Mit viel Liebe zum Detail schaffen es Gerhard Eichelmann und seine Mitstreiter (wieder einmal muss man wohl sagen) ein Unikum auf dem hart umkämpften Markt der Weinführer abzuliefern. In der nun etwa ein Jahrzehnt währenden Entstehungsgeschichte des jährlichen Eichelmann - Deutschlands Weine ist eine stetige Weiterentwicklung zu beobachten. 2010 lässt dabei sowohl in seinem Umfang als auch im praktischen Nutzen alle vorherigen Versionen hinter sich.
Dem Weinfreund bietet das Buch auf über 1000 Seiten:
- fast 1000 Porträts deutscher Weingüter in alphabetischer Anordnung (Bewertung * - *****), ergänzt durch die Verkostung von im Durchschnitt 8-15 Weinen der Weingüter (Beschreibung und Bewertung der Weine auf 100 Pkt.-Skala),
- eine Kürung der Weingüter des Jahres für die beste Rotwein-, Weißwein- und edelsüße Kollektion, den Aufsteiger des Jahres, und den besten Klassikerwein,
- 50 Seiten Charakterisierung von Deutschlands Weinregionen mit den jeweils besten Erzeugern,
- eine transparente Darlegung der Vorgehensweise und Urteilserlangung im Buch,
- eine pointierte Aufklärung der wichtigsten Sachverhalte rund um das Thema "Große Gewächse"
- einen ungeheuer wertvollen Anhang mit Schnäppchen des Jahres(!), Bestenlisten (der Weine nach Rebsorte), Verzeichnis der Rebsorten, Verzeichnis der Lagen(!) und Verzeichnis der Orte.
Mir persönlich gefällt dieses Weinbuch so gut, dass ich fast täglich darin nachschlage oder schmökere, bisher habe ich (bis auf zum Weingut Johner) zu jedem führenden Erzeuger in Deutschland tolle Insiderinformationen gefunden. Weiterhin bin ich absolut angetan von der Seriösität der Eichelmann-Werke: Das ist es, was ich mir unter unabhängiger, konsistenter und nachvollziehbarer Weinkritik vorstelle.
Besonders möchte ich hervorheben, warum ich den Eichelmann anderen Weinführern wie etwa dem Gault Millau vorziehe, und zwar aus drei Gründen:
1) Objektivität: Blindproben statt offene Proben unter Führung von Herrn Diel im Gault Millau,
2) Unabhängigkeit: keine zu entrichtende Gebühr, die Weingüter für eine Erwähnung im Weinführer zu entrichten haben.
3) Passion: in jeder Zeile wird ersichtlich, dass hier mit dem Herzen geschrieben wurde (und mit dem Kopf geurteilt).