Aus der Amazon.de-Redaktion
In Hackes sorgsam zusammengestellter Personen-Galerie geht es um den deutschen Mann und das Meer, das Geheimnis des Halberstädter Heinrich-Heine-Platzes, Vereine, Kirchenmänner, Unternehmergeist und den Hang zur Ordnung. Die Porträts handeln auch vom Pragmatismus der Kriegsgeneration, dem ersten Pizzabäcker in Deutschland, von einem Bio-Schlachter, Inschriften auf Tier-Friedhöfen und der Arbeitslosigkeit heute. Hacke reist durch die Provinz -- allen voran entlang der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze, in dessen Nähe er aufwuchs. Von München bis Berlin führen seine Recherchen. Und der Schriftsteller findet heraus, dass Bettler auf dem Alexanderplatz im Osten mehr Geld bekommen als auf dem Kudamm in Westberlin.
Axel Hacke kommt seinen Landsleuten im Deutschlandalbum wirklich näher. Gekonnt fungiert er als teilnehmender Beobachter, der geduldig beschreibt, aber nicht bewertet. Im Gegensatz zu Wladimir Kaminers Dschungelbuch ist Hackes Werk repräsentativer. Im Vergleich zu Roger Willemsens stark bewölkter Deutschlandreise ist Hacke teils heiter, teils bewölkt. In punkto Sonnenschein schreibt der Autor über uns Deutsche: "Irgendwie kann man einem tendenziell schlecht gelaunten Volk nicht oft genug sagen, dass das Hochziehen der Mundwinkel nicht nur die Folge guter Laune ist, sondern dass es auch gute Laune auslösen kann." Deshalb könnten Deutsche auch in dieser Beziehung noch eine Mauer zu Fall bringen. Und das wäre ein Gewinn, so wie auch die Lektüre dieses lesenswerten Buches ein Gewinn ist. --Herwig Slezak -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .