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Produktinformation
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In der Ruhrgebietstadt Wattenscheid leben rund 22 Prozent der Einwohner von Hartz IV, deutschlandweit sogar 42 Prozent der Alleinerziehenden. So lauten einige alarmierende Zahlen. Die vorliegenden Reportagen verleihen diesen Zahlen Gesichter. Ohne zu beschönigen. Auch Teil der Wahrheit: Etwa die Hälfte aller „Förderschüler“ verbringt zwei oder mehr Stunden pro Tag vor dem Fernseher. Und in kaum einen anderen Land hängt Erfolg in der Schule stärker von der sozialen Herkunft ab als in Deutschland.
Die drei jungen Autoren begleiten über Jahre hinweg typische Menschen am Rande unserer Gesellschaft. Gerade diese Ausdauer zeichnet ihre Reportagen besonders aus. Die Autoren klagen nicht an – weder Staat noch Betroffene –, sondern beschränken sich weitgehend auf das Beobachten und lassen die Menschen selbst zu Wort kommen. Wie sehr die soziale Schere zwischen Arm und Reich in Deutschland auseinander geht – das wird jenseits von einfachen Momentaufnahmen sensibel und aufrüttelnd dokumentiert. Auch wenn Uwe Kahl zu Wort kommt. Er war 1988 mit seiner Familie aus der DDR in den Westen geflüchtet, weil er den Kapitalismus für das bessere System hielt, doch inzwischen hat er Zweifel bekommen. Und gerade Geschichten wie diese sind es, die sehr, sehr nachdenklich stimmen.
– Herwig Slezak
In den vergangenen Jahren hat sich eine Gruppe der »Ausgeschlossenen« gebildet Menschen, die nicht mehr am Leben in diesem Land teilnehmen und kaum Hoffnung haben, dass dies eines Tages wieder gelingen wird. Die Autoren haben sie aufgesucht Familie Weber und die Schüler der Förderschule in Wattenscheid; Heidemarie Danzer, die Menübotin in Berlin, die arm ist, obwohl sie arbeitet; die Mitarbeiter und »Kunden« des reformierten Arbeitsamtes Hagen und die Insassen im Jugendarrest in Wetter an der Ruhr. Neuste Zahlen und Fakten ergänzen die Geschichten und stellen sie in einen größeren Zusammenhang. Ein brisantes Buch über die soziale Schieflage in Deutschland.
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