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von Roger Willemsen
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Hier spricht Guantánamo: Roger Willemsen interviewt Ex-Häftlinge von Roger Willemsen |
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Vom protestantischen Meer zu den katholischen Bergen führt die Reise. Über St. Pauli, Rostock und Berlin taucht Willemsen an der Oder in den traurigen Osten ein. Auch in den Westen und den Süden der Republik verschlägt es ihn. Selbst Offenbach werden fünf Zeilen gewidmet. Auf der Toilette trifft Willemsen Japaner, im Zug Porno-Darsteller, und er denkt über die "internationale Sprache der Triebabfuhr" nach. Ein TV-Saalpublikum wird zum Abbild der Nation. Verhasst sind dem Autor schick aufgemachte Einkaufsmeilen und eitle Yuppies. Denn hinter den leuchtenden Fassaden wähnt Willemsen Austauschbares wie Inhaltsloses.
Der Rezensent wünschte während der Lektüre, Willemsen möge unter einer alten Eiche einen weisen Mann mit grauem Bart treffen. Doch dergleichen geschieht selten auf Erden. Und mit "dem vorurteilslosen Blick des Ethnologen", den der Klappentext Willemsen attestiert, ist es auch nicht weit her, denn kein Mensch ist ein unbeschriebenes Blatt. Größter Pluspunkt: Willemsens Deutschlandreise bewegt sich jenseits von gängigen Stereotypen -- zum Beispiel im Vergleich zur bissigeren Gebrauchsanweisung für Deutschland oder dem pointierteren Wie ich lernte, die Deutschen zu lieben. Kein Wunder, denn die Autoren dieser Bücher sind im Unterschied zu Willemsen keine gebürtigen Deutschen. --Herwig Slezak -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .
Die Beobachtungen, Begegnungen und Erfahrungen sind ungefiltert, entstanden durch offene Augen und Ohren! Hier werden direkte Eindrücke im Stil des Essays weitergereicht. Hier wird über Geschichte und Gegenwart, über Architektur, Sprache und Mode räsoniert. Man hört von Gesprächen mit Menschen, die sich mit ganz unterschiedlichen Problemen rumschlagen. Im Osten sind es vornehmlich die Enttäuschten, die zu viel geglaubt haben. In Konstanz z.B. haben drei Penner ihren Auftritt hinter dem Stadttheater. Und beim Busfahren im ländlichen Raum sieht und hört man viel.
Roger Willemsen, Publizist und Fernsehmoderator, wurde einem breiten Publikum durch seine Kultursendung "Willemsens Woche" bekannt. Der erfolgreiche Buchautor und Essayist hat diese Reportage ursprünglich für das Magazin der Süddeutschen Zeitung geschrieben. Sein Motto dabei war: Sich unsichtbar durch Deutschland treiben zu lassen und trotzdem festzuhalten, was passiert. Das ist ihm gelungen! Mit seiner angenehm ruhigen Stimme präsentiert er in seiner Reportage "sein" Deutschlandbild, das "uns" zum Nachdenken bringt. Autorenlesung, Spieldauer: ca. 131 Minuten, 2 CD. Mit Booklet.
-- culture.text -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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