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Deutschlands sexuelle Tragödie: Wenn Kinder nicht mehr lernen, was Liebe ist
 
 

Deutschlands sexuelle Tragödie: Wenn Kinder nicht mehr lernen, was Liebe ist (Broschiert)

von Bernd Siggelkow (Autor), Wolfgang Büscher (Autor)
3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (24 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 187 Seiten
  • Verlag: Gerth Medien; Auflage: 3., Aufl. (9. September 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3865913466
  • ISBN-13: 978-3865913463
  • Größe und/oder Gewicht: 21,4 x 13,4 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (24 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 32.779 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Ich hatte noch nie Sex. Bin ich normal? Diese Frage aus dem Mund eines elfjährigen Mädchens lässt tief blicken. Steht sie doch stellvertretend für einen besorgniserregenden Trend: Viele Mädchen und Jungen haben immer früher Sex. Beschleunigt wird diese Entwicklung durch die stark um sich greifende Pornografisierung unserer Gesellschaft. Mehr und mehr Jugendliche driften ab in die sexuelle Verwahrlosung. Das Drehbuch zum Sex haben viele Kinder immer früher im Kopf. Geschrieben wurde es von Jugend-Magazinen, einschlägigen Internetseiten und oft auch von ihren Eltern. Sex als Ware, als Droge, als Ersatz für fehlende Liebe, Geborgenheit und Werte. Die körperliche Reife ist zwar da, aber die Seele stolpert hinterher. Die Jugendlichen wissen nicht mehr, was Liebe ist Welche Folgen hat diese Entwicklung für unser Land? Kann man einer solchen Hypersexualisierung überhaupt entgegentreten? Aufgrund vieler Gespräche mit Jugendlichen wissen Bernd Siggelkow und Wolfgang Büscher um das ganze Ausmaß. Sie bringen das Tabu-Thema zur Sprache und zeigen Wege aus dem gesellschaftlichen Dilemma auf.

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30 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Eine Rezension von www.jugendleiter-blog.de, 6. Oktober 2008
In der heutigen Buchbesprechung stellen wir euch ein in Deutschland heiß diskutiertes Buch vor, das seit seiniger Veröffentlichung für Aufregung gesorgt hat. Das Buch heißt "Deutschlands sexuelle Tragödie - Wenn Kinder nicht mehr lernen, was Liebe ist" und wurden von Bernd Siggelkow und Wolfgang Büscher geschrieben.

Das Buch beschreibt die Erfahrungen, die die beiden Autoren während ihrer Arbeit mit Kindern in dem Sozial-Projekt "Die Arche" in Berlin gesammelt haben. Das Angebot richtet sich an Kinder und Jugendliche, die Ansprechpartner suchen oder Kontakt zu anderen Jugendlichen finden wollen. Die Autoren skizzieren die Lebensläufe und sexuellen Erfahrungen, die aus den Kindern das gemacht haben, was sie nun sind. Und diese Geschichten sind häufig sehr erschreckend und regen zum Nachdenken an.

Kann es normal sein, dass Kinder vor der Schule von ihren Eltern vor den Fernseher gesetzt werden und Pornos sehen sollen? Kann es normal sein, wenn ein allein erziehendes Elternteil ihre Kinder beim Sex mit einer fremden Person zuschauen lässt? Oder kann es normal sein, wenn Kinder auf sogenannten Home-Parties mehrere Tage durchfeiern und das ganze zu einer Art "Gang Bang" ausartet, bei dem jedern mit jedem Sex hat?

Die Auswahl der Fälle hat den Autoren einiges an Kritik bereitet: es ist keine repräsentative Stichprobe und die Fälle seien Einzelfälle. Zommer.de hat dem Buch und der Diskussion sogar ein eigenes Top-Thema gewidmet. Auch wenn die statistischen Daten keinen klaren Trend erkennen lassen: für mich war es erschreckend, was für Erfahrungen Kinder machen müssen. Jeder Einzelfall ist einer zu viel.

Das Buch selbst besteht aus 32 "Fallbeispielen" und aus kurzen Texten, die die Fälle unterbrechen und zusammenfassen und Trends und Fakten beschreiben. Beim Lesen der Fälle störte es ein wenig, dass die Autoren manchmal stark wertende Begriffe verwendeten, die den Leser zu einer vorgefertigten Meinung drängen. Hier wäre etwas mehr Objektivität wünschenswert gewesen.

Auch wenn das Buch nicht direkt zur Jugendarbeit passt, so kann ich es doch jedem nur ans Herz legen. Es ist eine aufrüttelnde Darstellung an realen Lebensläufen!
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Gut recherchiert, aber tendenziell, 2. Mai 2009
Seufz... ein weiterer Anschlag des Gutmenschentums. Gleich voraus: ich bewundere die Leistungen der Arche-Mitarbeiter und ihr Engagement. Die in diesem Buch aufgeführten Berichte sind haarsträubend und teilweise erschütternd, keine Frage. Wo früher sexuell nicht aufgeklärt wurde, fehlt es heute offenbar an der emotionalen Aufklärung; noch schlimmer sind die Ahnungslosigkeit oder die Gerüchte, was Verhütung und Geschlechtskrankheiten betrifft, und es ist gut, dass dieses Buch solche Missstände aufzeigt. Was mich jedoch an dem ganzen stört, ist das Wörtchen "mehr" im Untertitel.

Unsere Kinder lernen also nicht "mehr", was Liebe ist. Doch wussten sie das "früher"? Allein die hohe Scheidungsquote lässt Zweifel darüber aufkommen, ob die älteren Generationen mehr über Liebe wissen als die jetzigen. Und wie ein Vorrezensent schon ganz richtig feststellte, war es früher üblich, dass Ehen arrangiert wurden, und in vielen Ländern ist das immer noch so. Die Idee der romantischen Liebesehe kam in Europa vor ca. 200 Jahren auf. Gerade in ärmeren Familien spielte sich früher das ganze Familienleben in einem einzigen großen Wohn- und Schlafraum ab und die Kinder bekamen oft sehr deutlich die "Tatsachen des Lebens" mit, noch bevor sie selbst pubertär waren. In vielen Ländern der 3. Welt ist das bis heute unverändert.

Das von den Autoren als einzig richtige Familienleben propagierte, mit einem Haus bzw. einer Wohnung, in der jeder einen Rückzugsraum hat, kam erst in den 50er Jahren auf und ist rein finanziell für viele bis heute nicht machbar. (Wenn außerdem die Eltern getrennte Schlafzimmer möchten, um einander mehr Freiraum zu geben, wird gleich getuschelt, die Ehe sei wohl gestört...) Zuverlässige Verhütung und damit die heute allgemein übliche Kleinfamilie kam mit der Pille erst Ende der 60er auf. Wie viele gut situierte Eltern sehen ihre Kinder nicht mehr als finanzielle Einnahmequelle (früher als Altersvorsorge, heute, weil es vom Staat Kindergeld gibt - das dann oft versoffen und verkifft wird), sondern als Statussymbol, und quälen sie mit völlig unrealistischen Erwartungen? In wie vielen gutbürgerlichen Familien wird das Thema Sexualität totgeschwiegen, oft sogar unter dem Vorwand, die Kinder würden ja heute in der Schule aufgeklärt? Wie viele junge Mädchen und Frauen fallen bis heute auf die Mär der "einzig wahren, großen, einzig seligmachenden Liebe" herein und schlafen zwar nicht mit jedem, warten aber und warten, bis sie am Ende vor Sehnsucht garantiert auf den Falschen hereinfallen oder sich an den Partner klammern, bis selbst eine gute Beziehung zum Scheitern verurteilt ist? Eine allzu "perfekte" Familie kann auch dazu führen, dass manch einer das "Hotel Mama" nicht verlassen will und nie selbständig wird, ein heute ebenfalls immer häufiger vorkommendes Phänomen.

Das Problem mit der konservativen Einstellung der Autoren ist, dass sie es zwar gut meinen, aber nicht zugeben, dass sie es auch gut mit sich selbst meinen. Die Autoren fühlen sich offenbar der jüngeren Generation überlegen, sehen ihre Lebenseinstellung als die einzig richtige an und übersehen oft, dass die in ihrem Buch beschriebene Misere nicht nur auf die äußeren Umstände im Leben der Jugendlichen fußt (Armut, soziale Vernachlässigung), sondern auf deren eigenen freien Willen. (Als "braves" Kind darf man diesen aber bekanntlich nicht oder nur sehr eingeschränkt haben. :-) 16jährige werden in diesem Buch als Kinder bezeichnet; schon über die Mode der Jugendlichen schütteln die Autoren oft den Kopf - sie passt offenbar nicht in das Bild der "braven, lieben Kinder", die man sich so vorstellt.

Ich wurde während meiner Pubertät übrigens auch gemobbt, weil ich weder mit obszönen Ausdrücken schmeißen noch schon mit 14 mit dem nächstbesten Jungen ins Bett gehen wollte. Dies an einer relativ "normalen" Schule, zwar nicht konventionell-bürgerlich, aber in der es weder Alkohol noch Drogen gab, und - ich betone - vor 25 Jahren. So traurig diese Problematik ist und soviel Auftrieb sie heute durch Hartz IV, schlechte Ausbildungsmöglichkeiten, schwächer werdenden Mittelstand, Pornos und Internet-Chatrooms finden mag, neu ist sie nicht. Genau so wenig wie die Tatsache, dass sozial schwächere Menschen ihren Körper bzw. ihre geringe Hemmschwelle oft für ihr einziges Kapital halten. Ganz so negativ scheint es um "unsere" Jugendlichen außerdem nicht zu stehen, denn trotz allem sehnen sich laut diesem Buch offenbar fast alle nach echter Zuneigung und Geborgenheit. Sie wirken nur sehr verwirrt, wenn es darum geht, wo und wie diese zu finden sind. Aber ob die Einstellung der Arche-Mitglieder da genau die richtige ist, um sie in die Köpfe der Jugendlichen an Stelle der bisherigen, "falschen" zu verpflanzen, anstatt ihnen dabei zu helfen, eine eigene Einstellung zu Liebe und Sexualität zu finden - das sei dahingestellt.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Öffnet einem die Augen..., 16. Januar 2009
Als ich dieses Buch las, stellte sich nach kurzer Zeit eine Mischung aus Entsetzen, Wut und nicht zuletzt Traurigkeit ein. Ich dachte eigentlich gut über den heutigen Stand der Jugendlichen in Sachen Sex informiert zu sein, wusste auch, dass viele von ihnen keine "Engel" sind und war mir über die Exzesse in Sachen Alkohol, Drogen und Sex durchaus im klaren. Doch dieses Buch hat mir vor Augen geführt, dass es noch um einiges Schlimmer ist, als ich bisher dachte. Ich habe vieles erfahren, was ich nicht für möglich gehalten hätte und gerade die Tatsache, dass in dem Buch die Jugendlichen selbst zu genüge zittiert werden, lässt einen wirklich zum Nachdenken kommen. Ich habe das Buch an einem Tag in wenigen Stunden durchgelesen. Dadurch, dass es hauptsächlich aus Berichten über/von Jugendliche/n besteht, ist es besonders interessant.

Der Grund weshalb ich nur vier und keine fünf Sterne gebe ist, dass der Autor (mir persönlich) teilweise schlicht und ergreifend "zu christliche" Ansichten vertritt. Zwei Mal werden Stellen der Bibel zittiert und ich finde jedoch, dass gerade beim Augenmerk auf unsere Jugendlichen solche Außerungen fehl am Platze sind. Es geht hier schließlich nicht um irgendwelche Sünden oder christlichen Ansichten, sondern schlicht um Dinge, die rein gar nichts mit christlichen Ansichten zu tun haben sondern neutralen moralischen Ansichten entsprungen sind. Natürlich ist es dem Autor nicht vorzuwerfen, da die "Arche" eine christliche Einrichtung ist, in der er tätig ist. Dennoch sollte man sich dessen bewusst sein, wenn man ein objektives Buch erwartet. Denn Aufgrund seiner religiösen Zugehörigkeit kann der Autor dies nicht sein.

Dennoch ist diesen Buch sehr zu empfeheln, alleine weil so viele Jugendlichen darin zu Wort kommen. Man wird unsere Gesellschaft nach diesem Buch mit anderen Augen sehen...
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