwar nicht konventionell-bürgerlich, aber in der es weder Alkohol noch Drogen gab, und - ich betone - vor 25 Jahren. So traurig diese Problematik ist und soviel Auftrieb sie heute durch Hartz IV, schlechte Ausbildungsmöglichkeiten, schwächer werdenden Mittelstand, Pornos und Internet-Chatrooms finden mag, neu ist sie nicht. Genau so wenig wie die Tatsache, dass sozial schwächere Menschen ihren Körper bzw. ihre geringe Hemmschwelle oft für ihr einziges Kapital halten. Ganz so negativ scheint es um "unsere" Jugendlichen außerdem nicht zu stehen, denn trotz allem sehnen sich laut diesem Buch offenbar fast alle nach echter Zuneigung und Geborgenheit. Sie wirken nur sehr verwirrt, wenn es darum geht, wo und wie diese zu finden sind. Aber ob die Einstellung der Arche-Mitglieder da genau die richtige ist, um sie in die Köpfe der Jugendlichen an Stelle der bisherigen, "falschen" zu verpflanzen, anstatt ihnen dabei zu helfen, eine eigene Einstellung zu Liebe und Sexualität zu finden - das sei dahingestellt.
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27 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Wo finde ICH eigentlich Hilfe, 18. September 2008
Zur Zeit macht die Arche aus Berlin gerade in den Medien von sich reden. Bernd Siggelkow, der Gründer und Wolfgang Büscher-Pressesprecher wollen mit ihrem Projekt für Kinder und Jugendliche Aufmerksam machen.
Die Arche ist ein Projekt wo gerade Kinder aus benachteiligten Familien Zuflucht finden, um jemanden zum reden zu haben, eine warme Mahlzeit am Tag einzunehmen oder aber ihre Freizeit sinnvoll gestalten zu können. Aus den Gesprächen zu den Kindern wurde das vorliegende Buch Deutschlands sexuelle Tragödie" verfasst und ist nun seit 2 Wochen in aller Munde.
Es geht um Sexsucht, Pornografie, Sexparties Drogen und mehr. Und nicht mal eben mit Heranwachsenden sondern mit Kindern die zum Teil gerade mal 8 Jahre alt sind.
Viele Beispiele wo die Namen selbstverständlich geändert worden werden hier im Buch vorgestellt und man liest das mit offenen Mund. Mütter die wechselnde Partnerschaften haben Sex im Wohnzimmer, weil der Wohnraum eben fehlt und da schauen eben die Kinder zu.....Eltern die sich nichts bei denken mit ihren Kids Pornos anzuschauen.
Mütter die mit der eigenen Tochter Gruppensex haben oder mal eben den Partner untereinander tauschen..... Die traurigen Schicksale sind einfach schockierend.
Ich habe mir das Buch gekauft weil ich in eine ähnlichen Situation bin doch leider fand ich nichts womit ich mich vergleichen könnte.
Ich habe keine wechselnden Partnerschaften, ich höre meinen Kids zu, bin für sie da, und in meiner Wohnung liegen auch keine Pornos oder Sexzeitschriften rum. Aber Kinder werden alleine durch die Medien schon so erzogen das Sex das wichtigste ist, das man gut aussehen muss, Texte von Bushido verherrlichen Vergewaltigungen und für die Kids wird Sex normal, viel zu normal.
Die Kinder lernen nicht mehr was Liebe ist und somit verwechseln sie Sex mit Liebe.
Ein Beispiel aus dem Buch. Da fragt eine 11 jährige Herrn Siggelkow, Bin ich hässlich" verwundert fragt dieser wie sie auf solche Frage denn kommt und sie sagt ich hatte noch nie Sex"
Kinder werden zum Teil sogar von ihren Eltern genötigt früh viel Sex zu haben oder erleben Sex als völlig normales wie morgends Zähneputzen. Schamgrenzen kennen die Kinder schon lange nicht mehr.
Aber diese Kinder die Sex wie das Atmen benötigen (Aussage eines 12 jährigen Mädchen) kommen keineswegs nur aus der untersten Schicht unserer Gesellschaft. Auch Kinder aus liebenden Elternhäusern wo auch jede Menge Geld steckt haben Probleme sich fest zu binden.
Die beiden Autoren beschreiben dass wir Erwachsenen endlich aufwachen müssen um unseren Kindern wieder Werte zu vermitteln. Auch die Politik ist gefragt. Besser Schutz im Internet. Werbung in Kino oder TV einfach kindgerecht gestalten.
Doch meiner Meinung hat hier für mich als Mutter gefehlt an wen man sich wenden kann wenn man solche Probleme kennt. Nicht jeder hat eine Arche in seiner Stadt. Solche Projekte haben kaum Zukunft da sie sich nur über Spenden finanziert da unsere Politik dafür kein Geld hat.
Ich bin bestürzt was ich alles lesen musste, oftmals hatte ich Tränen vor Wut und Trauer in den Augen doch wie kann ich es denn ändern? Wo bekomme ich selber Hilfe? Das wird in diesen Buch leider sträflich vernachlässigt.
So bleibt mir nur der Weg im Internet ein wenig zu recherchieren um dann mit der Arche in Berlin mal Kontakt aufzunehmen.
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