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Deutschland, erwache! [VHS]
 
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Deutschland, erwache! [VHS]

Erwin Leiser    Freigegeben ab 6 Jahren   Videokassette
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)

Erhältlich bei diesen Anbietern.



Produktinformation

  • Regisseur(e): Erwin Leiser
  • Format: PAL
  • Sprache: Deutsch
  • FSK: Freigegeben ab 6 Jahren
  • Studio: absolut Medien GmbH
  • Erscheinungstermin: 22. Februar 1999
  • Spieldauer: 85 Minuten
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • ASIN: B00004RXBG
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 5.232 in VHS (Siehe Top 100 in VHS)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

"Eine äußerst aufschlußreiche Analyse, die u.a. Ausschnitte aus den Filmen "Morgenrot", "Jud Süss", "Heimkehr", "Ich klage an", "Die Rothschilds" und "Hitlerjunge Quex" verwendet. Film als Propaganda des NS-Staates dokumentiert anhand verschiedener Spielfilme der Jahre 1933-1945. Auch scheinbar unpolitische Filme dienten dazu, die Menschen auf die "Blut und Boden" Ideologie des Dritten Reichs einzuschwören. Eine äußerst aufschlußreiche Analyse."

Kurzbeschreibung

s/w
Eine äußerst aufschlußreiche Analyse, die u.a. Ausschnitte aus den Filmen "Morgenrot", "Jud Süss", "Heimkehr", "Ich klage an", "Die Rothschilds" und "Hitlerjunge Quex" verwendet.
Film als Propaganda des NS-Staates dokumentiert anhand verschiedener Spielfilme der Jahre 1933-1945. Auch scheinbar unpolitische Filme dienten dazu, die Menschen auf die "Blut und Boden" Ideologie des Dritten Reichs einzuschwören. Eine äußerst aufschlußreiche Analyse.

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Deutschland, erwache! 5. Juli 2011
Von GuWi
Format:DVD
Dieser Film ist hervorragend geeignet, um dem Betrachter die geschickte und listige Art der Hitlerregierung vor Augen zu halten, mit der das Volk auf den gewollten politischen Gleichmarsch geeicht werden sollte. Dazu tragen mehrere Filmausschnitte aus den 30er bis 40er Jahren bei. Die jeweiligen Kommentare sind präzise, nachvollziehbar und lassen aufhorchen. Man kann sich hineinversetzen, wie Szenen, Dialoge oder auch nur einzelne Sätze sich im Unterbewusstsein des Filmpublikum - besonders der jungen Generation - einnisteten und unwillkürlich Überzeugungsarbeit leisteten für die nationalsozialistische Ideologie. Aber auch die Zwangsverpflichtung des sogenannten Staatspersonal (Polizisten und Verwaltung), diesen Film zu schauen, trug dazu bei. GeWe
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37 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Sunblade
Format:DVD
"Deutschland erwache" ist eine Dokumentation von Erwin Leiser (1923-1996), der noch zahlreiche weitere Filme zum Thema Nationalsozialismus produziert hat. Das vorliegende Projekt ist keine Dokumentation im heutigen Sinn, es handelt sich vielmehr um eine Aneinanderreihung verschiedener Ausschnitte von NS-Propagandafilmen, wie "Hitlerjunge Quex", "Jud Süß", "Bismarck" oder "Kolberg". Sie sind jeweils mit einigen kurzen einleitenden Sätzen versehen, die darauf abzielen, die propagandistische Intention des Films darzulegen, d.h. den eigentlichen Sinn und Zweck der jeweiligen Filme zu verdeutlichen. An manchen Stellen wird der "Filmwelt", die "raue Wirklichkeit" von Krieg und Verfolgung entgegengestellt, z.T. mit kurzem zusätzlichem dokumentarischem Material oder es wird gesagt, was im Film explizit unerwähnt bleibt. Der Kommentar ist, wie schon erwähnt, sehr kurz und enthält kaum oder keine Infos über die Schauspieler, das Zustandekommen des Films oder die Wirkung in der Bevölkerung. Insgesamt sind die Filmausschnitte chronologisch von 1933/34 bis 1945 angeordnet. Warum Leiser ausgerechnet den Titel "Deutschland erwache" für seine Dokumentation wählte, wird zu Beginn des Films erklärt: "Hinter einer Parole wie "Deutschland erwache" verbarg sich das entgegengesetzte Ziel: einschläfern des Gewissens, des selbständigen Denkens, des Gefühls für Freiheit und Menschenwürde." Solche Sätze klingen heute sehr pathetisch, doch muss man das Produktionsjahr 1967/68 in Rechnung stellen, als viele die nationalsozialistische Vergangenheit verdrängten und auch noch viele Alt-Nazis in der Bundesrepublik Kariere machten. Der Film entstand also in einem ganz anderen gesellschaftlichen Umfeld als wir es heute kennen, aus dem auch ein besonderer erzieherischer Auftrag resultierte. Zur Dokumentation ist damals ein von Leiser geschriebenes Buch mit dem gleichen Titel veröffentlicht worden (habe ich aber nicht gelesen).

Die Ausschnitte sind fast immer sehr gut ausgewählt und zeigen deutlich die versteckten (?!) Intentionen der Filme. Nur der Ausschnitt aus "Hitlerjunge Quex" war etwas zu kurz geraten. Das Gespräch zwischen dem Kommunisten und dem Nationalsozialisten läuft darauf hinaus, dass der Kommunist "einsieht", dass er einer falschen Ideologie anhängt und die NS-Bewegung ja doch gar nicht so übel ist. Das aber wird nicht mehr gezeigt.

Die kurzen, auf den Punkt gebrachten Kommentare benötigen die volle Aufmerksamkeit des Zuschauers. Dadurch, dass nicht jede Szene bis ins letzte Detail erklärt wird, ergeben sich aber Spielräume für einen "selbständigen Denkprozess", wie Leiser es nannte. Man macht sich seine eigenen Gedanken über die Filmausschnitte. Darin liegt auch der besondere Wert für den Geschichtsunterricht: Mit den Schülern können einige Szenen besprochen werden, zu denen sie auch ihre ganz eigenen Beobachtungen schildern können.

Die DVD enthält nur den Film, eine Kapiteleinteilung und eine kurze Linkliste (zum Bundesarchiv, Deutschen Filminstitut etc.). Sonstiges Bonusmaterial ist nicht enthalten. Bild- und Tonqualität sind in Ordnung, zu sehen sind ausschließlich Originalaufnahmen.

Zusammengefasst also eine sehr interessante Dokumentation, die heute umso wichtiger ist, da wir in einer "medialen Bilderwelt" leben, von der wir oft meinen, dass sie neutral und objektiv sei. Die Analyse von NS-Propagandafilmen gibt zudem einen guten Einblick in Methoden und Intentionen der nationalsozialistischen Propaganda insgesamt.
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14 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von silbertanne4 HALL OF FAME REZENSENT
Format:Videokassette
- Hitlerjunge Quex: Die geheimnisvolle Atmosphäre Berlin-Kreuzbergs erinnert an M von Fritz Lang, Emil und die Detektive von 1931 (der "Fliegende Hirsch" Hans Richter spielt z.B. mit). Der 10-jährige Heinrich wohnt in einer heruntergekommenen Hinterhofsiedlung Berlins. Der Vater (H. George) ist arbeitslos und Anhänger der kommunistischen Partei, wo auch Heinrich aktiv ist und die sehr viele Anhänger hier hat.
Da sieht er Nachts (wie ein Erweckungserlebnis) ein Lagerfeuer der aufgeschlossenen und freundlichen Hitlerjugend 1932. Die vermeintliche Alternative Gemeinschaftsgefühl als Ersatz einer schwierigen Familie, idealisierte träumende Mädchen und Jungen, ein national geprägter Sozialismus ... vollzieht er langsam und aus freier Erkenntnis/Willenskraft. Der HJ-Führer hat viel Verständnis für den Kommunismus, sieht aber seine Neue Lehre als besser an. Im Verlauf des Filmes bringt sich seine Mutter um, das (nette und schüchterne) HJ-Mädchen ("Heini, Du bist kollosal") Ulla freundet sich mit ihm an.
Heini übernimmt die gefährliche Aufgabe, Nazi-Zettel in seinem roten Kiez zu verteilen, wo ihn alle kennen. Am Ende wird er von den Kommunisten erkannt, gejagt und als Verräter erstochen. Meisterhaft wie bei Fritz Langs M ist die Verfolgungsjagd durch die unheimliche unübersichtliche Weite der Berliner Straßen, Hinterhöfe und Gassen. Sein Versteck in einem alten Kirmes-Lager wird entdeckt, als er versehentlich ein Trommel-Männchen einschaltet. Die HJ-Jungen - seine Freunde - finden ihn, kurz vor seinen Ableben sieht er noch ein Fahnenmeer und ein besseres Deutschland vor seinem geistigen Auge.
Selten hat mich ein s/w-Film so ergriffen. Der Zwiespalt mit der politischen Realität der Folgejahre konnte größer nicht sein, etwas an daß man während dieses Filmes auch heute nicht denkt. So verständniserregend, menschlich,sympathisch, so künsterlisch gut ist "Hitlerjunge Quex" als Film ... Wie mußten sich die Zuschauer im Herbst 1933 gefühlt haben, als die Partei noch den Stimmungsumschwung eher freiwillig erwirken wollte anstatt zu erzwingen. Zumindest dies vorgaben.
- Morgenrot: Von 1932. Opfertod im Krieg in attraktivem Gewand. Zwei Kameraden einer U-Boot Besatzung opfern ihr Leben freiwillig, damit 8 weitere überleben können. Die Schlußrede der Mutter eines Überlebenden beeindruckte mich: Sie weist ihren Sohn darauf hin, daß er sich nicht uneingeschränkt freuen darf, 100 englische Marinesoldaten haben ihr Leben (1. Weltkrieg)lassen müssen. "Sie haben doch wie Du auch nur ihre Pflicht getan ..." Diese Sequenz wurde später natürlich entfernt Morgenröte nach 1939 den Deutschen unter anderem Titel wieder präsentiert.
- Ich klage an: Ähnlich düster und ergreifend wie "Die Sünderin" 20 Jahre später. In dem Film gibt ein Arzt seiner unheilbar erkrankten (unter Schmerzen leidenden) jungen Frau auf deren Bitte den Giftbecher. Später wird er vor Gericht angeklagt. Der Film will ihn als Vorbild darstellen.

Selbst wenn man den Mann verstehen kann: Mit Hitlers Euthanasie-Vorgehensweise (die bereits sechstellige Opfer hatte) hat das nichts zu tun, da diese (ersten zivilen) Massen-Opfer nicht befragt wurden (auch die Angehörigen nicht) und meist andere Kranheitsymptome wie die Frau von Thomas hier hatten.
- Wunschkonzert (nicht die bekannte Kommödie): Hier fällt mir ein Zitat Baudelaires ein "Halbwegs verliebt in den süßen Tod". Die Bereitschaft zum Tod ist wieder da, ständig beschäftigte sich Hitler mit dem Totenkult, wollte ihn so schön und ergreifend wie möglich darstellen:
Ein Soldat gibt durch ein Orgel-Konzert (unheimlich!) in einer einsamen Kirche seinen Kameraden nachts ein Zeichen, was deren Überleben rettet. Er selbst und die Kirche werden vom Feind in Brand gesetzt und zerstört. Wieder ist das rationelle Denken ausgeschaltet, so stark wirken die (vom Katholizismus geliehenen Emotionen) und damit fällt man auch als heutiger Zuschauer auf Göbbels Kulturpolitik herein!

- In Friesenland will sich Hitlers Bewegung fälschlicherweise als Freund der Kirche darstellen, da man gegen den Bolschewismus kämpft, der zufälligerweise ebenfalls antireligiös eingestellt war. Hitler wußte um den Wert der Sympathien von abermillionen von Katholiken und Evangelischen, die sein Spiel kaum durchschauten.
- Andere Kinofilme behandelten die chaotischen Weimarer Zeiten - mit dem Nationalsozialismus als Rettung, Geschichtsverklärung Preußens (Bismarck, Friedrich der Große).
- "Heimkehr" zeigt in fast rührender Art die Sehnsucht nach einem Vaterland, einem Deutschland. Unter Tränen träumen inhaftierte deutschstämmige in einem polnischen Gefängnis davon, ohne an irgendetwas böses zu denken. Auch diese Szene verdient es heute angeschaut zu werden. Man halte sich hier wieder den Zynismus Goebbels vor Augen, der das reale Kriegsgeschehen dem Volk verschweigt.
- Jud Süß war im Kino kein Erfolg, wenig beeindruckend. Das Publikum in Schule, Jugendheim und Kaserne mußte ihn ansehen, da er auf dem Lehrplan stand. Schauspielerisch platt, die Geschichte Süß Oppenheimers ist (wie kann es anders sein) verzerrt - , z.B. hatte der wirkliche Süß keine Frauen belästigt, in den erhaltenen Prozeßakten war keine Rede davon. Ein übles Machwerk, im Gegensatz zu den meisten anderen Beispielen Leisners.
-- Fazit: Es ist wenig bekannt, daß deutsche Regisseure im Dritten Reich auch gute Filme gemacht hatten, eben leider unter dem Patronat der Filmenthusiasten Goebbels/Hitler. Es fällt auf, daß der Nationalsozialismus am attraktivsten aussah, wenn er sich der Sprache / Emotionen Anderer, ja seiner Gegner bediente, sich quasi selbst nicht zeigt. Diese Filme mochte das Publikum, da sie sich noch in ihrer alten Weltordnung zu befinden glaubten, die ihnen die neuen Machthaber scheinbar lassen wollten: Das kommunistischen Vokabular etwa in "Hitlerjunge Quex", kirchliche Tugenden wie Gedenken an tote Seelen. Was aber die idealisierten gutmeinenden Regisseure und Schauspieler der Anfangszeit freisprechen sollte. Kaum ein Film wie "Hitlerjunge Quex" ist besser geeignet, sich in die Zeitstimmung 1932/33 hineinzuversetzen und sollte als Video erscheinen.
Heute weiß man, daß Hitler zwischenmenschlichen Beziehungen, ehemaligen Kameraden (tot oder lebendig) keine Bedeutung zumaß, den Kommunismus und die Religion bekämpfte.

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