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Deutschland Deutschland über alles. Die beste Kritik zur Lage der Nation
 
 
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Deutschland Deutschland über alles. Die beste Kritik zur Lage der Nation [Gebundene Ausgabe]

Kurt Tucholsky , Kaspar Hauser , Timo Rieg
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 173 Seiten
  • Verlag: Biblioviel; Auflage: 1 (März 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3938081910
  • ISBN-13: 978-3938081914
  • Größe und/oder Gewicht: 21,2 x 15,2 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
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Kurt Tucholsky
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

"Deutschland, Deutschland über alles" gehört zu den meistgelesenen politischen Büchern. Kurt Tucholskys Bestseller von 1929, ein pointierter Blick auf Nation und Gesellschaft, wurde nun von dem Journalisten Timo Rieg wesentlich neu bearbeitet und im Verlag Berliner Konsortium veröffentlicht.
Kurt Tucholskys scharfsinnige Kritik zur Lage der Nation, ist erstmals 1929 erschienen. Viele seiner Anmerkungen daraus sind noch heute aktuell. Timo Rieg hat sie für das vorliegende Buch ausgewählt und ergänzt um weitere Texte aus Tucholskys Werk. Moderne Fotografien und zeitgenössische Bilder aus dem Original illustrieren diese Neubearbeitung. Das Original von 1929 versammelt Essays von Kurt Tucholsky, die sich mit Politik und Gesellschaft, Leben und Befindlichkeit des damaligen Deutschlands befassen. Entstanden sind diese Essays im künstlerischen Zusammenspiel mit Fotomontagen John Heartfields. Somit war "Deutschland, Deutschland über alles" zweierlei: ein modernes Buch, da es erstmals die Wirkung von Bildern einbezog, und ein zeitloses Werk, da viele Beobachtungen Tucholskys weit über den Horizont seiner Zeit hinaus reichen. Diesem Ansatz ist die vorliegende, 170 Seiten starke Neufassung verpflichtet. So war bewusst keine möglichst getreue Rekonstruktion des Originals beabsichtigt. Vielmehr wurden nur die Texte ausgewählt, die auch in unserer Zeit noch oder wieder zum Leser sprechen. Sie sind ergänzt um weitere Essays und Kommentare, die Tucholsky an anderer Stelle veröffentlichte. Somit macht diese Neufassung den politischen Publizisten Kurt Tucholsky und seine Kritik in der Gegenwart hörbar. In gleicher Absicht wurden einige wenige Bilder des Originals um eine kleine, treffende Auswahl aktueller Fotos und Dokumente ergänzt: der ursprüngliche Ansatz, Bild und Text zu verknüpfen, wird somit in seiner Wirkung deutlich - aber ein regelrechtes Bilderbuch zur Nation, wie es das Original sein wollte, wirkte im Zeitalter des Fernsehens komisch. Im Ganzen also präsentiert die Neufassung einen Kurt Tucholsky für die Berliner Republik, frisch illustriert.
Inhaltlich ist die Neufassung gegliedert nach wichtigen Anliegen Kurt Tucholskys, vor allem das Land und seine Herrscher, Militär und Justiz. Bevormundung des Bürgers, Regelungswahn, Eitelkeit der Herrschenden sind immer wiederkehrende Themen Kurt Tucholskys. Als "Deutschland, Deutschland über alles" 1929 erschien, war seine Wirkung zunächst enorm: über 12.000 verkaufte Exemplare in den ersten zehn Tagen, zahlreiche Besprechungen im In- und Ausland ("Die Presse lobt - die Presse tobt"). "Deutschlands genialsten Journalisten" nannte ihn die Kopenhagener Tageszeitung "Nationaltitende". Doch die weitere Wirkung blieb aus. Die Mehrzahl der Deutschen ging weiter auf dem Weg ins Verderben. Das "Börsenblatt des Deutschen Buchhandels" lehnte Anzeigenwerbung für den Titel ab, vier Jahre später wurden Tucholskys Werke in Deutschland öffentlich verbrannt.

Der Verlag über das Buch

Mit einem "Relaunch" von Kurt Tucholskys kritischem Bilderbuch "Deutschland, Deutschland über alles" hat der Verlag den 70. Todestag des bekannten Publizisten würdigen. Während sich andere Verlage überwiegend auf den Nachdruck Tucholskys prosaischer Werke wie "Rheinsberg" oder "Schloß Gripsholm" konzentrieren, will das Berliner Konsortium seine Linie des kritischen Journalismus in Buchform fortsetzen. In dem 1929 erschienenen Original kritisiert Kurt Tucholsky in Wort und Bild das wilhelminische Deutschland. "Es ging Tucholsky im Jahr der Weltwirtschaftskrise mit seinem Deutschland-Buch um eine möglichst wirkungsvolle Beeinflussung von Wählermassen: gegen deutschen Militarismus, gegen soziales Unrecht und Klassenjustiz, gegen neuen deutschen Chauvinismus sowie gegen unfähige »Realpolitiker« aller Couleur." (Kindlers neues Literaturlexikon)

Diesem Ansatz ist auch der "Relaunch" verpflichtet, den der Journalist Timo Rieg besorgt hat. Zu Tucholskys ausgewählten Original-Texten kamen kurze aktuelle Kommentare aus Riegs Feder sowie Fotos und Illustrationen der Gegenwart. Das Spannende ist gerade die Komposition von Tuchos 76-jährigen Texten mit Bildern unserer Gegenwart, denn: viel hat sich offenbar nicht geändert, die Grundkritik ist identisch. Mit dieser Fassung von "Deutschland, Deutschland über alles" soll gerade Jüngeren ein Zugang zum politischen Kurt Tucholsky geschaffen werden. Timo Rieg hatte vor einem Jahr mit seinem satirischen Politikbuch "Verbannung nach Helgoland - Reich und glücklich ohne Politiker" seine ganz eigene Kritik der "Berliner Republik" vorgelegt hat.


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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Dieses Buch zu lesen, tut gut, 19. April 2006
Rezension bezieht sich auf: Deutschland Deutschland über alles. Die beste Kritik zur Lage der Nation (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch zu lesen, hat Spaß gemacht. „Deutschland, Deutschland über alles“ ist eine Sammlung von kurzen Geschichten, Kommentaren und Essays zu unserem Land und seinen Bewohnern. Geschrieben hat sie Kurt Tucholsky („Satire darf alles“) Ende der 1920er. Bisher kannte ich „Deutschland, Deutschland über alles“ nur als ziemlich liebloses Reprint des Originals; diese Neufassung, herausgegeben vom Journalisten Timo Rieg, überzeugt aus vier Gründen. Der Herausgeber hält sich nicht sklavisch an das Original: er wählt die Texte aus, die auch heute noch zu uns sprechen und ergänzt sie um weitere, treffende Texte Tucholskys. Was mir im Original fehlte - es gibt hier sinnvoll eingeteilte Kapitel: „Das Land“, „Die Herrscher“, „Das Militär“, „Die Justiz“, „Deutsche Freiheit“ und „Die Menschen“. Dazu finden sich gelungene Aktualisierungen: das freche Cover, neue Bilder, ein angenehmes Layout und eigene Anmerkungen des Herausgebers. Schließlich: Der unverwechselbare Ton Kurt Tucholskys ist immer da: witzig und bissig; klar, ohne Schwurbelei, unaufgeregt; hintersinnig und herzlich.

Dieses Buch zu lesen, macht nachdenklich. Vieles, was Tucholsky vor 80 Jahren gesagt hat, passt heute noch oder wieder. Wenn man das Bild vom Bundeswehr-Gelöbnis sieht (S. 103), weiß man, dass Tucholskys beißende Kritik am Militär immer noch treffend ist. Auch beim Lesen des Textes „Die Beamtenpest“ verbindet man mühelos eigene Erfahrungen. Besonders eindrücklich sind die Kapitel „Die Justiz“ und „Die Menschen“: wie Tucholsky die Arroganz und Selbstgewissheit von Richtern und Anwälten entlarvt ist wundervoll und erschreckend zeitlos – man sehe nur den Herrn auf Seite 111. Über den Menschen schreibt Tucholsky: „Der Mensch ist ein politisches Geschöpf, das am liebsten zu Klumpen geballt sein Leben verbringt. Jeder Klumpen hasst die andern Klumpen, weil sie die andern sind, und hasst die eignen, weil sie die eignen sind. Den letztern Hass nennt man Patriotismus.“ Besonders empfohlen sei zum Ende auch ein eigener Text des Herausgebers Timo Rieg: seine Anmerkungen zum Verkehr („Ampelgehorsam“) sind köstlich.

Wer ein treffsicheres Buch zu Deutschland lesen will, liegt mit Tucholskys „Deutschland, Deutschland über alles“ richtig – das übliche seichte Geschwätz oder Betroffenheits-Pathos wird er nicht finden.

Dieses Buch zu lesen, tut gut.
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