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Ein besonderer Leckerbissen für Fußballfans: Zimmermanns Reportage der zweiten Halbzeit ist hier Wort für Wort abgedruckt. Den Rest der Ereignisse kommentiert natürlich Sportreporter-Urgestein Rudi Michel selbst: Alles rund um das WM-Turnier, von der Vorbereitung der Mannschaft von Sepp Herberger bis zum unglaublichen Sieg über die favorisierten Ungarn. Die vielen Fotos tragen nicht unerheblich dazu bei, die Ereignisse und das Zeitkolorit lebendig werden zu lassen.
Einen großen Teil des Buches widmet Michel auch den Auswirkungen des Triumphs: Die Reaktion der Medien und die Rückreise der Mannschaft, die von Massenaufläufen begeisterter Fans begleitet wurde. Die gesellschaftspolitischen Auswirkungen des Weltmeistertitels interessieren den Sportfachmann Michel allerdings nur am Rande. Aber manche der hier abgedruckten Originaldokumente sprechen auch für sich: etwa das Glückwunschtelegramm von Zarah Leander. Oder der Gutschein einer Klinik: "eine kostenlose Entbindung (1. Klasse) für das erste Kind aus der deutschen Fußballmannschaft".
Ausführliche Porträts aller Spieler "und ihres Chefs" im Anhang runden diesen ausgezeichnet gemachten Erinnerungsband an den Weltmeistersommer 1954 ab. --Christian Stahl
Welche Emotionen löste der Sieg der deutschen Mannschaft im Stadion von Bern und in ganz Deutschland aus? Wie erlebte der junge Sportreporter Rudi Michel die triumphale Heimkehr der Helden, die Massenaufläufe, die sich spontan an Bahnhöfen und Plätzen bildeten?
In "Deutschland ist Weltmeister!" erzählt er aus ganz persönlicher Sicht vom Sport, der Nation und den Menschen. Kein anderer Sportreporter kannte die beiden Schlüsselfiguren des Erfolgs so gut wie Rudi Michel. Mit Fritz Walter war er eng befreundet und für Sepp Herberger war er einer der wenigen Sportreporter, die dieser ganz akzeptierte: Rudi Michel spricht unsere Sprache.
Dieses Buch ist eine bewegende Momentaufnahme der deutschen Nachkriegszeit. Nicht nur die Texte von Rudi Michel machen diese Zeit lebendig, sondern auch die zahlreichen, zum größten Teil erstmals veröffentlichten Fotos aus dieser Zeit, sowie Bilder und Dokumente aus dem Sepp Herberger-Nachlass.
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Das Buch beginnt mit dem Zeitpunkt des Abfiffs des Endspiels als kurzer Ausblick auf die Themen, die noch behandelt werden.
Anschließend werden die Ungarn aus der Sicht der Zeitgenossen ihres 6:3-Triumphes in England vorgestellt. Hier wird deutlich, welche Bewunderung den Ungarn entgegen gebracht wurde (Herberger war natürlich eine Ausnahme :-) Über die Beschreibung der Qualifikationsspiele (z.B. gegen das Saarland) wird die Stimmung zu dieser Zeit in Deutschland deutlich, das Misstrauen gegen die von Herberger favorisierten Spieler und gegen Herberger selbst.
Die Vorbereitung vom letzten Trainingslager in Grünwald, die "Einberufung" zur WM (der Originalbrief ist im Buch abgedruckt) und die Anreise nach Spiez ist sehr plastisch beschrieben.
Selbst die von Herberger aufgeschriebene Zimmerbelegung ist zu sehen.
Im nächsten Kapitel widmet sich Michel den deutschen Reportern in der Schweiz und den Umständen, unter denen damals die Reporter gearbeitet haben. Köstlich sind dabei vor allem seine Anmerkungen zu der Einstellung der Sender-Oberen zum Fußball. Auch Zimmermann, der berühmte Radio-Reporter des Endspiels wird durch des Autors Schilderung mehr als nur eine Stimme.
Die Vorrundenspiele gegen die Türkei (zweimal) und das 3:8 gegen die Ungarn wird mit den Emotionen, die diese Spiele hervorriefen, wird behandelt; dabei werden auch die Motivationshilfen Herbergers (z.B. bitterböse Fan-Briefe nach dem Ungarn-Spiel) vorgestellt und teilweise abgedruckt.
Im nächsten Kapitel geht es ausführlich um das Viertelfinalspiel gegen Jugoslawien. Kurz behandelt wird auch die Partie Brasilien gegen Ungarn, die Michel fürs Fernsehen kommentierte.
Das Halbfinale gegen Österreich und die Begeisterung über den Fußball der Deutschen ist reich bebildert.
Schön ist auch das Kapitel über die Vorbereitung der Mannschaft als auch der Reporter auf das Endspiel. Vor allem die letzte Phase, mit den Bildern vom Wankdorfstadion und der Eintrittskarte des Autors ist sehr lebendig und spannend erzählt. Ich hatte fast das Gefühl, tatsächlich dabei zu sein...
Das Endspiel wird ausführlich geschildert, alle Tore sind als Foto abgebildet, die zweite Halbzeit in der Fassung der Radioreportage Zimmermanns ist als Text fast komplett abgedruckt.
Die Siegerehrung wird ausführlich behandelt. Auch eine Anekdote der Spielerfrauen auf der Tribüne wird geschildert.
Die Auswirkungen des Triumphes auf das Fernsehen und die Reaktionen der Zeitungen können nachgelesen werden; die Begeisterung der Menschen in Deutschland und das Gedränge auf den Bahnhöfen entlang der Fahrt des Sonderzuges mit der deutschen Mannschaft ist ebenso Thema wie der Versuch des Reporters, ein Interview mit den "Helden" zu machen. Auch die Empfänge der Spieler in ihren Heimatorten fehlen nicht.
Schlussendlich werden noch alle Spieler des WM-Aufgebots in Bild und Schrift vorgestellt, die 11 Spieler des Endspiels etwas ausführlicher, die anderen 11 etwas weniger ausführlich. Auch die "Klassentreffen", die alle fünf Jahre stattfinden, sind enthalten.
Im Anhang finden sich die Qualifikationsspiele der deutschen Mannschaft inkl. Aufstellungen, Torschützen und Nennung des jeweiligen Schiedsrichters. Von den Endrundenspielen finden sich alle Ergebnisse und, bei den Spielen der Deutschen, die Aufstellungen beider Mannschaften, die Torschützen, die Zuschauerzahl sowie der Schiedsrichter. Auch die Rückennummern der deutschen Spieler sind angegeben.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen, weil die Ereignisse chronologisch und ausführlich behandelt werden. Die Nähe Michels zum Fußball, zu Fritz Walter und zu Herberger lässt den Fußball der damaligen Zeit und die beiden Personen sehr lebendig werden. Auch gelingt es ihm, die Faszination zu erklären, die von der damaligen ungarischen Übermannschaft ausging.
Am meisten beeindruckt hat mich aber die Schilderung Herbergers. Nach der Lektüre dieses Buches glaube ich nun auch daran, dass Herberger der eigentliche Weltmeister war... :-)
Die Gefühle Michels und seiner Zeitgenossen hat er sehr schön dokumentiert. Die Einzelheiten der Spiele und des Drumherum hat mich gefesselt.
Die Bilder und Dokumente sind äußerst gelungen ausgewählt - sie allein sind schon das Buch wert.
Ich kann das Buch jedem Fan des Fußballs und/oder der Fünfziger Jahre wärmstens empfehlen, daher fünf Sterne.
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