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Deutschland Schwarz Weiss: Der alltägliche Rassismus [Taschenbuch]

Noah Sow
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (16 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

8. Juni 2009
Noah Sow deckt rassistisches Verhalten im deutschen Alltag auf
In der Schule lernen wir, dass alle Menschen gleich seien. Dennoch leben wir mit konkreten Vorstellungen und Vorurteilen im Kopf. An vielen Beispielen verdeutlicht Noah Sow den Alltagsrassismus, der uns täglich begegnet. So erfährt der Leser etwa, wie selbst die UNICEF-Werbung sich rassistischer Klischees bedient, und warum es schlimmer ist, „Die weiße Massai“ zu Ende zu lesen als nicht zur Lichterkette zu gehen.
Rassismus zu bekämpfen heißt, ihn zunächst zu verstehen. Dieser Prozess wird für Angehörige der Mehrheitsgesellschaft nicht immer schmerzfrei vonstatten gehen können. Aber wie nicht zuletzt Noah Sows Buch deutlich macht – lohnen wird es sich allemal, und zwar für alle.

Wird oft zusammen gekauft

Deutschland Schwarz Weiss: Der alltägliche Rassismus + Mythen, Masken und Subjekte: Kritische Weißseinsforschung in Deutschland + Wie Rassismus aus Wörtern spricht: Kerben des Kolonialismus im Wissensarchiv deutsche Sprache. Ein kritisches Nachschlagewerk
Preis für alle drei: EUR 62,75

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Pressestimmen

"Als Schwarze Deutsche bin ich automatisch politisch, sobald ich das Haus verlasse." (Noah Sow)

"Ein kluges, ein wichtiges Buch." (Stern)

"Obwohl Sow das Phänomen Rassismus sehr detailliert sprachlich, historisch und medial unter die Lupe nimmt, ist ihr Tonfall kein sachlicher, sondern wütend, humorvoll und polemisch. Die Lektüre ist eine unbequeme, aber lohnende." (Hamburger Abendblatt)

Klappentext

"Als Schwarze Deutsche bin ich automatisch politisch, sobald ich das Haus verlasse."
Noah Sow

"Ein kluges, ein wichtiges Buch."
Stern

"Obwohl Sow das Phänomen Rassismus sehr detailliert sprachlich, historisch und medial unter die Lupe nimmt, ist ihr Tonfall kein sachlicher, sondern wütend, humorvoll und polemisch. Die Lektüre ist eine unbequeme, aber lohnende."
Hamburger Abendblatt


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25 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wichtiges Buch.... 11. April 2010
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
... wenn auch mitunter schwer zu lesen.
Noah Sow spricht mit ihrem Buch ein wichtiges Thema an: den latenten, allgegenwärtigen Rassismus in Deutschland. Dabei geht es ihr nicht nur um rassistisch motivierte Gewalttaten gegen Ausländer oder Deutsche mit dunkler Hautfarbe, sondern vor allem auch um die kleinen Dinge des Alltags, um den alltäglichen Umgang, der ihr von weißen Deutschen widerfährt. Gerade angesichts der vielen vermeintlichen Kleinigkeiten ist das ein wichtiges und richtiges Buch. Man kann als Leser vergleichen, wie man sich selbst verhält und lernt so viel über sich selbst. Und nur wenn man sich selbst und seine eigenen Schwächen erkennt, kann man auch etwas verändern.
Allerdings muss ich gestehen, dass ich von Sows Stil auch etwas genervt war. Aber nicht weil ich bei mir selbst ähnliche Denkmuster festgestellt habe, sondern von der Art und Weise, wie Sow mit ihren Lesern umgeht. Gerade am Anfang spricht sie die Leserschaft direkt an und meint, man solle nciht wütend werden über das, was sie schreibt oder das Buch gar in die Ecke werfen. Sie schildert dann seitenlang Abwehrmechanismen und wie diese zustandekommen. Das verbindet sie mit der Aufforderung, tapfer weiter zu lesen. Dazu kommt noch das widerkehrende "Zipfelmütze", gerichtet an den Leser und an beschriebene Personen und wohl ironisch gemeint, aber letztlich nur nervend.
Ich hab mich dabei immer gefragt, warum sie die Leserschaft so anspricht und meint, dass alle, die ihr Buch kaufen und/ oder lesen automatisch Abwehrreflexe entwickeln und "dagegenhalten" wollen. Sie wirft so praktisch alle in einen Topf, in den der Uneinsichtigen, die nciht begreifen wollen, dass Rassismus mehr ist als Gewalt gegen Ausländer. Ich für meinen Teil hab das Buch gekauft und gelesen, weil ich etwas lernen und an mir ändern will und habe keinen der von Sow geschilderten Abwehrmechanismen entwickelt. Und irgendwie glaube ich nciht, dass ich in der Hinsicht einzigartig bin. Das ist auch gar keine Kritik am Inhalt, sondern nur am Stil, mir ist schleierhaft, warum Sow sich anmaßt, ihre Leserschaft so komplett für renitent und unbelehrbar darzustellen. Mich persönlich hat das genervt.
Fazit: Sow hat ein wichtiges Buch geschrieben, dass sich jeder gut durchlesen sollte. Denn nur wenn sich jeder Einzelne Gedanken über sich selbst macht und sich ändert, sind auch Veränderungen im Großen möglich.
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24 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Voll daneben 10. November 2012
Format:Taschenbuch
Das Weltbild der Autorin dieses Buches lässt sich wie folgt zusammenfassen: Die Welt ist so, wie ich sie sehe, und wer sie anders sieht, ist bestenfalls ein Idiot und schlimmeren falls ein übler Rassist.

Die Argumentation von Noah Sow beruht auf einigen Definitionen, die teils selber ausgedacht und teils willkürlich aus der Literatur zum Thema ausgewählt sind. So heißt es auf S. 26, Schwarze seien „alle, die sich als Schwarz definieren, … alle anderen sind Weiße. Schwarz zu sein ist nichts, was man wirklich ist, sondern steht eher für gemeinsame Erfahrungen, die man in der Gesellschaft gemacht hat. Weiße können daher nicht bestimmen, wer Schwarz ist, und wer nicht.“ Das ist nun in höchstem Maße unlogisch. Unabhängig von der Hautfarbe ist jeder, der sich als solcher „definiert“, schwarz, es sei denn, er ist weiß? Demnach gibt es also für's Schwarzsein keinen objektiven Maßstab, wohl aber für's Weißsein? Und über diesen Maßstab verfügen die, die sich als schwarz „definieren“? Das verstehe wer will.

Ähnlich willkürlich geht es im ganzen Buch zu. Da wird auf einen Text der UNESCO von 1995 verwiesen, nach dem es „Rassen“ nicht gibt, und damit ist das Thema für Frau Sow erledigt. Neuere Forschungen von Genetikern und Anthropologen werden völlig ignoriert, außerdem versteht sie den Text falsch, denn er behauptet keineswegs, dass es keine genetischen Unterschiede zwischen verschiedenen Menschengruppen gibt (wie Sow im ganze Buch unterstellt), sondern nur, dass der Rassenbegriff nicht geeignet ist die „menschliche Vielfalt“ (die sich natürlich auch im Körper und damit biologisch ausdrückt) zu beschreiben.

Noah Sow definiert Rassismus als „die Theorie, dass es verschiedene Menschen-“Rassen“ gibt, die über bestimmte Veranlagungen verfügen, ohne diese Veranlagungen zu werten. … Rassismus ist nicht erst die negative Reaktion auf einen angeblichen Unterschied, sondern bereits die Behauptung des Unterschieds.“ (S. 78) und auf S. 77 heißt es: „Rassismus funktioniert auch ganz ohne die Behauptung von Höher- oder Minderwertigkeit. Es genügt bereits, davon auszugehen, dass Menschen verschieden seien.“ Demnach gibt es also keinerlei Unterschiede zwischen Menschen, und wer etwas anderes behauptet ist ein Rassist. Man möchte lachen, aber es ist leider ernst gemeint.

Trotz ihrer mit soviel Überzeugung vorgetragenen Ansichten ist Noah Sow davon überzeugt, dass es keine objektiv wahren Erkenntnisse geben kann: „Den wissenschaftlichen Mythos der „Objektivität“ können wir getrost zu den Akten legen, denn es gibt ihn nicht. … Der Anspruch „Objektiv“ zu sein, ist immer ein wenig größenwahnsinnig, weil darin immer die Anmaßung mitschwingt, andere Menschen seine nicht objektiv.“ (S. 119) Angesichts solcher Erkenntnistheoretischer Grundlagen fragt man sich schon, wie jemand mit einem dermaßen massiven Anspruch alles und jeden souverän als Rassist oder Opfer des Rassismus verorten kann?

Überhaupt ist in diesem Buch ständig von „weißen“ und „Schwarzen“ die Rede, die auch eindeutig über ihre äußere Erscheinung identifiziert werden („Eine Tat ist rassistisch motiviert, wenn sie an Menschen verübt wird, deren ethnischer Hintergrund sichtbar ein anderer ist als der der Täter.“ S. 31); Weiße z.B. sind „rotnasig“, Schwarze haben krauses Haar usw., während gleichzeitig immer wieder betont wird, dass Schwarz und Weiß nur soziale Konstruktionen sind, so dass sich mit der Zeit beim Leser ein gewisses Befremden einstellt.

Besonders befremdlich ist das Kapitel über „Weiße Mütter mit Schwarzen Kindern“ (S. 220ff.). Für Noah Sow ist ein Kind, das einen schwarzen und einen weißen Elternteil hat, automatisch ein schwarzes Kind, womit ihm das Recht zur Selbstbezeichnung, das sie am Anfang ihres Buches (s.o.) postuliert, einfach verweigert wird. Und die Mütter in ihrer rassistischen Ignoranz „ignorieren schlicht, dass ihr Kind schwarz ist.“ (S. 222) Dass ein solches Kind die Hälfte seiner Gene von einem Weißen hat (und Mulatten sich selbst keineswegs automatisch als Schwarze sehen) wird ebenso schlicht ignoriert, wie die Tatsache, dass es in einer überwiegend weißen Umgebung aufwächst und unterschiedliche Identifikationsmöglichkeiten hat. Die Noah Sow vor Augen stehende Konstellation ist grundsätzlich: weiße (deutsche) Mutter hat ein Kind mit einem schwarzen Mann, der abwesend ist. Der umgekehrte Fall eines Kindes mit weißem Vater und schwarzer Mutter wird zwar kurz erwähnt, aber nicht weiter thematisiert. Die weißen Mütter sind natürlich nicht frei von Rassismus und wählen einen schwarzen Partner aus entsprechenden Motiven, „Exotismus“ bzw. Lust auf Sex mit einem schwarzen Mann, und sie behandeln auch ihre Kinder rassistisch, indem sie sie nicht explizit auf ein Leben als Schwarze vorbereiten: Sow gibt eine ganze Reihe von Erziehungsratschlägen, die dazu dienen sollen, dem Kind eine eindeutige schwarze Identität zu vermitteln.

Die Möglichkeit einer gelingenden Partnerschaft zwischen schwarzen und weißen Partnern ist jedenfalls im Weltbild der Autorin nicht vorgesehen. Man bekommt überhaupt den Eindruck, dass sie solche Partnerschaften zumindest als unglücklich empfindet uns sie lieber vermieden sähe, da sie die klare Grenze zwischen guten Schwarzen und bösen Weißen verwischen könnten. Dem Kampf gegen den Rassismus dürfte dadurch ein Bärendienst erwiesen werden, schließlich sind es grade die Mischehen bzw. gemischten Beziehungen, die helfen, Grenzen abzubauen.

Kurz: Die ist ein in keinster Weise empfehlenswertes Buch, man erfährt darin wenig über Rassismus und viel über die persönlichen Obsessionen von Noah Sow. Neben dem unangenehm oberlehrerhaften Ton, in dem es geschrieben ist, fehlt völlig eine angemessene Aufarbeitung der Literatur zum Rassismus, zitiert werden einzig Autoren, die sich zur Richtung der „Kritischen Weißseinsforschung“ zählen, einer aus den USA importierten Theorie, die dort von Historikern in ganz anderen Zusammenhängen entwickelt wurde und auf die deutsche Situation kaum anwendbar ist. Der Text ist bestimmt von emotionalen Äußerungen einer Autorin, die sich endlich einmal von der Seele schreibt, was sie der Welt schon immer mal ins Gesicht sagen wollte. Irgendeinen Erkenntnisgewinn sollte man sich davon nicht versprechen.

Wer sich auf angemessenem Niveau mit Rassismus auseinandersetzen möchte, dem sei das Buch „Strange Fruit“ des englischen Historikers und Neurobiologen Kenan Malik empfohlen:
http://www.amazon.de/Strange-Fruit-Sides-Wrong-Debate/dp/185168588X/ref=sr_1_1?s=books-intl-de&ie=UTF8&qid=1352572089&sr=1-1 . Malik diskutiert nicht nur in einem wesentlich weiteren Rahmen als Noah Sow, der auch Biologie und Geschichte einbezieht, sondern er thematisiert auch die Folgen von undifferenzierten Formen des Antirassismus.
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25 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Unwissenschaftlich, polemisch, fesselnd. 2. Dezember 2011
Von inktvis
Format:Taschenbuch
Noah Sow hat mit 'Deutschland Schwarzweiß' das erste Buch über Rassismus bzw. kritisches Weißsein vorgelegt, das als Zielgruppe den Ottonormal-'"Weißdeutschen"' hat und ' ohne viel wissenschaftliches Gerede ' in einer spannenden und unterhaltsamen Lektüre nicht ohne einen gewissen Witz die bestehende Problematik präsentiert. Ihre Analogien sind originell und (meistens) zutreffend und haben somit eine große Überzeugungskraft. Thematisch geht sie auf ein weites Spektrum ein: Sie belehrt den Leser um den alltäglichen Rassismus sowie ' was besonders interessant ist ' um den teils versteckten Rassismus in den Medien.
Gegen dieses Buch wäre tatsächlich rein gar nichts einzuwenden gewesen, wenn Frau Sow seinen Inhalt von vornherein als ihre subjektive Meinung deklariert und nicht so maßlos mit Fußnoten gegeizt hätte. Viele ihrer Ideen sind sehr gut und richtig und regen zum Nachdenken an. Bei mir haben sie das auch erfolgreich getan. Das wichtigste Anliegen von 'Deutschland Schwarzweiß' ist es wohl, die weißen Deutschen für das Thema zu sensibilisieren. Sows beste Punkte sind solche, die der Leser durch Beobachtung seiner Umwelt selbst beobachten kann. Angesichts dieser vielen guten Inhalte möchte ich, bevor ich die negativen Aspekte von Sows Erstlingswerk aufzeige, bereits sagen, daß ich trotz aller Einwände dieses Buch jedem Fachinteressierten und auch jedem Laien empfehle. Man sollte es lesen aber nicht zum unantastbaren Standard erheben. Man sollte es genau so kritisch beäugen wie jedes andere Sachbuch auch. Wissenschaftlich ist dieses Buch jedoch eine Katastrophe ' was bei Sachbüchern eigentlich zum '"sudden death"' führen müßte. Ich hatte mich bei der Bewertung bereits auf drei Sterne festgelegt, bis ich den Abschnitt "'Beispiele für Polizeigewalt'" noch einmal genauer betrachtete. Dieser Abschnitt ist so schwach, daß ich einen Stern wieder abziehen muß, trotz eines großen Plus für die interessante Veranschaulichung von latenten Rassismen in Gebieten, bei denen man es nie gedacht hätte (UNICEF, etc.). Die Kinder mit dem Schlamm im Gesicht wiegen leider derartiges wissenschaftliches Versagen nicht gänzlich auf.
Lassen Sie sich also verführen in die erste Schwarze Polemik der deutschen Sachliteratur!

Warum dieses Buch eine Katastrophe ist:
Obwohl Noah Sow zu keiner Zeit den Anspruch erhebt, mit '"Deutschland Schwarzweiß"' ein wissenschaftliches Buch vorzulegen, fällt auf, daß ihr Tonfall bzw. ihre Kritik an der deutschen Gesellschaft nicht sachlich ist. Zudem fehlen ca. 20 Fußnoten, ihre Recherche ist nicht unvoreingenommen und man wird den Eindruck nicht los, daß Madame Sow nur solche Inhalte an den Leser dringen läßt, die ihn ihre persönlichen Konklusion erreichen lassen.

Beispiele für beleglose Behauptungen, unbelegte Zitate:
"'Dass sich rechtsextremes, rassistisches und demokratiefeindliches Gedankengut [...] durch die Gesellschaft zieht, belegen jüngere Studien eindeutig."' (S. 33, letzte vier Zeilen)

"'[E]rst kürzlich [wurde] die Bundeswehr dabei erwischt, dass sie das Schießen auf lebende Menschen trainieren ließ, indem sie die Soldaten anwies, sich vorzustellen, es handele sich bei den Zielscheiben um 'Afroamerikaner aus der Bronx'.' (S. 139, unterster Absatz)"

Nach rassistischen Fanchören bei einem Fußballspiel: "'Wenig später darf eine Fanvertreterin desselben Vereins [...] unwidersprochen behaupten, beim HSV gebe es 'Gott sei Dank so etwas wie Rassismus nicht'."' (S. 144, viert- und drittletzte Zeile)

Das sind die plumpsten Zitierfehler. Es gibt noch viele weitere, die ihren Klimax in ihrer Darstellung von rassistischer Polizeiarbeit finden (siehe unten). Gern bedient sich Sow auch der anekdotenhaften Beweisführung, d.h. sie plaudert aus dem Nähkästchen, was irgend jemandem irgendwann mal passiert ist oder passiert sein könnte. Obwohl diese Anekdoten zumeist relativ glaubwürdig sind (Irgendeine Frau verliert ihre Stelle im Adlon Hotel, weil sich Gäste über ihre Haare beschwerten [S. 210]), kann man sie nicht verifiziert, obwohl das bei an mancher Stelle möglich gewesen wäre!

Ihre Glaubwürdigkeit verspielt Sow allerdings bei ihrer Darstellung des Fall von Mareame Sarr im Kapitelabschnitt '"Beispiele für Polizeigewalt"' (S. 134ff), die vor einigen Jahren in einer anscheinend banalen Auseinandersetzung von einem Polizisten erschossen wurde. Im besagten Abschnitt werden vier Fälle von Polizeigewalt gegen Schwarze von der Autorin aufgezeigt. Der Fall von Sarr ist einer davon. Die vier langen und mit einer Vielzahl von Behauptungen geschwängerten Absätze enthalten ganze ZWEI Fußnoten, von der eine das Foto der verstorbenen Sarr ist. Das Todesdatum derselben hat Sow übrigens von ihrer Internetquelle falsch übertragen.
So viel zur Form. Inhaltlich zitiert Sow allen Ernstes eine Presseerklärung der '"Black Students Organisation"' als EINZIGE Angabe um den Tathergang. (Dabei handelt es sich übrigens um die zweite verbleibende Fußnote.) Zumindest eine Gegenüberstellung des offiziellen Polizeiberichtes wäre doch sinnvoll gewesen! Die Glaubwürdigkeit desselben hätte jeder Leser für sich selbst einschätzen können! Es berichtet also eine völlig unbeteiligte Gruppe von Sows Interessengenosse ohne Angabe um den Ursprung ihrer Informationen unangefochten, wie die Tat abgelaufen sein muß. Dabei bedient man sich durchgängig wertenden Vokabulars: Sarrs Ehemann habe ihre Tochter '"entführt'", wobei nie belegt wird, daß der Ehemann (der Kindsvater) nicht über das Sorgerecht verfügt hat. Diese völlig diffuse Darstellung des Tathergangs der '"Black Students Organisation"', in der übrigens auch ein Gespräch der bereits verstorbenen Sarr mit ihrer Schwiegermutter beleglos zitiert(!) wird, raubt Sow als Autorin wie auch ihren Quellen jede Glaubwürdigkeit und disqualifiziert sie als Autorin, die nur im entferntesten wissenschaftlich arbeiten und mit halbwegs ordentlicher Zitierweise umgehen kann.
Die restlichen Beispiele von Polizeigewalt entbehren jeglichen Beleg um den Ursprung ihrer Informationen! Interessanterweise spart Sow dennoch nicht mit der Verwendung von Begriffen wie '"nachweislich"' oder gibt die Inhalte von irgendwelchen '"gerichtswissenschaftliche[n] Befunden"' und '"Gutachten"' schematisch wieder. Die Herkunft dieser Informationen bleibt dabei freilich im Dunkeln. Der gesamte Abschnitt hat allenfalls das Zeug zur Verschwörungstheorie und ist der Grund, daß ich statt anderweitig drei nur zwei Sterne vergebe.
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4.0 von 5 Sternen Sehr informativ und auch unterhaltsam
Viele interessante Informationen, v. a. über die Geschichte des Rassismus und Schwarzer in Deutschland, die heutigen Ausprägungen des Rassismus in der breiten Mitte der... Lesen Sie weiter...
Vor 11 Tagen von Sidonie veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Wichtiges Buch zu einem wichtigen Thema!
Vorab: es ist kein Buch, was rein wissenschaftlich aufgebaut ist oder auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht. Lesen Sie weiter...
Vor 23 Tagen von Timotheus veröffentlicht
3.0 von 5 Sternen Völlig unkontrovers
Gemessen an den hitzigen Debatten, die im Internet um Noah Sows Aktivismus geführt werden, ist das Buch völlig unkontrovers. Lesen Sie weiter...
Vor 4 Monaten von Clyde Kluckhohn veröffentlicht
3.0 von 5 Sternen Egozentriert
Ich finde dies ist ein sehr wichtiges Buch, ein Buch das zum Nachdenken anregt. Kompliment für die Autorin- ein wirklich sympathischer und unterhaltsamer Schreibstil, der... Lesen Sie weiter...
Vor 4 Monaten von Monbijou veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Sollte auf der Bestseller Liste stehen
Mir wurde dieses Buch von einer Freundin empfohlen und ich habe es an einem Wochenende gelesen. Ich konnte es nicht weglegen. Lesen Sie weiter...
Vor 9 Monaten von Finn veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Da bläst ein frischer Wind durchs Hirn!
Verzeihen sie mir den platten Titel meiner Rezension, aber mir fehlt zu diesem bissigen Kleinod sonst nichts ein. Lesen Sie weiter...
Vor 13 Monaten von Marisa Barkhoff veröffentlicht
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Vor 13 Monaten von Erika veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Humorvoll, ehrlich, einladend zur Auseinandersetzung mit sich selbst
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Über meine eigenen rassistischen Anteile, Verhaltensweisen, Einstellungen versuche ich mir... Lesen Sie weiter...
Vor 17 Monaten von tsuyoi veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Tolles Buch absolut Lesenswert!!
Super Buch. Ich habe es förmlich verschlungen. Total leicht zu lesen. Musste oft schmunzeln...es ist ja alles so wahr was Noah Sow schreibt! LESENSWERT!
Vor 18 Monaten von LeBo veröffentlicht
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