Wir begleiten John Irving während einer Lesereise durch Deutschland. Ein Treffen mit seinem Freund Günter Grass, eine Begegnung im Flugzeug mit der Tochter von Thomas Mann. Dazu die Deutsche Wiedervereinigung und Irvings Gedanken über die Stellung von Literatur und Politik in Deutschland und den USA. Irving philsosophiert über Deutschland und die Welt und rückt Grass, den er augenscheinlich hoch schätzt, in den Focus seiner Berichterstattung. Das liest sich interessant und kurzweilig. Das Mini-Buch mit 88 Seiten, die sich bequem in der Handfläche verstecken lassen, wird Irving-Freunde und Interessenten der Deutschen Wiedervereinigung gleichermaßen ansprechen. Was für mich besonders lehrreich(eigentlich sogar ein wenig komisch) wirkt, ist Irvings Einschätzung von Grass Ehrlichkeit und seiner bedingungslosen Offenheit mit der Deutschen Geschichte. Das Ganze, vor Bekanntwerden von Grass Vergangenheit im Dritten Reich. Was würde Irving heute darüber schreiben?
Alles in allem zwar kein literarisches Fünf Gänge Menü, aber ein leckerer Snack für zwischendurch, denn Irving Liebhaber auf gar keinen Fall verpassen sollten.