Pressestimmen
Die Autorin läßt acht Menschen ausführlich zu Wort kommen, die im Spannungsverhältnis von Ost und West ihren SM-Neigungen nachgegangen sind und immer noch nachgehen. Von der 19jährigen lesbischen Abiturientin bis zum heterosexuellen 68jährigen Rentner, Menschen, die in der DDR aufgewachsen sind und für die die Öffnung der Mauer eine Befreiung bedeutet hat, und andere, die Kontakt mit Menschen auf der falschen Seite des "eisernen Vorhangs" hatten. Hier sind endlich einmal Erfahrungen zusammengetragen worden, die sicherlich zu einem größeren Verständnis zwischen Ost- und Westdeutschland beitragen werden und Aspekte beleuchten, die jenseits von bestimmten sexuellen Vorlieben schlaglichtartig die Unterschiede in der Entwicklung von sexuellen Normen und sexueller Liberalisierung aufzeigen. Schien bisher das Gebiet der ehemaligen DDR bis zum Mauerfall eine Terra incognita in sadomasochistischer Hinsicht gewesen zu sein, so zeigen die Berichte deutlich, daß es auch hier Sadomasochisten gegeben hat. Viel versteckter noch als bei uns, immer in Gefahr, bei Entdeckung für die Organe der Stasi erpreßbar zu sein. Aber mit einer größeren Fähigkeit zur Improvisation. Texte wurden auf der Schreibmaschine vervielfältigt oder sogar abfotografiert. Man fand Mittel und Wege, sich kennenzulernen, sich zu informieren, seine Spielsachen selbst herzustellen oder einfach Alltagsgeräte ihres eigentlichen Zwecks zu entfremden. Neben einer ausführlichen Einführung der Autorin gibt es noch einen längeren Ausklang, in dem es um Gemeinsamkeiten von Ost und West geht. Hier sei als Beispiel die Entwicklung der Kleinanzeigen genannt. Alles in allem ein gelungenes Buch. (SCHLAGZEILEN, Nr. 37, Nov./Dez. 1997)
Herausgekommen ist eine spannende Dokumentation mit vielen, zum Teil höchst absurden Episoden. Informativ und lesenswert! -- TWILIGHT, Vol. 18, Dez. 1997